Ein Konzern, zwei Realitäten
Lufthansa streikt, AUA nicht – aber wer verdient eigentlich mehr?
Während die Pilotengewerkschaft VC für heute und morgen Ausfälle von rund 80 Prozent der Kurzstreckenflüge bei Lufthansa erwartet und allein in München 710 Flüge gestrichen werden, hebt in Wien die AUA planmäßig ab. Aber warum eigentlich und was verdienen AUA-Mitarbeitende im Vergleich zu ihren deutschen Kolleg:innen?
Der Unterschied: Ein Vertrag, der hält
Die Austrian Airlines gehören zur Lufthansa Group aber die österreichischen Pilotinnen und Piloten sind in einer anderen Gewerkschaft organisiert. Und vor allem: Sie haben einen gültigen Vertrag.
2024 einigten sich AUA-Management und Gewerkschaft nach mehr als 20 Verhandlungsrunden auf einen neuen Kollektivvertrag bis Ende 2026, inklusive einer Friedenspflicht, die Streiks während der gesamten Laufzeit ausschließt. Die Gehälter steigen in drei Stufen um durchschnittlich 19,4 Prozent, wie AUA und Gewerkschaft vida gemeinsam mitteilten.

Kein Streik, aber wie sieht es beim AUA-Gehalt aus?
Laut kununu-Gehaltsdaten verdienen AUA-Pilot:innen im Schnitt 104.900 € brutto im Jahr und liegen damit 7 Prozent über dem österreichischen Branchenschnitt von 97.600 €.
Im Vergleich zur Deutschen Lufthansa AG, wo Pilot:innen laut kununu im Schnitt 108.200 € verdienen, liegen AUA-Pilot:innen rund 3 Prozent darunter.
Flugbegleiter:innen kommen laut kununu auf gerade mal 34.400 € im Schnitt also weniger als ein Drittel der Pilot:innengehälter. Gegenüber dem österreichischen Schnitt von 33.500 € ist das ein Vorsprung von gerade mal 3 Prozent.
Zum Vergleich: Bei der Deutschen Lufthansa AG verdienen Flugbegleiter:innen laut kununu im Schnitt 41.900 €, also deutlich mehr als bei der AUA.
Gleiche Schere, anderer Umgang
Die Zahlen zeigen: Die Gehaltsungleichheit zwischen Cockpit und Kabine ist bei der AUA sogar noch ausgeprägter als bei Lufthansa. Der entscheidende Unterschied liegt nicht in den Gehältern selbst sondern darin, wie das Management mit den Forderungen der Beschäftigten umgeht.