Kündigung durch Arbeitgeber

„Pack deine Sachen und geh!“ – Kündigung durch den Arbeitgeber

Es ist immer ein großer Schock: Die Kündigung durch den Arbeitgeber. Wir sagen dir, worauf du jetzt achten musst und wie du selbst daraus noch etwas Positives ziehen kannst.

Gehen müssen

Dein Chef hat dich zum Gespräch gebeten und dir gekündigt. Ob die Kündigung aus heiterem Himmel kam oder ob du schon seit Monaten damit gerechnet hast, ist jetzt erstmal egal. Wichtig ist, wie die Kündigung durch deinen Arbeitgeber genau aussieht. Da gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten – die fristlose Kündigung, die einvernehmliche Kündigung und die fristgerechte Kündigung.

Du musst gehen. Noch heute. Die fristlose Kündigung ist von allen wohl die schmerzhafteste. Allerdings kann sie nicht ohne triftige Gründe ausgesprochen werden. Du bist dir keiner Schuld bewusst und hältst die sofortige Auflösung des Arbeitsverhältnisses für rein willkürlich? Falls dein Arbeitgeber dir ohne der Angabe von Gründen fristlos kündigt, so kannst du natürlich gerichtlich dagegen vorgehen. Das solltest du in Deutschland spätestens drei Wochen (in Österreich: zwei Wochen) nach der Kündigung tun, sonst ist diese wirksam und deine rechtliche Handhabe ist deutlich erschwert. Unterschreiben musst du bei der fristlosen Kündigung – wie auch bei den anderen Arten – übrigens nichts. Lass dich von deinem Chef dazu nicht drängen. Abhängig von deinem Kollektivvertrag wirst du bei einer berechtigten Kündigung die Sonderzahlungen verlieren und bereits ausgezahlte sogar teilweise zurückzahlen müssen. Außerdem wirst du zunächst bei der Agentur für Arbeit (Deutschland), dem AMS (Österreich) und dem RAV (Schweiz) ein bis zwei Monate für den Bezug von Arbeitslosengeld gesperrt.

Im Normalfall wirst du aber eine fristgerechte Kündigung erhalten. Dir bleibt also noch etwas Zeit, in der du weiterhin bezahlt wirst und zur Arbeit erscheinen musst. In Deutschland und der Schweiz kommt dein Chef auch hier nicht einfach ohne die Angabe von Gründen davon – in Österreich muss eine Begründung erst bei einer sozialwidrigen Kündigung erfolgen. Damit schützt dich der Gesetzgeber und verhindert, dass du zum Beispiel wegen eines kurzen Wut-Intermezzos des Bosses einfach rausgeworfen wirst. Die einzuhaltenden Kündigungsfristen stehen in deinem Arbeitsvertrag und betragen meistens zwischen einem und drei Monaten. Wichtig ist, dass du dich so schnell wie möglich arbeitslos meldest. Informiere dich über die Fristen deiner zuständigen Behörde.

Zu guter Letzt: Die einvernehmliche Kündigung. Man munkelt, dass so mancher Chef diese Möglichkeit wählt, um dir weniger Geld auszubezahlen als er eigentlich müsste. Du musst deshalb nicht einvernehmlich gehen. Es wäre auch nicht unbedingt empfehlenswert, wenn du nicht bereits ein neues Unternehmen gefunden hast. Deshalb brauchst du einem solchen Vorschlag von Arbeitgeberseite nicht zustimmen und kannst Änderungen am Auflösungsvertrag einbringen.

Frauen aufgepasst! Wenn ihr schwanger seid, darf euch euer Arbeitgeber nicht kündigen. Mehr dazu gibt es hier.

Nach vorne schauen

Auch wenn die Kündigung verdammt wehtut – halte dich mit Vorwürfen zurück. Na klar, manche Chefs sind wirklich fies und deine Gefühle sind ihnen egal. Viele haben aber selbst große Angst vor einem Kündigungsgespräch und wollen dir eigentlich gar nichts Böses. Anschreien bringt da für beide Seiten nichts. Was du aber machen solltest: Frag nach den Gründen. Hast du etwas falsch gemacht oder muss deine Firma Stellen abbauen und du bist erst sehr kurz dabei? In den letzten Monaten war deine Arbeitsmoral absolut im Keller und du hast sogar schon auf Social Media gegen dein Unternehmen gebasht? Das sollte dir zu denken geben. Du kannst (und solltest) die Zeit jetzt zur Selbstreflexion nutzen. Wo hättest du mehr von deinem Talent zeigen können? Welches Verhalten war nicht okay? Das Feedback deines Chefs kann dir hier wirklich helfen.

Versuche, die Kündigung als Chance zu sehen. Es ist nicht alles plötzlich vorbei. Ganz im Gegenteil: Das Leben hat noch so viel mit dir vor. Während der Kündigungsfrist kannst du nochmal viel Zeit mit deinen liebgewonnenen Kollegen verbringen und eure Beziehung festigen. Wie wäre es außerdem mit viel Zeit für Hobbies, Familie und Co.? Kreative Gedanken rund um neue Projekte sind jetzt absolut erlaubt. Genug geträumt, du willst wieder einen Job? Lass dir auf jeden Fall ein Dienstzeugnis ausstellen. Das kannst du bei deinen Bewerbungsunterlagen beilegen und erhöhst damit deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch.