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Warteschlange von Personen zwischen Metall-Absperrgittern auf Asphalt mit gelber Kreuzschraffur-Straßenmarkierung im Außenbereich.

Mittleres Einkommen: Entspricht der Median deinem Gehalt?

Verdienst du, was du verdienst? 2024 lag das mittlere Bruttojahreseinkommen in Deutschland bei 52.159 Euro. Dieser Wert, der Median, teilt die Einkommensverteilung genau in der Mitte. Anders als der Durchschnitt wird er nicht durch extreme Gehälter verzerrt. Das mittlere Einkommen variiert stark: Hamburg führt mit 58.900 Euro, Mecklenburg-Vorpommern liegt bei 44.100 Euro. Auch die Branche spielt eine Rolle. Industriemechaniker, IT-Systemadministratoren und Bankkaufleute können das mittlere Einkommen erreichen. Ob dein Gehalt fair ist, hängt von vielen Faktoren ab. Der Gehaltscheck hilft dir, dich zu orientieren.

Verdienst du mehr oder weniger als die Mitte Deutschlands? Um das mittlere Gehalt zu definieren, eignet sich das Median-Einkommen meistens besser als das Durchschnittsgehalt. Wir schauen uns an, was der Median ist, wie hoch das mittlere Einkommen in Deutschland aktuell ist und wo du in der Einkommensverteilung stehst.

Wie hoch ist das mittlere Einkommen in Deutschland?

Im Jahr 2024 lag der mittlere Bruttoverdienst in Deutschland bei 52.159 Euro pro Jahr. Eventuelle Sonderzahlungen wurden bei diesem Betrag schon mit eingerechnet.

Diese Zahl ist der sogenannte Median: Also der Wert, der genau in der Mitte aller Einkommen liegt. Das heißt, dass 50 Prozent der Menschen weniger verdienen als das Median-Einkommen und 50 Prozent mehr.

Median vs. Durchschnitt: Der entscheidende Unterschied

Ist der Median dann nicht eigentlich dasselbe wie das Durchschnittseinkommen? Eben nicht: Der Durchschnitt rechnet alle Gehälter zusammen und teilt durch die Anzahl der Menschen. Besonders hohe oder niedrige Gehälter können das Ergebnis dabei stark verzerren. Der Median gilt deshalb als aussagekräftigerer Maßstab, wenn es um Einkommensvergleiche geht.

Nimm mal an, du sitzt mit neun anderen Personen in einem Raum. Neun von euch verdienen 40.000 Euro im Jahr und eine Person verdient 400.000 Euro. Der Durchschnitt entspräche dann stolzen 76.000 Euro Jahresgehalt. Das verfälscht eindeutig das Bild dessen, was der Großteil von euch verdient.

Der Median repräsentiert die „echte“ Mitte

Um den Median zu berechnen, kannst du dir vorstellen, dass ihr euch alle in einer Reihe aufstellt: Beginnend mit dem niedrigsten Gehalt und aufsteigend bis zum höchsten. Der Median teilt die Gruppe dann in zwei exakt gleich große Hälften und entspricht genau der Mitte: In unserem Beispiel läge der Median also bei 40.000 Euro.

Du siehst also, warum das Median-Einkommen die Situation der meisten Menschen deutlich besser beschreibt als der Durchschnitt. Übertragen auf Deutschland sieht das so aus: Der Durchschnittsverdienst lag 2024 laut Statistischem Bundesamt bei 62.235 Euro brutto im Jahr, der Median hingegen nur bei 52.159 Euro.

Die zehntausend Euro Unterschied entstehen eben, weil Spitzenverdiener den Schnitt nach oben ziehen. Wenn du wissen willst, wie ein relativ normales deutsches Gehalt aussieht, orientierst du dich am besten am Median.

Was sagt das Median-Einkommen aus?

Über das mittlere Einkommen wird definiert, wie viel die sogenannte Mittelschicht verdient. In den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wird das Median-Gehalt daher genutzt, um Armutsberechnungen anzustellen. Es hilft auch, um Vergleiche zwischen den Geschlechtern, unterschiedlichen Branchen oder Regionen zu ziehen.

Die Erhebung EU-SILC und internationale Organisationen (z.B. OECD) das mittlere Haushaltseinkommen zum Beispiel als Standardmaß, um die wirtschaftliche Lage zwischen Ländern zu vergleichen. Das erleichtert einheitliche und vergleichbare Analysen.

Viele Menschen leben zudem in Haushalten, in denen nicht alle Bewohner:innen berufstätig sind und das Einkommen aufgeteilt wird.

Gut zu wissen: Manchmal könnte dir bezüglich der Berechnung des mittleren Einkommens auch der Begriff Mittelstand unterkommen. Dieser wird zwar einerseits für alle mittelgroßen (bis 250 Mitarbeiter:innen) Unternehmen verwendet, dient gleichzeitig aber auch als Synonym für die Mittelschicht.

Median-Gehalt: Was bleibt netto vom Brutto?

Vom Brutto-Median-Einkommen von 52.159 Euro bleibt netto natürlich deutlich weniger übrig. Wie viel genau, hängt von mehreren Faktoren ab: Zum Beispiel von deiner Steuerklasse, deinem Bundesland, deiner Krankenversicherung und davon, ob du Kinder hast oder kirchensteuerpflichtig bist.

Eine ledige Person in Steuerklasse I ohne Kinder kommt bei diesem Bruttogehalt auf etwa 31.400 Euro netto pro Jahr. Das entspricht etwa 2.617 Euro monatlich. Von jedem verdienten Euro gehen also ungefähr 40 Prozent für Steuern und Sozialabgaben ab.

Verheiratete mit Kindern und günstiger Steuerklasse behalten prozentual mehr. Eine Familie mit zwei Kindern und Steuerklasse III kann bei gleichem Bruttogehalt mit etwa 36.800 Euro netto rechnen, das wären monatlich also rund 3.067 Euro.

Gehörst du zur Mittelschicht?

Wenn du wissen möchtest, ob du mit deinem Einkommen zur Mittelschicht (oder vielleicht sogar schon zur Oberschicht) zählst, haben wir dazu einen eigenen ausführlichen Artikel: Darin erfährst du alles über die Definition der Einkommensschichten und kannst dein Gehaltsniveau einordnen.

Regionale Unterschiede: Wo verdient man in Deutschland am meisten?

Das mittlere Einkommen unterscheidet sich je nach Bundesland teilweise enorm. In Hamburg lag das Median-Gehalt 2024 zum Beispiel bei 58.900 Euro brutto pro Jahr, in Mecklenburg-Vorpommern nur bei 44.100 Euro. Das sind satte 14.000 Euro Unterschied. Generell gibt es noch immer ein Ost-West-Gefälle: Während das monatliche Median-Einkommen 2024 in den alten Bundesländern 4.117 Euro betrug, lag es in den neuen Bundesländern 578 Euro darunter, nämlich bei 3.539 Euro.

Noch größer fallen die Differenzen aus, wenn du dir einzelne Städte und Landkreise anschaust. Das höchste Mediangehalt gab es 2024 im bayerischen Ingolstadt (5.855 Euro), am wenigsten verdienten Angestellte im sächsischen Erzgebirgskreis (2.965 Euro).

Allerdings unterscheiden sich auch die Lebenshaltungskosten: In München verdienst du vielleicht mehr als in Chemnitz, dafür zahlst du aber auch deutlich höhere Mieten.

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Berufe, mit denen du das Median-Einkommen erreichst

Die Branche entscheidet maßgeblich über die Gehaltshöhe. Die Bundesagentur für Arbeit weist für 2024 beim Median der Brutto-Monatsgehälter eine Spanne von 5.860 Euro in Finanz- und Versicherungsdienstleistungen bis 2.492 Euro in der Arbeitnehmerüberlassung aus. Informatik- und IKT-Berufe bezahlen im Schnitt am besten (5.907 Euro brutto), während Reinigungsberufe mit 2.536 Euro am niedrigsten eingestuft werden.

Um das mittlere Einkommen von 52.159 Euro zu verdienen, brauchst du nicht zwingend ein Studium oder eine Führungsposition. Beispielsweise verdienst du etwa dieses Gehalt als Industriemechaniker:in. Die Automobilindustrie und der Maschinenbau zahlen tendenziell am oberen Ende dieser Spanne. Ein weiteres Beispiel wären IT-Systemadministrator:innen. Ihr Gehalt liegt oft schon zu Karrierebeginn im Bereich des Median-Einkommens. Mit zunehmender Spezialisierung und Verantwortung steigt das Gehalt dann meist deutlich an. Zuletzt wäre noch der Beruf des/der Bankkaufmann/-frau im Vertrieb zu nennen. Mit einigen Jahren Erfahrung im Kundengeschäft oder in der Beratung liegen sie oft im mittleren Einkommensbereich. Neben dem Grundgehalt spielen aber auch variable Anteile eine Rolle, wie zum Beispiel durch Provisionen, aber auch Arbeitgeber und Region.

Fazit: Entspricht dein Gehalt dem deutschen Median?

Das Median-Einkommen bietet dir einen realistischen Anhaltspunkt, um deine eigene Gehaltssituation einzuschätzen. Das mittlere Gehalt in Deutschland betrug im Jahr 2024 52.159 Euro brutto pro Jahr. Branche, Region, Qualifikation, Berufserfahrung und Unternehmensgröße machen aber einen großen Unterschied.

Ein Gehalt, das unter dem Median liegt, bedeutet daher nicht automatisch eine Unterbezahlung, genauso wenig wie ein Gehalt darüber zwingend überdurchschnittlich ist. Wichtiger als der reine Vergleich sind die Fragen, wie fair du dich bezahlt fühlst und was andere in deiner Region für dieselbe Arbeit verdienen: Der kununu Gehaltscheck ist dabei dein bester Freund.

FAQ: Das Median-Einkommen in Deutschland

Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte liegt. Das heißt, 50 Prozent verdienen mehr, 50 Prozent weniger. Der Durchschnitt addiert hingegen alle Gehälter und teilt durch die Anzahl der Menschen: Da sehr hohe Gehälter den Durchschnitt nach oben ziehen, ist der Median meist aussagekräftiger für das „normale“ Einkommen.

Bei 52.159 Euro brutto jährlich bleiben in Steuerklasse I ohne Kinder etwa 31.400 Euro netto im Jahr, also rund 2.617 Euro monatlich. Mit Kindern und günstiger Steuerklasse können es bis zu 36.800 Euro netto sein. Die genaue Höhe hängt von Bundesland, Kirchensteuer und Krankenversicherung ab.

Als Single mit dem Median-Einkommen bewegst du dich am oberen Rand der Mittelschicht. Die Mittelschicht wird für Singles bei einem Nettoeinkommen zwischen 1.700 und 3.650 Euro definiert. Bei Paaren oder Familien verschiebt sich diese Grenze entsprechend, weil man sich viele Kosten teilt und Kinder weniger Geld benötigen.

Hamburg führt mit etwa 58.900 Euro brutto im Jahr, gefolgt von Hessen und Baden-Württemberg. Die östlichen Bundesländer liegen meist unter dem bundesweiten Median, wobei Berlin eine Ausnahme bildet. Mecklenburg-Vorpommern bildet mit rund 44.100 Euro das Schlusslicht.

Ja, durchaus. Viele Ausbildungsberufe in der Industrie, im Handwerk oder im technischen Bereich erreichen mit entsprechender Berufserfahrung das Median-Einkommen oder liegen sogar darüber. Entscheidend sind oft die Branche, Tarifbindung und Weiterqualifizierung.