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Leichte Berufe mit hohem Gehalt: Gibt es Jobs ohne Stress?

Übervoller Terminkalender, eine Geschäftsreise jagt die nächste, Überstunden ohne Ende, ständige Erreichbarkeit und trotzdem keine Chance, die To-do-Liste abzuarbeiten? Die Arbeitswelt wird immer schnelllebiger und fordernder. Für manche Menschen ist ein stressiger Arbeitsalltag extrem motivierend – nicht immer sind fordernde Berufe allerdings entsprechend gut bezahlt. Immer mehr Arbeitnehmende suchen daher explizit einen möglichst stressfreien Beruf. Doch gibt es diese vergleichsweise „leichten“ Berufe mit guter Bezahlung?

Was macht einen Beruf „leicht“? Wir stellen dir mit einem realistischen Blick Berufe vor, die als vergleichsweise stressarm gelten, gleichzeitig gute Verdienstmöglichkeiten und eine strukturierte Tätigkeit mit meist flexiblen Arbeitsbedingungen bieten.

Was sind leichte Berufe?

Der Begriff „leicht“ lässt sich im beruflichen Kontext nicht so einfach definieren. Viele Menschen verbinden mit einem „leichten Beruf“ eine Tätigkeit, bei der Arbeitnehmende vergleichsweise wenig Zeitdruck, planbare Aufgaben und eine angenehme Work-Life-Balance haben. Dennoch bringen auch diese Berufe Herausforderungen mit sich. Zudem spielt das persönliche Interesse eine zentrale Rolle dabei, ob Personen einen Beruf als „leicht“ oder stressfrei empfinden. Und auch in „leichten“ Berufen kannst du durch Engagement und Motivation ein hohes Einkommen erzielen.

Wir verstehen „leichte“ Berufe also keinesfalls als Abwertung. Daher halten wir es für sinnvoller, von Berufen mit geringerer körperlicher Belastung, strukturierten Abläufen oder mental geringerem Stress zu sprechen. Wir zeigen dir zehn Berufe, die oft als stressarm gelten – und werfen einen ehrlichen Blick auf ihre Vor- und Nachteile.

Das sind leichte Berufe mit hohem Gehalt

Wer nach leichten Berufe mit hohem Gehalt sucht, dem begegnen wiederholt einige Berufe, die allgemein eher als „leicht“ angesehen werden. Doch sind es wirklich leichte Berufe mit hohem Gehalt?

1. Landschaftsgärtner:in

Als Landschaftsgärtner:in verbringst du einen großen Teil deiner Arbeitszeit an der frischen Luft, um dich herum viel Grün und wenig Menschen. Du gestaltest private Gärten, öffentliche Grünanlagen oder Parks. Die unterschiedlichen Jahreszeiten sorgen dafür, dass der Job nie langweilig wird, da dich je nach Jahreszeit andere Herausforderungen erwarten. Die Vorstellung, inmitten von Natur und Grün zu arbeiten, klingt idyllisch. Doch wie sieht die Realität dieses Berufes aus?

  • Physische Anforderungen: Landschaftsgärtner:innen verrichten oft körperlich anstrengende Arbeit, unabhängig von Wetterbedingungen.
  • Kreativität und Fachwissen: Sie müssen nicht nur körperlich fit sein, sondern auch über umfangreiches Wissen in Pflanzenkunde, Gestaltung und Ökologie verfügen. Gefragt ist dein Fachwissen, um Erholungsoasen zu schaffen. Dabei kannst du jedoch deiner Kreativität meist freien Lauf lassen.
  • Projektmanagement und Kundenkommunikation: Landschaftsgärtner:innen planen und überwachen Projekte. Das bringt oft enge Fristen und direkten Kundenkontakt mit sich.
  • Draußen sein, statt am Schreibtisch: Für Naturverbundene ist der Beruf ideal, da er sich von klassischen Bürojobs unterscheidet.

Dein Gehalt als Landschaftsgärtner:in:

Dich erwartet ein durchschnittliches Jahresgehalt von 31.100 Euro brutto, im besten Fall sind bis zu 44.400 Euro im Jahr drin.

2. Museumswärter:in

Museumswärter:innen überwachen in den deutschlandweit über 7.000 Museen Ausstellungen, sorgen für einen geordneten Museumsbetrieb und geben Informationen an Besucher:innen weiter. Das erwartet dich in diesem Beruf:

  • Ruhige Arbeitsumgebung: Museen haben in der Regel klare Strukturen, geregelte Arbeitszeiten, kaum Überstunden und wenige unvorhersehbare Aufgaben. Eventuell musst du auch mal sonntags ran – aber dafür ist der Montag garantiert immer frei. Weltweit haben nämlich alle Museen montags Ruhetag, als Ausgleich dafür, dass sie am Sonntag geöffnet sind.
  • Ausbildung: Für den Beruf des:der Museumswärter:in ist keine explizite Ausbildung nötig.
  • Hohes Maß an Aufmerksamkeit: Museumswärter:innen müssen die meist sehr wertvollen, wenn nicht gar unbezahlbaren Ausstellungsstücke schützen und Besucher:innen beobachten.

Gehalt:

Das durchschnittliche Jahresgehalt für Museumsärter:innen liegt bei 29.300 Euro brutto, aber auch in diesem Job gibt es Karrierewege. Im besten Fall kannst du bis zu 46.500 Euro verdienen.

3. Verwaltungsfachangestellte:r

In der öffentlichen Verwaltung oder in Unternehmen sorgen Verwaltungsfachangestellte für die Bearbeitung von Anträgen, Dokumenten und organisatorischen Abläufen. Neben einem oft tariflich geregelten Einkommen erwarten dich geregelte Arbeitszeiten mit einem oftmals vorhersehbaren Aufgabenbereich. Als Angestellte:r im öffentlichen Dienst kannst du dich nicht nur auf ein hohes Maß an Kündigungsschutz, sondern auch auf attraktive Zusatzversorgungen im Alter freuen. Wie stressfrei ist der Beruf wirklich?

  • Wenig Abwechslung: Als Verwaltungsfachangestellte:r erwarten dich klare Strukturen und Aufgaben. Unter Umständen bleibt dabei jedoch die Abwechslung auf der Strecke. Dafür erwarten dich in diesem Beruf vergleichsweise wenig stressige Phasen. 
  • Geringer Kund:innenkontakt: In vielen Verwaltungsjobs gibt es wenig direkte Interaktion mit Kund:innen.
  • Ausbildung: Die Ausbildung zum:zur Verwaltungsfachangestellten dauert drei Jahre und verläuft dual, abwechselnd im Betrieb und in der Berufsfachschule. Es gibt fünf unterschiedliche Fachrichtungen: Bundesverwaltung, Handwerksorganisation, Kirchenverwaltung, Kommunalverwaltung und Landesverwaltung.

Gehalt:

Durchschnittlich sind 40.200 Euro brutto im Jahr für eine Vollzeitstelle drin, Bestverdiener:innen kommen auf ein Jahresgehalt von 59.500 Euro. Die Ausbildung zum:zur Verwaltungsfachangestellten zählt zu den bestbezahlten Ausbildungen.

4. Geograf:in

Geograf:innen analysieren Umweltstrukturen, erstellen Karten oder arbeiten an Stadtplanung und Naturschutz. Sie beschäftigen sich mit der Struktur der Erdoberfläche, ihren dynamischen Veränderungen und dem Zusammenhang zwischen Mensch und Umwelt. Geograf:innen kommen im Bereich der Raumplanung, der Landschaftsökologie und der Forst- und Agrarwirtschaft oder im Natur- und Umweltschutz zum Einsatz. Auch die wissenschaftliche Forschung bietet Geograf:innen eine Möglichkeit, in einem relativ stressfreien Umfeld zu arbeiten.

  • Ausbildung: Um Geograf:in zu werden, ist ein Studium nötig. Das Bachelorstudium für Geografie hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern. Im Studium setzt du dich zunächst mit der Beschaffenheit der Erdoberfläche auseinander, später folgen Spezialthemen wie Stadt- und Wirtschaftsgeografie, Landschaftsplanung und Regional- und Stadtplanung.
  • Vielfältige Einsatzgebiete: Von Forschung bis Raumplanung gibt es zahlreiche Möglichkeiten.
  • Geringer Stress: Selten bist du mit engen Fristen oder Leistungsdruck konfrontiert. Auch herrscht kein Druck, etwa den nächsten Verkaufsabschluss zu landen.
  • Draußen und drinnen: Ähnlich wie als Landschaftsgärtner:in wirst du viel Zeit an der frischen Luft verbringen. Es gibt jedoch auch ein breites Aufgabengebiet, das im Büro stattfindet.

Gehalt:

Das Einstiegsgehalt als Geograf:in beträgt 32.300 Euro brutto im Jahr. Im Durchschnitt verdienen Geograf:innen ein Jahresgehalt von 46.900 Euro. Als Bestverdiener:in sind bis zu 70.400 Euro möglich. 

Tipp: Welche Berufe sind auch in Zukunft gefragt? Und was sind Jobs mit echtem Mehrwert? Jetzt entdecken.

5. Förster:in

Dir liegt die Natur am Herzen und du bist gern draußen? Dann ist der Beruf des:der Förster:in ideal für dich. Als Förster:in bist du sprichwörtlich Hüter:in des Waldes. Du sorgst dafür, dass der Wald und die Wanderwege gut gepflegt sind, dass es Artenreichtum gibt und der Naturschutz eingehalten wird. Du entscheidest, welche Bäume gefällt werden dürfen und erkennst, wenn Bäume krank sind. Neben dem Austausch mit z. B. dem Forstamt bist du in deiner Arbeit meist auf dich gestellt und nicht mit Vorgesetzten oder anstrengenden Kolleg:innen konfrontiert. Gelegentlich führst du Exkursionen von Schüler:innen, Studierenden oder anderen Interessierten durch „deinen“ Wald.

Wie stressfrei ist der Beruf wirklich?

  • Körperlich anstrengend: Der Beruf des:der Förster:in kann durchaus körperlich anstrengend und die Arbeit im Freien herausfordernd sein.
  • Viel Zeit in der Natur: Ideal für Menschen, die nicht im Büro arbeiten möchten. Dadurch ein geringes Stresspotenzial.
  • Viel Eigenverantwortung: Förster:innen arbeiten oft eigenständig und ohne Vorgesetzte im Nacken.
  • Ausbildung: Um als Förster:in arbeiten zu können, ist ein Studium der Forstwirtschaft nötig. Das Bachelorstudium dauert sechs Semester, in denen du dir hauptsächlich theoretisches Wissen aneignest. Im Anschluss durchläufst du noch eine einjährige Anwartschaft oder ein Traineeprogramm, bevor du als Förster:in arbeiten kannst.

Gehalt:

Durchschnittlich verdienen Förster:innen ein Bruttogehalt von 36.900 Euro im Jahr. Mit Berufserfahrung in einem besonders gut bezahlten Job ist ein Jahresgehalt von 57.100 Euro möglich. 

6. Hörgeräteakustiker:in

Als Hörgeräteakustiker:in hilfst du Menschen, deren Hörkraft vermindert ist. Oft sind das ältere Personen, da Hörverlust eine Alterserscheinung ist, aber auch junge Personen und Kinder sind betroffen. Du berätst und betreust deine Kund:innen und sorgst dafür, dass sie eine passende Hörhilfe bekommen. Ein Hörverlust kann im Alltag extrem einschränken und eine große Last darstellen. Mit deinem Fachwissen stellst du für betroffene Menschen eine echte Hilfe dar und erfährst dafür Dankbarkeit. Die Hörakustik ist ein Beruf mit Zukunft – es gibt immer mehr alte Menschen, weshalb die Zahl der Personen, die eine Hörhilfe benötigen, steigt. Außerdem wird die Technik immer ausgefeilter und interessanter. Das erwartet dich in diesem Beruf:

  • Ausbildung: Um eine Ausbildung als Hörgeräteakustiker:in zu machen, ist mindestens ein Realschulabschluss nötig. Während der dreijährigen dualen Ausbildung eignest du dir Wissen zu Hörsystemen und Gehörschutz an, aber auch Physik, Biologie und Mathematik stehen auf dem Stundenplan. In der praktischen Phase lernst du den Umgang mit den zu beratenden Kund:innen.
  • Dankbare Kund:innen: Die Arbeit bietet sinnvolle Interaktionen mit Menschen und du schaffst einen echten Mehrwert.
  • Geregelte Arbeitszeiten: Viele Hörgeräteakustiker:innen haben feste Arbeitszeiten und wenig Stress durch unvorhergesehene Aufgaben.
  • Technische Expertise gefragt: Du interessierst dich für Medizintechnik? Dann findest du in diesem Beruf ein spannendes Aufgabenfeld.

Gehalt:

Für ausgebildete Hörgeräteakustiker:in liegt das durchschnittliche Jahresgehalt bei 36.400 Euro. Bestverdiener:innen können auf ein Bruttogehalt von 55.700 Euro im Jahr kommen. 

7. Hochschullehrer:in/Dozent:in

Wenn du ein wissenschaftliches Interesse hast, aber einen stressigen Job in der freien Wirtschaft scheuest, bietet sich ein Job als Hochschullehrer:in beziehungsweise Dozent:in an. Du hast die Möglichkeit, dich auf deine Forschung zu konzentrieren und unterrichtest Student:innen in deinem Fachbereich. Der Umfang an Unterrichtsstunden ist überschaubar, zuzüglich Vor- und Nachbereitungen sowie Prüfungen. Während der vorlesungsfreien Zeit kannst du dich wieder verstärkt deiner eigenen Forschung widmen. Das erwartet dich in diesem Beruf:

  • Hoher akademischer Anspruch: Eine Promotion oder Habilitation ist oft notwendig. In der Regel müssen Dozent:innen mindestens einen abgeschlossenen Hochschulabschluss des entsprechenden Wissenschaftsgebietes vorweisen. Hinzu kommt die pädagogische Eignung, welche durch eine Lehrprobe nachgewiesen wird. Viele Universitäten legen außerdem Wert auf vorhergehende Berufserfahrung.
  • Fokus auf Lehre und Forschung: Weniger Leistungsdruck als in der Wirtschaft.
  • Flexiblere Arbeitszeiten: Vor allem in Forschung und Lehre gibt es Freiräume.

Gehalt:

Das durchschnittliche Jahresgehalt für Dozent:innen liegt bei 42.600 Euro brutto und lässt sich bis auf 65.000 Euro steigern. 

8. Apotheker:in

Apotheker:innen sind viel mehr als Verkäufer:innen von Medikamenten. Sie müssen über einen riesigen Wissensschatz in Pharmakologie, Physiologie, Biochemie und Medizin verfügen. Das Studium der Pharmazie, das Voraussetzung ist, um als Apotheker:in zu arbeiten, ist entsprechend anspruchsvoll – aber auf das schwere Studium folgt ein vergleichsweise stressfreier Job mit geregelten Arbeitszeiten und hohem Gehalt. Zudem gilt der Beruf des:der Apotheker:in als krisenfest.

  • Kontakt zu Menschen: In deinem Beruf hilfst du Menschen mit ihren Problemen weiter.
  • Ausbildung: Das Studium der Pharmazie dauert mindestens acht Semester. Es setzt sich aus Grund- und Hauptstudium zusammen und wird mit dem zweiten Staatsexamen beendet. Zum Studium zählen Themen aus Chemie, Mathematik, Physik und Biologie. Du lernst die pharmazeutische und medizinische Terminologie und setzt dich mit unterschiedlichen Formen von Arzneimitteln auseinander.

Gehalt:

Das Einstiegsgehalt als Apotheker:in liegt bei 47.200 Euro brutto im Jahr. Im Durchschnitt verdienen Apotheker:innen 59.600 Euro, Topverdiener:innen bis zu 85.000 Euro. 

9. Personal Trainer:in

Zugegeben, dieser Beruf ist vielleicht nicht der richtige für Couch-Potatoes. Für Sportfreaks, die sich am liebsten den ganzen Tag bewegen, ist Personal Trainer:in ein leichter und befriedigender Beruf mit hohem Gehalt. Als Personal Trainer:in arbeitest du sehr eng mit deinen Kund:innen zusammen. Deine Aufgabe ist es, deine Klient:innen fit zu machen oder fit zu halten: Du erstellst passende Trainings- und Ernährungspläne, motivierst und leitest deine Kund:innen an. Dein Arbeitsalltag dreht sich um den Sport und ist dabei immer abwechslungsreich, weil du mit vielen unterschiedlichen Personen zusammenarbeitest. Ein Job als Personal Trainer:in ist die beste Voraussetzung, auch selbst körperlich fit zu bleiben – schließlich hast du auch eine Vorbildfunktion. 

  • Nah am Menschen: Neben dem engen Kontakt mit Menschen bist du im Leben deiner Kund:innen ein wichtiger Faktor für eine gesündere Zukunft.
  • Ausbildung: Personal Trainer:in ist kein geschützter Beruf, sondern eine berufliche Weiterbildung. Sportakademien und Institute bieten diese sehr praxisorientierte Aufbauqualifikation an. Da der Beruf nicht staatlich geregelt ist, unterscheiden sich die Angebote sehr stark, was Dauer, Inhalte und auch Qualität angeht. Du solltest dich vorher also genau informieren. 

Gehalt: 

Die Gehälter als Fitnesstrainer:in variieren stark, Einsteiger:innen können durchschnittlich mit 22.400 Euro brutto im Jahr rechnen. Je nach Erfahrung und Job ist ein Jahresgehalt von bis zu 51.200 Euro möglich.