Ein Plädoyer für mehr Freundschaften am Arbeitsplatz

Gute Freunde und Beziehungen zu anderen Menschen zählen für 85,4 Prozent der Deutschen zu den wichtigsten Lebensaspekten. Dennoch kommt eine aktuelle Studie zu der Erkenntnis, dass die Zahl unserer Freunde in den letzten Jahren sinkt. Warum es vor allem jungen Menschen zunehmend schwerer fällt Freundschaften im Job zu schließen und wieso wir überhaupt Freunde am Arbeitsplatz brauchen, wir liefern die Antworten.

Freundschaft am Arbeitsplatz: Eine Generationenfrage?

Millennials haben Probleme dabei, Freundschaften am Arbeitsplatz zu schließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Absolventen-Jobportals Milkround, an der 2.016 Personen teilgenommen haben.[2] Fast ein Drittel der 25 bis 34-Jährigen gaben an, das Knüpfen von Kontakten am Arbeitsplatz als Herausforderung zu empfinden. Im Vergleich dazu sind es bei den Babyboomern lediglich 23 Prozent. Besonders schwierig scheint die Situation für die unter 25-Jährigen: Hier gibt fast jeder Vierte an, nervös zu sein, wenn es zu einem Treffen mit neuen Kollegen kommt. Die über 55-Jährigen sehen das Ganze hingegen entspannter. Nur acht Prozent fürchten ein Kennenlernen mit neuen Mitarbeitern. Sind junge Menschen weniger an Freundschaften im Job interessiert? Das Gegenteil ist der Fall. Während 79 Prozent der Millennials angaben, dass es wichtig sei Freunde am Arbeitsplatz zu haben, waren es nur 64 Prozent der über 55-Jährigen. Warum fällt es dann aber gerade den 18 bis 24-Jährigen so schwer Beziehungen zu knüpfen?

Stress als Hauptursache

Laut der Studie ist Stress der Hauptfaktor dafür, dass sich viele junge Mitarbeiter unwohl fühlen, wenn es zu sozialen Kontakten kommt. Ein Drittel gibt das als Hauptgrund für ihre Zurückhaltung an. Dieses Ergebnis deckt sich auch mit einer anderen Studie, die zeigte, dass sich junge Arbeitnehmer auch insgesamt gestresster fühlen als ihre älteren Kollegen. 28 Prozent der 18- bis 38-Jährigen gaben hier an, dass Stress zu ihrem Job gehört. Bei den 53- bis 71-Jährigen waren das nur zwölf Prozent.[3] Trotz der eindeutigen Resultate haben nur sechs Prozent versucht, mit ihren Vorgesetzten oder der Personalabteilung über ihre sozialen Ängste zu sprechen. Dabei können Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen, um ihren Angestellten das Kennenlernen zu erleichtern und sie beim Teambuilding zu unterstützen.

„Wir haben eine Mischung aus älteren und erfahrenen Kollegen und jungen Kollegen, diese lernen von den älteren und unterstützen sie dann.“ – Bewertung bei Druckhaus Leupelt GmbH

Warum wir Freunde im Job brauchen

„Harte Arbeit mit Kollegen, die zu Freunden werden.“ – Bewertung bei CTS

Viele unserer Freunde lernen wir in der Schule, der Ausbildung, im Studium – oder eben auch am Arbeitsplatz kennen. Schließlich verbringen wir an jedem dieser Orte viel Zeit miteinander, in der Arbeit sind wir sogar rund ein Viertel unseres Erwachsenenlebens. Obendrein haben wir meist einen ähnlich getakteten Rhythmus: Wir bestreiten gemeinsam den grauen Montag, erleben Höhenflüge genauso wie Mittagsttiefs und fiebern zusammen dem Wochenende entgegen. Außerdem arbeiten wir mit Kollegen in der Regel jahrelang zusammen und erleben uns in unterschiedlichen Kontexten. In manchen Situation können unsere Arbeitskollegen uns wahrscheinlich besser zur Seite stehen, als unser Partner oder Familienmitglieder. Wenn wir all das dann auch noch mit Leuten machen, deren Gesellschaft wir schätzen, haben wir nicht nur mehr Spaß am Arbeitsplatz, auch unser Wohlbefinden und unsere Produktivität profitieren davon. Und genau deshalb lohnt es sich an Freundschaften im Job zu arbeiten – auch wenn es uns nicht immer leicht fällt.

„Der Zusammenhalt ist sehr gut – man tauscht sich aus, unterstützt einander und feiert auch mal zusammen.“ – Bewertung bei Storebox

Wo gibt es die besten Kollegen?

In welchen Unternehmen die Mitarbeiter am zufriedensten mit ihren Kollegen sind, erfährst du hier.

 

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Quellen:

[1] statista.com

[2] advice.milkround.com

[3] independent.co.uk