Entgelttransparenz verschoben
2027 statt Juni: Deutschland ignoriert EU-Deadline für Lohngleichheit
In Deutschland verdienen Frauen im Durchschnitt 15 Prozent weniger als Männer. Eine neue EU-Richtlinie sollte ab 7. Juni für verbindliche Gehaltstransparenz sorgen, doch die Bundesregierung hat die Umsetzung noch nicht beschlossen. Beschäftigte müssen nicht auf das Entgelttransparenzgesetz warten: Bei kununu lassen sich Gehälter bereits jetzt einsehen.
Entgelttransparenzgesetz soll Lohnlücke beseitigen
Die Richtlinie soll Lohnunterschiede, die nur auf das Geschlecht zurückgehen, beseitigen. Frauen verdienen im Schnitt 5,28 Euro pro Stunde weniger als Männer. Selbst bereinigt um Unterschiede in Branchen und Karriereunterbrechungen bleibt eine Lücke von etwa sieben Prozent. Die neue Richtlinie verschärft die Transparenzpflichten deutlich.
Diese Regeln sollen ab Juni gelten:
- Arbeitgeber:innen müssen im Bewerbungsprozess eine Gehaltsspanne nennen
- Bewerber:innen dürfen nicht nach ihrem bisherigen Gehalt gefragt werden
- Beschäftigte haben ein Auskunftsrecht über die durchschnittlichen Gehälter vergleichbarer Kolleg:innen
- Ab 100 Mitarbeitenden müssen Betriebe ihren Gender Pay Gap aktiv berichten, ab 250 jährlich
- Liegt die Lücke über fünf Prozent, sind Korrekturen verpflichtend

Bundesregierung verzögert die Umsetzung
Die Bundesregierung hat bis heute kein Umsetzungsgesetz beschlossen. Gegenüber BR24 erklärte das Bundesfamilienministerium, die Umsetzung „maßvoll nach hinten zu verschieben“ und auf 2027 zu hoffen. Ohne deutsches Umsetzungsgesetz gelten die Regelungen nicht unmittelbar für privatrechtliche Arbeitsverhältnisse – viele Betriebe sind noch gar nicht vorbereitet.
kununu zeigt Gehälter schon jetzt
Beschäftigte müssen auf die politische Lösung nicht warten. kununu zeigt bereits, wie Gehaltstransparenz funktioniert: Mit dem Gehaltscheck lassen sich Durchschnittseinkommen für tausende Unternehmen nach Job, Standort und Erfahrungslevel einsehen – kostenlos und ohne versteckte Angaben. Jobsuchende können direkt nach dem eigenen Beruf oder Arbeitgeber:in suchen und sehen, wie Gehälter dort tatsächlich ausfallen.
Transparenz ist ein Arbeitnehmer:innen-Recht, keine Kulanz. Während die Politik 2027 anvisiert, bietet kununu bereits jetzt echte Gehaltsdaten – die Basis, um faire Löhne einzufordern.