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Fünf Frauen sitzen und stehen gemeinsam an einem Laptop im Büro und besprechen Inhalte.

In diesen Branchen werden Frauen und Männer in der Schweiz am besten bezahlt

Der Gender Pay Gap in der Schweiz bleibt auch bei einem Branchenvergleich ein präsentes Thema. Zwar zeigen Durchschnittswerte ein hohes Lohnniveau, doch die Geschlechter profitieren unterschiedlich. Spitzenreiter für beide Geschlechter ist die Beratung/Consulting-Branche. Während Frauen dort durchschnittlich 96.635 CHF verdienen, kommen Männer auf 108.230 CHF.

Interessant: In männerdominierten Branchen wie IT oder Naturwissenschaften sind die Durchschnittsgehälter generell höher, was auch Frauen zugutekommt. Dennoch bleibt eine Lücke bestehen. Ein spannender Aspekt ist zudem der „Glass Escalator“-Effekt: Männer in frauendominierten Bereichen, etwa in der Pflege, verdienen oft besser als ihre Kolleginnen, da sie häufiger in Führungspositionen aufsteigen. Fazit: Die Branchenwahl ist ein zentraler Faktor für das Einkommen. Frauen müssen im Karriereverlauf oft mehr Kompromisse eingehen, was sich direkt auf den Gender Pay Gap auswirkt.

Ein Vergleich der durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern macht deutlich: Die Unterschiede sind weiterhin groß. Gleichzeitig lassen sich aus Durchschnittswerten nur bedingt Rückschlüsse auf individuelle Gehälter ziehen. Deshalb richten wir den Fokus auf jene Branchen in der Schweiz, in denen besonders gut verdient wird – von Frauen ebenso wie von Männern. Ergänzend betrachten wir, wie stark der Gender Pay Gap innerhalb dieser Branchen ausfällt.

Bestbezahlte Branchen für Frauen und Männer in der Schweiz

Um die Gehälter nach Branchen für Frauen und Männer besser bewerten zu können, schauen wir uns zunächst die bestbezahlten Branchen in der Schweiz an. In diese Betrachtung fließen die Daten beider Geschlechter ein.

An der Spitze der bestbezahlten Branchen der Schweiz steht die Branche Banken mit einem Durchschnittsgehalt 104.650 CHF brutto. Die Gehaltszufriedenheit von 61 Prozent liegt dementsprechend hoch.

In puncto Gehaltszufriedenheit liegt die Branche Beratung/Consulting mit stolzen 77 Prozent an der Spitze. Das Durchschnittsgehalt kommt in dieser Branche auf ganze 102.488 CHF brutto.

In diesen Branchen verdienen Schweizerinnen top

Auch in der neutralen Schweiz herrscht nach wie vor ein Unterschied bei den Gehältern zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmenden. Welche Branchen für Frauen besonders lukrativ sind, haben wir untersucht mit folgendem Ergebnis:

Die Top-Branche für Frauen ist in der Schweiz die Branche Beratung/Consulting und verspricht ein Durchschnittsgehalt von 96.635 CHF. Ob Männer das gleiche verdienen? Nein, aber dazu unten mehr. Den zweiten Platz belegt die Energie Branche, in der Frauen durchschnittlich 93.968 CHF verdienen. Erwähnenswert ist ebenfalls Platz drei für die Branche IT mit einem Gehalt von durchschnittlich 92.453 CHF.

Branchenbezeichnung Durchschnuttsgehalt
Beratung/Consulting 97.045 CHF
Energie 94.222 CHF
IT 92.486 CHF
Öffentliche Verwaltung 88.694 CHF
Banken 87.195 CHF
Finanz 86.481 CHF
Versicherung 83.597 CHF
Maschinenbau 82.278 CHF
Sonstige Branchen 80.570 CHF
Medizin/Pharma 79.500 CHF

In diesen Branchen verdienen Schweizer Kollegen gut

Stimmen die bestbezahlten Branchen zwischen Männern und Frauen in der Schweiz überein? Nicht ganz. Die Gewinnerbranche für Männer ist in der Schweiz ist die Branche Beratung/Consulting, da sie lukrative 108.230 CHF verspricht. Auf Platz zwei liegt die Branche IT, in der für Männer durchschnittlich 105.532 CHF winken. Auf Platz drei für die Branchen in der Schweiz gesellt sich IT mit einem Gehalt von durchschnittlich 92.453 CHF.

Branchenbezeichnung Durchschnittsgehalt
Beratung/Consulting 108.713 CHF
IT 105.616 CHF
Versicherung 100.984 CHF
Finanz 100.257 CHF
Banken 97.832 CHF
Öffentliche Verwaltung 97.163 CHF
Bildung 97.053 CHF
Energie 96.106 CHF
Medizin/Pharma 93.347 CHF
Maschinenbau 87.988 CHF

Care-Arbeit: Unsichtbare Belastung

Kinderbetreuung, Haushalt, Unterstützung von Angehörigen oder Pflege – all diese Aufgaben zählen zur sogenannten Care-Arbeit. Laut Bundeszentrale für politische Bildung handelt es sich dabei um unbezahlte Tätigkeiten, die gesellschaftlich oft als selbstverständlich gelten und überwiegend von Frauen übernommen werden.

Was Branche und Gehalt miteinander zu tun haben

In männerdominierten Bereichen wie IT oder naturwissenschaftlichen Berufen sind die Gehälter im Durchschnitt höher – wovon auch Frauen profitieren können. Betrachtet man jedoch vergleichbare Positionen, zeigt sich: Der Gehaltsunterschied ist in diesen Branchen meist geringer als in Bereichen, in denen überwiegend Frauen arbeiten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Studien der Universität Konstanz zeigen, dass Männer in frauendominierten Berufen – etwa in der Pflege – häufig besser bezahlt werden als ihre Kolleginnen. Als mögliche Erklärung gilt, dass Männer in solchen Bereichen schneller in (informelle) Führungsrollen aufsteigen oder gezielt gefördert werden. Dieser Effekt lässt sich umgekehrt bei Frauen in männerdominierten Branchen nicht in gleicher Weise beobachten.

Die Wahl der Branche ist damit ein entscheidender Faktor – sowohl für den unbereinigten als auch für den bereinigten Gender Pay Gap. Für viele Frauen bedeutet das, dass sie im Karriereverlauf häufiger Kompromisse eingehen müssen – mit direkten Auswirkungen auf ihr Einkommen.