In 4 Schritten zum erfolgreichen Telefoninterview

Die Hemmschwelle ist für viele groß, wenn es um das Telefonieren mit Menschen geht, die man nicht kennt. Dennoch gehören Telefoninterviews zu fast jedem Bewerbungsprozess. 87 Prozent der deutschen Unternehmen setzen auf Telefoninterviews, um Bewerber und Bewerberinnen kennenzulernen und neue Talente zu gewinnen.[1] Daher ist es von großer Bedeutung sich entsprechend vorzubereiten, um im telefonischen Gespräch zu punkten. Warum Arbeitgeber auf das Telefoninterview zurückgreifen und wie sich Bewerber am besten darauf vorbereiten, erfährst du hier.

Telefoninterview-Guide: So klappt es

Wenn man ein paar einfache Tipps und Tricks beachtet, ist ein gut gelungenes Telefoninterview keine große Kunst. Der Telefoninterview-Guide im folgenden Abschnitt zeigt, worauf es ankommt.

1. Die Vorbereitung

Für die Vorbereitung auf das Telefoninterview sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, denn eine gute Vorbereitung ist wie so oft der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du deinem Gegenüber das Gefühl gibst, viel zu wissen und engagiert kommunizierst, erhöht das deine Chancen, einen guten Eindruck zu machen.

  • Informationen über das Unternehmen sammeln: Informiere dich umfassend über Unternehmensgegenstand und Kundenstruktur. Es ist wichtig, dass du beispielsweise darüber Bescheid weißt, welche Produkte die Firma herstellt oder welche Dienstleistungen angeboten werden und ob die Kunden Privatleute oder andere Unternehmen sind.
  • Ansprechperson herausfinden: Viele Unternehmen geben in der Einladungsmail zum Telefoninterview den Gesprächspartner bekannt. Ist dem nicht so, ist es in jedem Fall sinnvoll, sich darüber schlau zu machen, wer die Person ist, die man über das Telefon überzeugen möchte. So gewinnt man Sicherheit und weiß ungefähr, auf wen man sich einstellen sollte.
  • Stellenbeschreibung genau lesen: Stelle Überschneidungen zwischen deinem Profil und der ausgeschriebenen Stelle hervor. Es ist wichtig zu wissen, welche Anforderungen gestellt werden und welche Fähigkeiten gefragt sind. Nicht selten kommt es vor, dass der Gesprächspartner fragt, welche Tätigkeit dich am meisten angesprochen hat oder in welchem Bereich du schon besonders viel Erfahrung mitbringst.
  • Werdegang zusammenfassen: Personalverantwortliche hören gerne eine Zusammenfassung deines bisherigen Lebenslaufs. Bereite dich darauf besonders gut vor. Beantworte dafür folgende Frage für dich selbst: Was waren die Highlights bis jetzt, die aufgrund der ausgeschriebenen Position besonders relevant sein könnten?
  • Stärken und Schwächen überlegen: Der Klassiker. Es wird immer gerne die Frage gestellt, welche guten Eigenschaften ein Kandidat besitzt und wo möglicherweise noch Aufholbedarf besteht. Hierbei ist es auf jeden Fall gut, wenn man nicht erst grübeln muss, was einen auszeichnet und von anderen Bewerbern abhebt.
  • Bereite Fragen an dein Gegenüber vor: Wer Interesse zeigt, macht immer einen guten Eindruck. Es ist ratsam, sich schon vor dem Gespräch zwei bis drei Fragen zu überlegen, die gestellt werden könnten, um zu zeigen, dass man den Bewerbungsprozess für wichtig empfindet und großes Interesse daran hat, mehr über das Unternehmen und die freie Position zu erfahren.

“Das Telefoninterview ist nicht gut gelaufen, weil ich schlecht vorbereitet war.– Bewerbungsbewertung bei Personio GmbH

2. Die Begrüßung

Deine Begrüßung sollte jedenfalls professionell sein und auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass du beispielsweise wenig Respekt vor deinem Gegenüber hast oder vielleicht sogar gar keine Lust hast, das Interview zu führen. In diesem Fall gilt: Freundlich den Nachnamen nennen und dem Interviewer das Gefühl geben, für dieses Gespräch bereit zu sein.

3. Der Hauptteil

Hat man nun die Begrüßung gemeistert, ist es wichtig, sich im nächsten Schritt vom Interviewer führen zu lassen. Man sollte offen und freundlich, aber auch nicht zu kommunikativ sein. Werden Bewerbungsfragen gestellt sollte man diese nach bestem Wissen beantworten. Weiß man die Antwort auf eine Frage nicht, ist es auch in Ordnung dies ehrlich zuzugeben. Authentizität ist beim Telefoninterview genauso wichtig wie bei Bewerbungsgesprächen vor Ort. Am Ende des Hauptteiles ist meistens noch Zeit, selbst Fragen zu stellen. Hier hast du einmal mehr die Chance mit deiner Persönlichkeit und deinem Interesse zu punkten.

 4. Die Verabschiedung

Hat man nun den Großteil des Interviews hinter sich, folgt der nächste wichtige Punkt: Die Verabschiedung. Hierbei ist es ratsam, sich für die Zeit des Gegenübers zu bedanken und nochmal einen guten Eindruck zu hinterlassen, indem man beispielsweise einen erfolgreichen Arbeitstag wünscht.


 “Der Interviewpartner am Telefon war sehr freundlich und ich habe mich während des Interviews wohlgefühlt.” – Bewerbungsbewertung bei BWI


 

Das Interview aus Unternehmenssicht

Auch für so manche Unternehmen ist das Telefoninterview etwas Neues. Daher haben wir bei einem unserer Experten aus dem HR-Team nachgefragt. Folgende Tipps verhelfen zu einem guten Interview für Personaler und Arbeitgeber:

Termin vereinbaren

Es ist immer ratsam, als Personaler einen Termin mit dem Kandidaten oder der Kandidatin zu vereinbaren. Damit vermeidet man, dass man diese womöglich in der Arbeit stört und stellt sicher, dass das Interview wie geplant durchgeführt werden kann.

Den Ablauf des Telefonats vorab bekanntgeben

Vor allem bei jungen Leuten, die nicht viel Erfahrung mit Bewerbungsprozessen haben, ist es ratsam vorab Fragen zu senden, die gestellt werden oder sogar den Ablauf in einer Übersicht darzustellen. So geht man sicher, dass sich diese gut auf das Gespräch vorbereiten und man kann sich als Personaler auf die Antworten konzentrieren.   


 “Nach der Bewerbung per Email kam zeitnah eine Einladung zu einem Telefoninterview.” – Bewerbungsbewertung bei Dr. Ausbüttel & Co. GmbH


Zu Beginn des Telefonats: Klarheit schaffen

Um den Bewerber oder die Bewerberin abzuholen, ergibt es Sinn zu Beginn ein kurzes Intro zu geben. Hier sollte man nochmal kurz erzählen, was in den nächsten Minuten auf den Kandidaten zukommen wird und warum dieses Gespräch stattfindet.

Genau zuhören

Gerade beim Interview fehlen Sinneswahrnehmung, wie das Wahrnehmen der Gestik und Mimik. Dafür kann man sich ausschließlich auf das gesprochene Wort und den Tonfall konzentrieren. Umso wichtiger ist es daher, genau reinzuhören und sich trotzdem bewusst zu sein, dass diese Komponenten fehlen und man keine voreiligen Schlüsse ziehen sollte.

Die Zeit im Blick behalten

Zeitmanagement seitens des Personalverantwortlichen ist hier essentiell. Das Interview sollte jedenfalls zeitlich so geplant sein, dass am Ende des Gesprächs noch genügend Zeit für Fragen vom Interviewten bleibt.


Nach der Bewerbung kam rasch ein Telefoninterview und danach rasch ein persönliches Vorstellen.” – Bewerbungsbewertung bei SOLCOM


Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.

Quelle:

[1] staufenbiel.de