Darum macht Diversität dein Team stärker

Diversität steht für Vielfalt. Es geht darum, jeden Menschen, genau so wie er ist, Anerkennung und Wertschätzung zu zeigen. Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung und viele andere Merkmale, in denen sich Menschen voneinander unterscheiden können, verlieren dabei an Bedeutung. Wer divers denkt, entdeckt Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede sind und macht damit die Welt um ein Stückchen besser.

Warum Teams, bei denen die Mitglieder so unterschiedlich wie nur möglich sind, erfolgreicher sind als andere, verraten wir hier. Doch davor haben wir Bewertungen gesammelt, die es wert sind gelesen zu werden. Denn Diversität ist in vielen Unternehmen nicht mehr wegzudenken.

Bessere Zusammenarbeit

Teams die Diversity leben, profitieren von den verschiedenen Charakterzügen der Mitglieder, von den Erfahrungen der langjährigen Mitarbeiter und dem frischen Wind, den die jüngeren Teammitglieder mitbringen. Aber auch unterschiedliche Sprachen, Know-How in allen möglichen Bereichen oder physische Fähigkeiten tragen dazu bei, dass Teams Höchstleistungen erbringen. Im Arbeitsalltag werden verschiedene Sichtweisen geteilt, Meinungen akzeptiert und Themen diskutiert – es gilt absolute Meinungsfreiheit.

Bedingungslose Anerkennung und Wertschätzung ermöglichen eine einzigartige Zusammenarbeit, wo genügend Raum für neue Ideen und neue Ansätze bleibt. In Meetings ergreift man gerne das Wort, weil man weiß, dass jede Meinung gehört und vor allem akzeptiert wird. Man kooperiert gerne mit jedem einzelnen Teammitglied, denn man sieht nicht nur, sondern zelebriert den Wert des Menschen, der einem gegenüber sitzt.

Höhere Innovationskraft

Probleme können dann am besten gelöst werden, wenn es möglichst viele verschiedene Rollen im Team gibt und wo unterschiedliche Perspektiven in Betracht gezogen werden. Genau das ist bei einem Team, bei dem jedes Mitglied andere Merkmale aufweist, am ehesten der Fall. Innovationen werden dann ermöglicht, wenn viel Wissen aus verschiedenen Quellen vorhanden ist und wenn eine Akzeptanz für Meinungen und Ideen herrscht. Wenn Arbeitgeber die Unterschiede aller Mitarbeiter nützen und jeder sein Potenzial ausleben darf, entsteht eine Unternehmenskultur, die von Innovationen, Lösungsorientierung und Produktivität gekennzeichnet ist.

Thinking outside the box lautet in solchen Organisationen die Devise und was normalerweise unausgesprochen bleibt findet große Akzeptanz. Genau das ist der Weg, den Unternehmen einschlagen sollten, denn nur so können sie sich weiterentwickeln und mit dem Wandel der Zeit gehen. Darüber hinaus beweist eine Studie von McKinsey, dass ein positiver Zusammenhang zwischen Diversität und Erfolg im Unternehmen besteht. Denn wo ethnische Vielfalt gelebt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich profitabel zu sein um ein Drittel.[1] 

Stärkere Verbindung zum Unternehmen

Die Akzeptanz von Vielfalt und Unterschieden trägt ganz klar zu einem besseren Arbeitsumfeld bei. Dementsprechend hat dies auch Auswirkungen auf die Verweildauer von Mitarbeitern im Unternehmen. Diversity ist also tatsächlich ein Entscheidungsfaktor, warum Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen auf längere Zeit Teil einer Organisation sein möchten und sich dagegen entscheiden, einen neuen Job zu suchen.[2] 

Aber nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl wird aufgrund der Akzeptanz und Wertschätzung erheblich gestärkt. Ganz nach dem Motto: Einer für alle, alle für einen. Wer also für Diversity steht, erhöht nicht nur die Chance, einen höheren Profit zu machen, neue Innovationen entstehen zu lassen und Probleme lösungsorientiert zu beheben, sondern hat auch zufriedene Mitarbeiter, die gerne lange im Unternehmen bleiben.

Spannendere Arbeitsatmosphäre

Wenn jeder Mensch über das gleiche Wissen verfügen würde, jeder die gleichen Stärken hätte und jeder der selben Meinung wäre, wäre der Arbeitsalltag wohl an Langeweile nicht zu überbieten und die Produktivität würde darunter leiden. Durch Teammitglieder, die unterschiedlich sind, ergibt sich ein Mix an Sichtweisen, Meinungen, Erfahrungen, Wissen und Stärken. Es gibt keinen Tag, an dem man nichts dazulernt und sich nicht weiterentwickelt, sei es nun fachlich oder persönlich.

Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin erlebt eine spannende Arbeitsatmosphäre und die Kompetenzen aller wachsen Tag für Tag, sodass sich das Team zu einem unschlagbaren Match formiert. Außerdem ist die Stimmung in der Arbeit von Neugierde, Spaß und Teamspirit geprägt – genau so wie es sein soll.

So sorgst du für mehr Diversität

Tipps für Arbeitnehmer

1. Achtsam sein. Diskrimierung darf keinen Platz am Arbeitsplatz haben. Versuche deine Wahrnehmung bewusst in Richtung Diversity zu lenken, indem du deinen Kollegen zuhörst und dein Bestes gibst, deren Sorgen nachzuvollziehen und zu verstehen. Versuche ein Auge dafür zu bekommen, wo es noch Probleme im Team gibt, wenn es um die Akzeptanz jedes Einzelnen geht.

2. Einsatzbereit sein. Auch wenn es möglicherweise Mut erfordert, setze dich für Kollegen und Kolleginnen ein, die wegen bestimmten Merkmalen nicht akzeptiert werden. Wenn du merkst, dass jemand leidet, werde aktiv und suche das Gespräch mit dieser Person und sucht gemeinsam nach einer Lösung, um gegen Diskriminierung anzukämpfen.

3. Ein Vorbild sein. Zeige wie es geht. Erwähne beispielsweise vor allen, wie toll es ist, dass andere Kollegen bereits mehr Erfahrung haben, neues Wissen mitbringen oder eine ganz andere Sichtweise zu bestimmten Dingen haben. So verankerst du im Unterbewusstsein der Kollegen und Kolleginnen, dass es einen ungemeinen Nutzen bringt, dass Menschen unterschiedlich sind.

Tipps für Arbeitgeber

1. Beim Bewerbungsprozess aufmerksam sein. Sitzt man nun im Interview mit dem potenziellen neuen Mitarbeiter oder der neuen Mitarbeiterin, gilt es aufmerksam zu sein, wenn es um das Thema Diversität geht. Oft kann man schon aufgrund gewisser Aussagen Annahmen treffen, inwiefern die Person Unterschiede zwischen Menschen akzeptiert und ob die Person tatsächlich zur Unternehmenskultur, in der idealerweise Diversität gelebt wird, passt.

2. Erste Anlaufstelle sein. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie jederzeit den Kontakt zu Vorgesetzten suchen können und dürfen, wenn es um Ungerechtigkeit geht. Vertrauen in die Führungskraft ist hierbei das Um und Auf. Wenn sie wissen, wohin sie sich wenden können und vor allem, dass sie offen mit Diskrimierung umgehen können, ist es für Vorgesetzte viel einfacher der Ungerechtigkeit in der Firma den Kampf anzusagen.

3. Diversity kommunizieren. Wird im Unternehmen Diversity gelebt, ist es enorm wichtig, dies auch zu kommunizieren. Vor allem Führungskräfte haben oft die Möglichkeit, aktiv auf dieses Thema einzugehen. Sei es nun beim gemeinsamen Mittagessen, in Mitarbeitergesprächen oder in allgemeinen Ansprachen, wo eine große Menge an Mitarbeitern vor Ort ist. Vorgesetzte haben es in der Hand und sind verantwortlich, dass immer wieder betont wird, wie wichtig es ist, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen.

 

Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.

Quellen:

[1] mckinsey.com
[2] michaelpage.de