Mehr Geld für Beamt:innen 2026
Beamten-Gehälter: Wer seit August mehr bekommt und wer noch warten muss
Bei rund 1,7 Millionen Beamt:innen, Richter:innen und Soldat:innen entwickelt sich das Gehalt derzeit unterschiedlich: In mehreren Bundesländern ist die Besoldung bereits gestiegen, teils rückwirkend zum 1. April 2026, anderswo ist noch Geduld gefragt. Wie hoch fällt das Plus aus – und wann kommt es auf dem Konto an?
Die Reform der Beamtenbesoldung sorgt für höhere Beamtenbesoldung
Im September 2025 hatte das Bundesverfassungsgericht beschlossen, dass die Beamtenbesoldung in Berlin von 2008 bis 2020 mit wenigen Ausnahmen verfassungswidrig war: Rund 95 Prozent der Besoldungsregelungen in der Besoldungsordnung A (dazu zählen zum Beispiel Polizist:innen und Feuerwehrleute) in der Berliner Besoldung verstießen gegen das Grundgesetz. Dieses Urteil ist der eigentliche Auslöser der jetzigen Reform und seine Wirkung geht weit über Berlin hinaus.
Der neue Maßstab: Als Untergrenze gilt künftig das Median-Äquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung. Der Median ist jener Betrag, bei dem genau die Hälfte der Bevölkerung mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Die Beamtenbesoldung muss in der untersten Besoldungsgruppe mindestens 80 Prozent dieses Wertes erreichen – deutlich mehr als das bisherige Mindestniveau.

Bund: Noch ist die Reform nicht als Gesetz verabschiedet
Für Bundesbeamte sollte das Bundesalimentationsgesetz zwei Erhöhungen bringen, rückwirkend zum 1. April 2025 um 3,0 Prozent und zum 1. Mai 2026 um weitere 2,8 Prozent. Beide Stufen zahlt der Bund bereits als Abschlag aus: Eine erste Abschlagszahlung floss laut Deutschem Bundeswehrverband schon im Dezember 2025, seit Mai 2026 kommt der Abschlag auf die zweite Erhöhungsstufe hinzu. Was fehlt, ist die rechtssichere gesetzliche Grundlage.
Der aktuelle Stand in Kürze:
- Das Gesetz hat den Bundestag noch nicht erreicht
- Streitpunkt: das fiktive Partnereinkommen. Konkret geht es um den Wegfall des Ehegattenzuschlags, der künftig ein Doppelverdiener-Modell unterstellen würde. DGB und dbb halten diese Anrechnung, für 2026 sind es 22.648 Euro brutto jährlich, laut ihren Stellungnahmen für verfassungswidrig
- Zusätzlicher Rückschlag: Die 1.000-Euro-Entlastungsprämie ist im Mai im Bundesrat gescheitert und wird nicht weiterverfolgt
- Das Bundesinnenministerium hat den Gewerkschaften einen neuen Zeitplan zugesagt, wie die Gewerkschaft der Polizei gegenüber dem Fachportal Öffentlicher Dienst News bestätigte. Der Referentenentwurf wird noch einmal überarbeitet, nach der Sommerpause soll die Reform weitergehen. Ein Kabinettsbeschluss wäre damit frühestens im Herbst realistisch, danach muss noch der Bundestag entscheiden
Ob die Kritik der Gewerkschaften tatsächlich in die Überarbeitung einfließt, zeigt sich erst mit dem neuen Entwurf. Ver.di fordert unter anderem Nachbesserungen bei den Erhöhungsbeträgen für den einfachen und mittleren Dienst.
Kein Extra-Plus für Kanzler und Minister
So weit, so gut. Der ursprüngliche Reformentwurf hätte Bundeskanzler Friedrich Merz allerdings eine recht nette Gehaltserhöhung beschert: laut „Bild“ rund 65.000 Euro pro Jahr. Die Bundesminister:innen hätten sich ebenfalls über ein fünfstelliges jährliches Plus freuen dürfen, Staatssekretär:innen über gut 39.000 Euro mehr.
Innenminister Alexander Dobrindt hat das bereits Mitte April korrigiert: Die Grundgehälter für Spitzenbeamte in der Besoldungsgruppe B3 sinken von ursprünglich geplanten 10.854 Euro auf 10.573 Euro pro Monat. Hintergrund war nach Medienberichten eine Panne im eigenen Haus: Beamte des Innenministeriums hatten die ausdrückliche Vorgabe ignoriert, die B-Besoldung von den großen Gehaltssprüngen auszunehmen.
Länder-Überblick: Wer wann wie viel zahlt
Anders als bei Bundesbeamten gibt es für Landesbeamte keinen zentralen Gesetzentwurf. Stattdessen muss jedes Bundesland den TV-L-Tarifabschluss vom Februar 2026 (der zunächst nur für die Angestellten der Länder gilt) per eigenem Landesgesetz auf seine Beamten übertragen.
Das Tarifergebnis sieht für Angestellte der Länder Folgendes vor:
- Ab 1. April 2026: +2,8 Prozent (mindestens 100 Euro)
- Ab 1. März 2027: weitere +2,0 Prozent
- Ab 1. Januar 2028: zusätzlich +1,0 Prozent
Nicht alle Länder folgen diesem Tarifabschluss, einige zahlen deutlich mehr, Bayern deutlich später. Eine Übersicht nach aktuellem Stand, wie ihn unter anderem Haufe und Öffentlicher Dienst News dokumentieren:
- Bremen, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Thüringen: +2,8 Prozent ab April 2026, mindestens 100 Euro
- Baden-Württemberg: +2,8 Prozent, mindestens 100 Euro, rückwirkend zum 1. April 2026
- Bayern: erste Erhöhung (+2,82 Prozent) erst zum 1. Oktober 2026, alle Schritte werden um sechs Monate verschoben
- Berlin: +3,8 Prozent zum 1.4.2026 (die für 2028 vorgesehene Erhöhung wird vorgezogen), Auszahlung im August
- Brandenburg: bislang nur Ankündigungen, ein Gesetzentwurf steht noch aus
- Hessen: +3,02 Prozent zum 1.7.2026 (eigener TV-H, mindestens 110 Euro)
- Mecklenburg-Vorpommern: Verabschiedung geplant vor der Landtagswahl im September, mit Abschlagszahlungen für Beamte nach Kabinettsbeschluss
- NRW: +3,36 Prozent auf die Grundgehälter zum 1.4.2026
- Rheinland-Pfalz: +3,3 Prozent zum 1.4.2026
- Sachsen: +2,8 Prozent, mindestens 100 Euro, rückwirkend zum 1. April 2026
- Sachsen-Anhalt: +2,8 Prozent zum 1.4.2026, der Landtag stimmte bereits am 21. Mai zu
- Schleswig-Holstein: +4,0 Prozent zum 1.1.2026 (dazu rückwirkend +3,2 Prozent für 2025 und +3,8 Prozent zum 1.1.2027 – das großzügigste Paket aller Länder)
In mehreren Ländern landete das erste zusätzliche Geld damit im Juli oder Anfang August auf den Konten.
Was Beamte jetzt tun können
Während der Bund festhängt und die Länder unterschiedlich schnell umsetzen, lohnt sich für Beamte der Blick auf drei Punkte:
- Bundesbeamte: Der monatliche Abschlag seit Mai läuft. Nachzahlungen kommen mit dem finalen Gesetz. Ver.di zufolge müssen keine neuen Widersprüche eingelegt werden, um Ansprüche aus den Besoldungsverfahren zu sichern
- Landesbeamte: Ein Blick auf die eigene Bundesland-Übersicht klärt, wann und wie viel wirklich kommt