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Zwei Personen im Büro stehen neben einem Flipchart mit Diagrammen und sprechen miteinander.

Bestbezahlte Branchen für Frauen und Männer in Österreich

Wer in Österreich gut verdienen will, blickt meist auf die IT-Branche, das Bankenwesen oder Forschung & Entwicklung. Diese Sektoren führen die Gehaltsrankings an. Doch beim Blick auf die Zahlen zeigt sich ein altbekanntes Bild: Der Gender Pay Gap bleibt bestehen.

Frauen verdienen selbst in den bestbezahlten Branchen im Schnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Besonders auffällig: Die Gehaltskluft wächst mit steigender Berufserfahrung und Verantwortung deutlich an. Während männliche Führungskräfte im Schnitt über 64.000 Euro verdienen, liegen Frauen in vergleichbaren Positionen mit etwa 53.000 Euro rund 18 Prozent darunter.

Zusätzlich belastet die unbezahlte Care-Arbeit, die überwiegend von Frauen geleistet wird, ihre Karrierechancen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Branchenwahl: Selbst in frauendominierten Berufen verdienen Männer oft mehr, während Frauen in technischen Bereichen zwar profitieren, aber dennoch selten die Gehaltsspitzen ihrer männlichen Kollegen erreichen. Der Arbeitsmarkt bleibt somit weiter in Bewegung.

Ein Blick auf die durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern zeigt deutlich: Die Unterschiede sind nach wie vor erheblich. Gleichzeitig erschweren Durchschnittswerte oft den Blick auf individuelle Situationen. Deshalb richten wir den Fokus auf Branchen, in denen Österreicher:innen besonders gut verdienen – sowohl Frauen als auch von Männern. Zusätzlich analysieren wir, wie stark der Gender Pay Gap innerhalb dieser Bereiche ausfällt.

Gutverdienende Branchen für Frauen und Männer in Österreich

Um die Gehälter nach Branchen für Frauen und Männer besser bewerten zu können, schauen wir uns zunächst die bestbezahlten Branchen in Österreich an. In diese Betrachtung fließen die Daten beider Geschlechter ein.

An der Spitze der bestbezahlten Branchen Österreichs steht die Branche IT mit einem Durchschnittsgehalt 62.583 Euro brutto. Die Gehaltszufriedenheit von 73 Prozent liegt dementsprechend hoch.

In puncto Gehaltszufriedenheit steht die Branche Versicherung mit stolzen 81 Prozent auf dem Siegertreppchen ganz oben. Das Durchschnittsgehalt kommt in dieser Branche auf 57.677 Euro brutto.

In diesen Branchen Österreichs werden Frauen gut bezahlt

Die bestbezahlte Branche für Frauen ist in Österreich die Branche IT mit einem durchschnittlichen Brutto-Jahresgehalt von 52.165 Euro. Und ja, auch hier liegt das Durchschnittsgehalt für weibliche Beschäftigte deutlich unter dem Durchschnittsgehalt der Männer.

An zweiter Stelle der bestbezahlenden Branchen für Frauen liegt die Banken mit einem Durchschnittsgehalt von 51.419 Euro, gefolgt von der Branche Forschung/Entwicklung auf dem dritten Rang mit einem durchschnittlichen Verdienst von 51.134 Euro jährlich.

Branchenbezeichnung Durchschnittsgehalt
IT 52.192 €
Banken 51.420 €
Forschung/Entwicklung 51.134 €
Energie 49.701 €
Medizin/Pharma 49.187 €
Maschinenbau 49.153 €
Beratung/Consulting 48.156 €
Industrie 47.692 €
Versicherung 47.328 €
Chemie 46.838 €

In diesen Branchen Österreichs werden Männer gut bezahlt

Aber wie lauten nun die bestbezahlenden Branchen für Männer? Arbeitnehmer in der Branche Banken dürfen sich über das höchste Durchschnittsgehalt von 63.108 Euro brutto freuen. Den zweiten Platz nimmt die Branche IT ein. Männer verdienen hier durchschnittlich 61.736 Euro – also deutlich mehr als ihre Kolleginnen in der selben Branche. Als drittes folgt die Branche Forschung/Entwicklung mit 59.238 Euro brutto jährlich.

Branchenbezeichnung Durchschnittsgehalt
Banken 63.099 €
IT 61.753 €
Forschung/Entwicklung 59.238 €
Versicherung 58.659 €
Medizin/Pharma 58.659 €
Energie 57.745 €
Beratung/Consulting 56.295 €
Maschinenbau 55.462 €
Chemie 54.561 €
Elektro/Elektronik 54.548 €

Gender Pay Gap über das Berufsleben hinweg

Berufseinsteiger:innen mit bis zu drei Jahren Erfahrung verdienen im Schnitt 43.456 Euro brutto jährlich – rund 3.000 Euro mehr als im Jahr davor. Allerdings zeigt sich schon hier ein Unterschied zwischen den Geschlechtern: Während Frauen im Schnitt auf 40.666 Euro kommen, starten Männer mit durchschnittlich 45.940 Euro ins Berufsleben. Mit zunehmender Berufserfahrung vergrößert sich diese Differenz weiter. Nach zehn Jahren verdienen Frauen im Schnitt 54.264 Euro, Männer hingegen bereits 65.340 Euro.

Grundsätzlich steigt das Gehalt mit jedem weiteren Berufsjahr. Noch schneller geht es jedoch mit wachsender Verantwortung: Wer Personalverantwortung übernimmt, kommt im Schnitt auf ein Jahresgehalt von 61.198 Euro brutto. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Unterschied: Männliche Führungskräfte verdienen durchschnittlich 64.654 Euro, während ihre Kolleginnen mit 52.979 Euro rund 18 Prozent weniger erhalten.

Care-Arbeit: Unsichtbare Mehrarbeit von Frauen

Kinderbetreuung, Haushalt, Unterstützung innerhalb der Familie oder die Pflege von Angehörigen – all diese Aufgaben zählen laut der Bundeszentrale für politische Bildung zur unbezahlten Care-Arbeit. Tätigkeiten, die in unserer Gesellschaft häufig als selbstverständlich angesehen werden und überwiegend von Frauen übernommen werden.

Branche und Bezahlung: Was sich daraus ableiten lässt

In Branchen mit hohem Männeranteil, etwa in der IT oder in naturwissenschaftlichen Berufen, werden im Durchschnitt höhere Gehälter gezahlt – davon profitieren auch Frauen. Betrachtet man jedoch vergleichbare Positionen, fällt auf: Der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern ist in männerdominierten Branchen geringer als in solchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten.

Ein besonders kritischer Punkt: Forschende der Universität Konstanz zeigen, dass Männer in frauendominierten Berufen – etwa in der Pflege – häufig mehr verdienen als ihre Kolleginnen. Eine mögliche Erklärung liegt darin, dass Männer in diesen Bereichen schneller in informelle Führungsrollen aufsteigen oder gezielt gefördert werden. Umgekehrt lässt sich dieser Effekt bei Frauen in männerdominierten Branchen nicht in gleichem Maße beobachten.

Die Wahl der Branche spielt somit eine entscheidende Rolle – sowohl beim unbereinigten als auch beim bereinigten Gender Pay Gap. Für Frauen bedeutet das oft, dass sie auf ihrem Karriereweg Kompromisse eingehen müssen – mit direkten Auswirkungen auf ihr Gehalt.