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Fünf Frauen sitzen und stehen gemeinsam an einem Laptop im Büro und besprechen Inhalte.

In diesen Branchen werden Frauen und Männer in der Schweiz am besten bezahlt

Trotz einer starken Schweizer Wirtschaft klafft auch hierzulande eine Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern. Ein Blick auf die Branchen zeigt jedoch Unterschiede: Sowohl für Frauen als auch für Männer zählt Beratung/Consulting zu den lukrativsten Arbeitsfeldern, gefolgt von der IT-Branche. Während in der Beratung Frauen durchschnittlich 96.168 CHF verdienen, liegen Männer mit 107.828 CHF deutlich darüber.

Auffällig ist: In vielen Branchen profitieren Männer von höheren Durchschnittsgehältern als ihre Kolleginnen. Studien legen zudem nahe, dass Männer in frauendominierten Berufen, wie etwa in der Pflege, oft schneller in Führungspositionen aufsteigen und besser bezahlt werden, während Frauen in männerdominierten Bereichen diesen Effekt selten erleben. Die Branchenwahl bleibt damit ein entscheidender Faktor für das Einkommen. Wer Karriere machen will, sollte sich der oft ungleichen Ausgangslage bewusst sein, denn die Wahl des Arbeitsfeldes beeinflusst das Gehaltsniveau und den Gender Pay Gap maßgeblich.

Ein Vergleich der durchschnittlichen Einkommen von Frauen und Männern macht deutlich: Die Unterschiede sind weiterhin groß. Gleichzeitig lassen sich aus Durchschnittswerten nur bedingt Rückschlüsse auf individuelle Gehälter ziehen. Deshalb richten wir den Fokus auf jene Branchen in der Schweiz, in denen besonders gut verdient wird – von Frauen ebenso wie von Männern. Ergänzend betrachten wir, wie stark der Gender Pay Gap innerhalb dieser Branchen ausfällt.

Bestbezahlte Branchen für Frauen und Männer in der Schweiz

Um die Gehälter nach Branchen für Frauen und Männer besser bewerten zu können, schauen wir uns zunächst die bestbezahlten Branchen in der Schweiz an. In diese Betrachtung fließen die Daten beider Geschlechter ein.

An der Spitze der bestbezahlten Branchen der Schweiz steht die Branche Banken mit einem Durchschnittsgehalt 105.107 CHF brutto. Die Gehaltszufriedenheit von 60 Prozent liegt dementsprechend hoch.

In puncto Gehaltszufriedenheit liegt die Branche Beratung/Consulting mit stolzen 77 Prozent an der Spitze. Das Durchschnittsgehalt kommt in dieser Branche auf ganze 102.301 CHF brutto.

In diesen Branchen verdienen Schweizerinnen top

Auch in der neutralen Schweiz herrscht nach wie vor ein Unterschied bei den Gehältern zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmenden. Welche Branchen für Frauen besonders lukrativ sind, haben wir untersucht mit folgendem Ergebnis:

Die Top-Branche für Frauen ist in der Schweiz die Branche Beratung/Consulting und verspricht ein Durchschnittsgehalt von 96.168 CHF. Ob Männer das gleiche verdienen? Nein, aber dazu unten mehr. Den zweiten Platz belegt die IT Branche, in der Frauen durchschnittlich 90.849 CHF verdienen. Erwähnenswert ist ebenfalls Platz drei für die Branche Öffentliche Verwaltung mit einem Gehalt von durchschnittlich 89.822 CHF.

Branchenbezeichnung Durchschnuttsgehalt
Beratung/Consulting 96.168 CHF
IT 90.849 CHF
Öffentliche Verwaltung 89.822 CHF
Finanz 88.747 CHF
Banken 87.631 CHF
Versicherung 83.539 CHF
Maschinenbau 81.911 CHF
Medizin/Pharma 79.776 CHF
Bildung 79.596 CHF
Immobilien 78.656 CHF

In diesen Branchen verdienen Schweizer Kollegen gut

Stimmen die bestbezahlten Branchen zwischen Männern und Frauen in der Schweiz überein? Nicht ganz. Die Gewinnerbranche für Männer ist in der Schweiz ist die Branche Beratung/Consulting, da sie lukrative 107.828 CHF verspricht. Auf Platz zwei liegt die Branche IT, in der für Männer durchschnittlich 104.958 CHF winken. Auf Platz drei für die Branchen in der Schweiz gesellt sich Öffentliche Verwaltung mit einem Gehalt von durchschnittlich 89.822 CHF.

Branchenbezeichnung Durchschnittsgehalt
Beratung/Consulting 107.828 CHF
IT 104.958 CHF
Finanz 103.714 CHF
Versicherung 100.485 CHF
Banken 99.804 CHF
Öffentliche Verwaltung 97.699 CHF
Bildung 97.440 CHF
Energie 93.868 CHF
Medizin/Pharma 92.934 CHF
Maschinenbau 87.412 CHF

Care-Arbeit: Unsichtbare Belastung

Kinderbetreuung, Haushalt, Unterstützung von Angehörigen oder Pflege – all diese Aufgaben zählen zur sogenannten Care-Arbeit. Laut Bundeszentrale für politische Bildung handelt es sich dabei um unbezahlte Tätigkeiten, die gesellschaftlich oft als selbstverständlich gelten und überwiegend von Frauen übernommen werden.

Was Branche und Gehalt miteinander zu tun haben

In männerdominierten Bereichen wie IT oder naturwissenschaftlichen Berufen sind die Gehälter im Durchschnitt höher – wovon auch Frauen profitieren können. Betrachtet man jedoch vergleichbare Positionen, zeigt sich: Der Gehaltsunterschied ist in diesen Branchen meist geringer als in Bereichen, in denen überwiegend Frauen arbeiten.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Studien der Universität Konstanz zeigen, dass Männer in frauendominierten Berufen – etwa in der Pflege – häufig besser bezahlt werden als ihre Kolleginnen. Als mögliche Erklärung gilt, dass Männer in solchen Bereichen schneller in (informelle) Führungsrollen aufsteigen oder gezielt gefördert werden. Dieser Effekt lässt sich umgekehrt bei Frauen in männerdominierten Branchen nicht in gleicher Weise beobachten.

Die Wahl der Branche ist damit ein entscheidender Faktor – sowohl für den unbereinigten als auch für den bereinigten Gender Pay Gap. Für viele Frauen bedeutet das, dass sie im Karriereverlauf häufiger Kompromisse eingehen müssen – mit direkten Auswirkungen auf ihr Einkommen.