5 Unternehmen ohne Gender Pay Gap in der Schweiz
Gender Pay Gap? Nicht in diesen Schweizer Firmen! Während viele Unternehmen noch kämpfen, zeigen diese fünf Pioniere, wie Equal Pay geht. PwC Switzerland, HUG (Genf), Delta Zofingen AG, Lyreco Switzerland AG und British American Tobacco Switzerland SA setzen auf Transparenz und faire Vergütung – und wurden dafür zertifiziert.
Der unbereinigte Gender Pay Gap in der Schweiz liegt bei 8,4 %, doch diese Firmen beweisen, dass es anders geht. Lyreco ist sogar schon seit über zehn Jahren Vorreiter. Seit 2020 sind Lohngleichheitsanalysen ab 100 Mitarbeitern Pflicht, aber es braucht mehr Engagement für echte Chancengleichheit. Leistung statt Geschlecht – das sollte die Devise sein!
Frauen und Männer mit gleichen beruflichen Qualifikationen sollen in ihren Jobs im Sinne der Gleichberechtigung auch dasselbe Gehalt verdienen. Das wäre eigentlich nur fair – doch es entspricht nicht unbedingt der Realität.
Wir klären in diesem Artikel nicht nur über die Rolle des Gender Pay Gaps auf, sondern präsentieren dir zusätzlich fünf Unternehmen in der Schweiz, die Equal Pay für alle Geschlechter garantieren.
Definition: Wofür steht der Gender Pay Gap?
Der Gender Pay Gap bezeichnet die durchschnittliche Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen. Er wird meist als prozentuale Differenz des Bruttoverdiensts angegeben und zeigt, wie stark sich die Gehälter der Geschlechter unterscheiden. Dabei differenziert man zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Gender Pay Gap.
Bereinigter versus unbereinigter Gender Pay Gap
Der unbereinigte Gender Pay Gap berücksichtigt alle Einkommensunterschiede, unabhängig von Faktoren wie Branche, Berufserfahrung oder Arbeitszeit.
Im Gegensatz dazu vergleicht der bereinigte Gender Pay Gap Männer und Frauen mit ähnlichen Qualifikationen und Tätigkeiten sowie der gleichen Arbeitsstundenzahl. So zeigt er die Gehaltsdifferenz, die selbst bei gleichen Voraussetzungen bestehen bleibt.
In diesem Artikel begegnet dir zusätzlich der Begriff Equal Pay. Dieser steht dafür, dass Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit das gleiche Gehalt erhalten. Trotz gesetzlicher Regelungen bleibt die Gehaltslücke bisher bestehen.
So hoch fällt der Gender Pay Gap in der Schweiz aus
Unbewusste Vorurteile, eine hohe Teilzeitquote bei Frauen, fehlende Gehaltstransparenz oder eine ungleiche Verteilung von Führungspositionen können Gründe dafür sein, wieso ein Gender Pay Gap entsteht. Die Umsetzung von Equal Pay ist daher ein wichtiger Schritt in Richtung tatsächlicher Lohngleichheit. Doch wie sieht die Situation in Schweizer Unternehmen wirklich aus? Gibt es hierzulande überhaupt einen Gender Pay Gap? Die kurze Antwort lautet: Ja.
Im Jahr 2024 lag der unbereinigte Gender Pay Gap in der Schweiz laut bfs bei 8,4 Prozent. Hier wurde anhand des Mediangehalts gerechnet. Frauen verdienten demnach im Durchschnitt 8,4 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Für das Jahr 2026 ist zwar eine geringere Lohnlücke zu erwarten, jedoch schließt sich diese nur sehr langsam – jährlich etwa einen Prozentpunkt.
Diese Unternehmen garantieren Equal Pay
Während viele Unternehmen noch mit der Herausforderung kämpfen, faire Gehaltsstrukturen zu schaffen, gibt es bereits einige Vorreiter, die Equal Pay in der Praxis nach eigenen Angaben umsetzen. Sie sorgen dafür, dass Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit das gleiche Gehalt erhalten – unabhängig vom Geschlecht. Stattdessen setzt man auf Transparenz, gerechte Vergütungsmodelle und klare Maßnahmen zur Schließung der Lohnlücke.
Wir stellen dir fünf Arbeitgeber in der Schweiz vor, die sich aktiv für gleiche Bezahlung einsetzen und zeigen, dass Fairness am Arbeitsplatz möglich ist.
PwC Switzerland
PwC Switzerland ist eine der bekanntesten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft in der Schweiz. Das Unternehmen hat sich bereits zum dritten Mal die EQUAL-SALARY-Zertifizierung gesichert – zuletzt im Januar 2026. Das Unternehmen setzt auf ein Vergütungssystem, das auf gleicher Bezahlung für gleichwertige Arbeit basiert.
Weder die sexuelle Ausrichtung, noch Geschlecht oder Sonstiges ist von Interesse oder gar karrierehinderlich. Dazu muss auch der gesamten PwC Organisation ein Kranz gewunden werden. Diversität und Integration sind keine Bulletpoints auf Powerpoint Präsentationen sondern werden aktiv gefördert, auch auf oberster Management Stufe. Die Möglichkeit, Verstösse gegen Moral und Ethik auch anonym zu melden, ist in dieser ausgeprägten Form ein weiteres Beispiel, wie die PwC als Organisation Ernsthaftigkeit beweist.
Als Vorreiter bietet PwC nicht nur selbst Equal Pay, sondern unterstützt auch andere Unternehmen bei der Erlangung der EQUAL-SALARY-Zertifizierung.
HUG – Hôpitaux Universitaires de Genève
Die Universitätsspitäler Genf (HUG) gehören zu den fünf Universitätsspitälern der Schweiz und sind die grössten des Landes. Mit über 13.000 Mitarbeitenden ist HUG einer der führenden Arbeitgeber im Kanton Genf.
Im Gesundheitssektor, wo knapp drei Viertel der Beschäftigten in der Schweiz Frauen sind, ist die EQUAL-SALARY-Zertifizierung der HUG besonders bedeutsam. Das Spital hat die Zertifizierung 2021 erhalten und beweist damit, dass faire Vergütungskriterien für alle gelten. Als grösster Arbeitgeber des Kantons setzt HUG mit dieser Zertifizierung ein Zeichen für den öffentlichen Dienst und unterstreicht sein Engagement für Gleichstellung und Inklusion.
Delta Zofingen AG
Delta Zofingen AG ist ein Schweizer Unternehmen, das Systemlösungen rund um Hygiene, Sauberkeit und Sicherheit entwickelt, produziert und vertreibt. Mit Sitz in Zofingen im Kanton Aargau beschäftigt das Unternehmen mehrere hundert Mitarbeitende.
Im Juni 2025 erhielt Delta Zofingen die EQUAL-SALARY-Zertifizierung. Diese bestätigt, dass Frauen und Männer bei Delta für gleichwertige Arbeit fair und diskriminierungsfrei entlöhnt werden.
Die Gleichberechtigung und No-Go ist sogar sehr ausführlich im Mitarbeiterhandbuch thematisiert und wird auch im Unternehmensalltag gelebt.
Die Zertifizierung bietet dem Unternehmen eine unabhängige Bestätigung, dass die Gehaltsstrukturen fair, transparent und frei von geschlechtsspezifischer Diskriminierung sind.
Lyreco Switzerland AG
Lyreco Switzerland AG ist ein führender Anbieter von Bürobedarf und gehört zur internationalen Lyreco-Gruppe. An mehreren Standorten in der Schweiz arbeiten rund 200 Mitarbeitende für das Unternehmen.
Der Arbeitgeber achtet auf Gleichberechtigung, Unterschiede zwischen Mitarbeitenden konnte ich nicht feststellen.
Lyreco Switzerland ist ein Pionier in Sachen Equal Pay: Bereits 2015 war das Unternehmen das erste aus der Deutschschweiz, das die EQUAL-SALARY-Zertifizierung erhielt. Im Juli 2025 folgte die vierte Rezertifizierung – ein Beweis für das kontinuierliche Engagement des Unternehmens. Über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren demonstriert Lyreco, dass Equal Pay und Chancengleichheit mit Rigorosität und Konsequenz langfristig gelebt werden können.
British American Tobacco Switzerland SA
British American Tobacco Switzerland SA (BAT Switzerland) ist die Schweizer Tochtergesellschaft des internationalen Tabakunternehmens BAT. Mit Sitz in Lausanne beschäftigt BAT Switzerland mehrere hundert Mitarbeitende.
BAT Switzerland erhielt 2021 erstmals die EQUAL-SALARY-Zertifizierung und erneuerte diese im Juli 2024. Bei der zweiten Zertifizierung ergab die Gehaltsüberprüfung eine Lohndifferenz von 0,0 Prozent zwischen Frauen und Männern – ein tolles Resultet innerhalb der gesamten BAT-Gruppe.
Whether male or female: the wages as well as the opportunities for promotion are the same
Zudem hat BAT Switzerland fast Parität zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeitenden erreicht (48 Prozent Frauen, 52 Prozent Männer). Das Unternehmen verfolgt das Ziel, den Frauenanteil im Senior Management auf mindestens 40 Prozent zu erhöhen.
Gender Pay Gap: Noch viele Schritte bis zur Schließung
Diese fünf Unternehmen zeigen, dass gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit nicht nur eine Vision, sondern 2026 bereits Realität sein kann. Sie setzen klare Maßnahmen um, um den Gender Pay Gap zu schließen und faire Gehaltsstrukturen zu gewährleisten. Doch sie sind noch die Ausnahme. In vielen anderen Unternehmen klaffen weiterhin Gehaltslücken zwischen Männern und Frauen.
Damit Equal Pay zum Standard wird, müssen noch zahlreiche Arbeitgeber nachziehen und transparente Vergütungsmodelle etablieren. Seit 2020 sind Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden in der Schweiz gesetzlich verpflichtet, eine Lohngleichheitsanalyse durchzuführen. Dies ist ein wichtiger Schritt, doch die Umsetzung von Equal Pay muss noch konsequenter erfolgen.
Denn echte Chancengleichheit am Arbeitsplatz beginnt dort, wo Leistung und nicht das Geschlecht über das Gehalt entscheidet.