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Gelbe Straßenbahn fährt an einer Haltestelle in der Stadt entlang

Streikende Straßenbahnfahrer:innen verdienen im Schnitt nur 39.400 Euro

Deutschland drohen Tram-Ausfälle! Verdi ruft zum Warnstreik im Nahverkehr auf, um in Tarifverhandlungen Druck zu machen. Knackpunkt: Arbeitsbedingungen. Aber was verdienen Straßenbahnfahrer:innen eigentlich? Laut kununu-Daten liegt das Durchschnittsgehalt bei 39.400 Euro brutto jährlich, variiert aber je nach Stadt. Frankfurt zahlt rund 5.000 Euro mehr als Berlin. Interessant: Pilot:innen verdienen im Schnitt satte 51.100 Euro mehr! Verdi fordert Entlastung, kürzere Arbeitszeiten und bessere Schichtregelungen. Arbeitgeber klagen über finanzielle Engpässe und Personalmangel. Pendler:innen aufgepasst: Am Streiktag besser mehr Zeit einplanen oder aufs Homeoffice setzen.

Am Donnerstag, dem 19. März 2026, könnten in mehreren Bundesländern Deutschlands Straßenbahnen stehen bleiben. Die Gewerkschaft Verdi hat erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Die Beschäftigten wollen damit mehr Druck in den laufenden Tarifverhandlungen aufbauen. Ein zentrales Thema: bessere Arbeitsbedingungen. Doch wie sieht eigentlich das Gehalt von Straßenbahnfahrer:innen aus?

Gehalt von Straßenbahnfahrer:innen: Das zeigen die Zahlen

Die aktuelle Streikrunde dreht sich zwar nicht ausschließlich um das Gehalt, dennoch spielt die Bezahlung im Beruf immer wieder eine Rolle in der öffentlichen Diskussion.

Nach Daten von kununu verdienen Straßenbahnfahrer:innen durchschnittlich 39.400 Euro brutto im Jahr. Das entspricht bei zwölf Monatsgehältern etwa 3.283 Euro brutto im Monat. Die Gehälter können jedoch deutlich variieren: Die Spanne reicht ungefähr von 31.400 Euro bis 52.500 Euro jährlich.

Auch beim Geschlecht zeigen sich Unterschiede:

  • Männer verdienen im Schnitt etwa 36.600 Euro brutto pro Jahr
  • Frauen kommen durchschnittlich auf rund 33.400 Euro

In Frankfurt gibt es 5.000 Euro mehr als in Berlin

Wie hoch das Gehalt ausfällt, hängt häufig vom jeweiligen Verkehrsunternehmen und dem geltenden Tarifvertrag ab. Dadurch unterscheiden sich die Einkommen teilweise deutlich zwischen einzelnen Städten.

Angepasst an die Lebenshaltungskosten der Stadt, verdient man in Frankfurt am Main gut 5.000 Euro mehr Gehalt als in Berlin:

  • Frankfurt am Main: 42.000 €
  • Berlin: 36.900 €

Das findest du wenig? Dann schau mal, was die Kolleg:innen als Busfahrer:in verdienen.

Mulmiges Gefühl: Am Boden gibt es 351 Prozent weniger Gehalt als in der Luft

Interessant ist, dass Straßenbahnfahrer:innen also nur 39.400 Euro verdienen. Damit liegen sie weit hinter einem der bestbezahltesten Berufe und altbekannten Kolleg:innen aus der Luft: Pilot:innen.

  • Diese verdienen im Jahr durchschnittlich 90.500 Euro.
  • Es sind allerdings bis zu 177.700 Euro möglich.
  • Das bedeutet, dass Pilot:innen jährlich im Schnitt 51.100 Euro mehr verdienen als Straßenbahnfahrer:innen.

Das sind 351 Prozent mehr Gehalt! Aber natürlich gehört zum Beruf der:s Pilot:in auch einiges mehr an Skillset.

Warnstreiks sollen Bewegung in die Tarifverhandlungen bringen

Aktuell verhandelt die Gewerkschaft Verdi mit den Arbeitgeberverbänden des öffentlichen Nahverkehrs über neue Tarifverträge. Für viele Beschäftigte ist es bereits der dritte Warnstreik innerhalb dieser Tarifrunde.

Von den Arbeitsniederlegungen könnten unter anderem folgende Bundesländer betroffen sein:

  • Bayern
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Nordrhein-Westfalen
  • Saarland
  • eventuell auch Hessen

Die Gewerkschaft fordert vor allem Entlastung für die Beschäftigten. Konkret geht es um kürzere Wochenarbeitszeiten, bessere Regelungen für Schichtarbeit und höhere Zuschläge für besonders belastende Arbeitszeiten.

Die Arbeitgeberseite argumentiert hingegen, dass viele Verkehrsunternehmen und Kommunen finanziel stark unter Druck stenen. Gleichzeitig kämpfen zahlreiche Betriebe mit zunehmendem Personalmangel – auch bei Straßenbahnfahrer:innen.

Was Fahrgäste jetzt wissen sollten

Für Pendler:innen können Streiks im Nahverkehr zwar den Alltag erschweren, sie sind jedoch ein legitimes Mittel im Tarifkonflikt. Wer am Streiktag unterwegs ist, sollte deshalb mehr Zeit einplanen, alternative Verbindungen prüfen oder – wenn möglich – im Homeoffice arbeiten.