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Streit um die Rente mit 63

Rente mit 63: Neuer Unions-Plan trifft vor allem Mütter

Letztes Update:  Heute, 11:19
2 min
Eine erschöpfte Mutter liegt mit ihrem lebhaften Kind auf dem Sofa

Mehr als 117.000 Frauen sind 2025 in Deutschland über die Rente nach 45 Beitragsjahren in den Ruhestand gegangen. Bei vielen zählen dabei auch Jahre der Kindererziehung und Pflege mit. Genau dort setzt ein neuer Kompromissvorschlag der Union an.

Die Rente bleibt, Erziehungsjahre zählen weniger

Wie die „Bild“ unter Berufung auf Koalitionskreise berichtete, diskutiert die CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein neues Modell. Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren bleibt offiziell erhalten. Erziehungs- und Pflegezeiten sollen aber weniger stark oder gar nicht mehr zählen. Ein Unions-Abgeordneter nannte das ein „ernsthaftes Entgegenkommen zur SPD“.

Die Alterssicherungskommission hatte im Juni empfohlen, die Rente nach 45 Jahren ganz abzuschaffen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unterstützt das, SPD und Gewerkschaften stemmen sich dagegen. Bundesarbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) setzt auf einen Kompromiss.

Wer 2025 nach 45 Beitragsjahren erstmals Rente bezog, erhielt nach Abzug der Kranken- und Pflegebeiträge im Schnitt 1.846 Euro (Männer) beziehungsweise 1.469 Euro (Frauen).

Diese Jahre stehen auf dem Spiel

Welche Zeiten heute zu den 45 Jahren zählen, listet die Deutsche Rentenversicherung auf:

  • Pflichtbeiträge aus Beschäftigung oder Selbstständigkeit
  • Kindererziehung bis zum zehnten Geburtstag des Kindes
  • nicht erwerbsmäßige Pflege von Angehörigen
  • Krankengeld und Kurzarbeitergeld
  • Arbeitslosengeld, außer in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn

Selbst eine Befürworterin der Abschaffung winkt ab

Kritik kommt ausgerechnet aus der Kommission selbst. Mitglied Silke Übelmesser, Volkswirtin an der Universität Jena, hält das Aus für die Rente nach 45 Jahren weiter für richtig. Den Unions-Plan lehnt sie trotzdem ab: Betroffen wären vor allem Menschen, „die Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben – und damit überwiegend Frauen“, sagte sie dem „Münchner Merkur“.

Auch die SPD blockt. „Die Rente nach 45 Versicherungsjahren ist Ausdruck von Respekt vor Lebensleistung“, sagte Dagmar Schmidt, Vize-Chefin der SPD-Bundestagsfraktion.

Noch kein Gesetz, aber eine klare Frage

Einen Gesetzentwurf gibt es bislang nicht. Doch der Streit hat sich verschoben: Es geht nicht mehr nur darum, ob die Frührente bleibt, sondern welche Jahre als Lebensleistung zählen. Für Mütter und pflegende Angehörige kann die Antwort über Jahre entscheiden.