Ein Mental Health Day ab und zu tut langfristig deiner Gesundheit gut.

Gönn‘ dir: Dein Mental Health Day

Pflichten, Deadlines, Druck vom Chef. Wenn dich dein Arbeitspensum nachts kaum schlafen lässt, und dein erster Gedanke morgens „Bitte nicht!“ ist, dann ist es Zeit für eine kurze Auszeit. Wir verraten dir, wann du einen Mental Health Day brauchst und wie du ihn am besten verbringst.

Krankfeiern für die mentale Gesundheit

Unnötig krankmelden und in der Arbeit unbeliebt machen? No way! Oft müssen wir uns schon vor Schmerzen wie ein Regenwurm am Boden winden, ehe wir unserem Pflichtbewusstsein gegenüber eine Krankmeldung rechtfertigen können. Dass dauerhafter Stress und mentale Erschöpfung irgendwann zu physischen Schmerzen führen können, verdrängen wir dabei allzu gerne. Aber jetzt mal ehrlich: Welche Grabinschrift wäre dir lieber? „Hier liegt Fritzchen Müller. Er war keinen Tag im Krankenstand und schuftete unermüdlich, bis er mit Anfang 40 über einem Stapel erledigter Arbeit zusammenklappte. Nicht vor Feierabend, versteht sich.“  Oder vielleicht doch lieber: „Er erfreute sich bester Gesundheit, als er mit 112 zufrieden in seinem Schaukelstuhl einschlummerte, während seine zwanzig Urenkel um ihn herumturnten.“ Wenn du Antwort B) gewählt hast, solltest du lieber heute als morgen damit anfangen, auch auf deine mentale Gesundheit zu achten. Kriechst du also schon seit Wochen auf dem Zahnfleisch dahin, und fantasierst tagsüber auffällig häufig von deiner Wohnzimmercouch, dann ist es höchste Zeit für einen Mental Health Day.

Anzeichen dafür, dass du einen Mental Health Day brauchst

Permanenter Stress wirkt sich in der Regel früher oder später auch auf deinen Körper aus. Ein Anzeichen dafür, dass du einen Mental Health Day bitter nötig hast, sind zum Beispiel Schlafstörungen. Hängen deine Augenlider trotz Koffein-Infusion auf Halbmast und könntest du im Stehen einschlafen, während du dich nachts hin und her wälzt und To-dos statt Schäfchen zählst? Dann ist es höchste Zeit, einen Gang zurückzuschalten. Auch wenn du dich zwischen Fristen und Multitasking kaum noch auf einzelne Aufgaben konzentrieren kannst, ist das ein Warnsignal. Oder reicht aktuell vielleicht schon ein schiefer Blick, damit dir der Kragen platzt? Ungesunde Erschöpfung hat viele Gesichter. Ob erschlagen, überwältigt oder ständig gereizt: Wenn du mit der Person auf deinem Bewerbungsbild so gar nichts mehr gemein hast, dann ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen. Ein Mental Health Day kann dir dabei helfen, wieder neue Kraft zu schöpfen.

Schluss mit falschem Pflichtbewusstsein

Pflichtbewusst und arbeitsam: So hat dich dein Chef gerne. Einfach krankmelden, obwohl du weder Fieber noch ein gebrochenes Bein hast? Da riecht der doch sofort, dass etwas nicht stimmt, oder? Und was ist mit den lieben Kollegen, die deinen Ausfall kompensieren müssen? Oft macht uns unser schlechtes Gewissen einen Strich durch die Rechnung, wenn wir einen Tag für unsere psychische Gesundheit brauchen. Doch egal ob du an der bengalischen Papageiengrippe leidest oder  einfach mal eine kurze Auszeit von dem ganz alltäglichen Wahnsinn brauchst, um in deinem Kopf klar Schiff zu machen: Davon geht weder die Welt unter, noch wird deine Arbeitsstätte augenblicklich in Schutt und Asche zerfallen. Deine Kollegen würden es nie zugeben, aber krankgefeiert um einfach mal ausschlafen zu können, hat wahrscheinlich jeder von ihnen schon mal. Dein Chef hat ziemlich sicher wichtigere Dinge zu tun, als verdeckte Ermittlungen zu deinem Krankenstand aufzunehmen. Und deine Arbeitsaufgaben? Warten morgen wahrscheinlich auch noch auf dich. Relax.

„Kann nicht kommen, muss entspannen.“

Dem technischen Fortschritt sei Dank musst du heutzutage oft nicht mal mehr an deinem Arbeitsplatz anrufen und in den Hörer röcheln, um dich krankzumelden. Oft reicht schon eine E-Mail an die Personalabteilung, in der du gar nicht groß begründen musst, was dir fehlt. Ein knappes „Ich muss mich leider für heute krankmelden.“ reicht. Wo genau der Schuh drückt, geht niemanden etwas an. Und mal ehrlich, so genau will es im Normalfall auch niemand wissen. Ob du schon ab Tag eins ein Attest vom Arzt benötigst, solltest du bei deinem Vorhaben natürlich bedenken. Melde dich zusätzlich bei deinem Vorgesetzten ab und setz ihn kurz darüber ins Bild, wie der aktuelle Stand deiner Arbeitsaufgaben ist. Erwartest du heute einen wichtigen Kundenanruf oder musst du ein dringendes Paket verschicken? Sei fair und setze ihn oder den entsprechenden Kollegen ins Bild, damit jemand für dich einspringen kann.

Ausschlafen, frühstücken, Yoga: Der Mental Health Day ist dein Tag

Erst mal eine Runde dösen und dann fünf bis zehn Stunden netflixen. Oder gehörst du eher zu denen, die einen unverhofft freien Tag dazu nutzen, die Toilette tiefenzureinigen und den Parkettboden zu polieren? Klingt naheliegend und verlockend. Deinen Mental Health Day solltest du aber lieber mit den Dingen zubringen, für die du dir ansonsten keine Zeit nimmst.  Egal ob du den Krimi verschlingst, der schon seit Monaten im Regal verstaubt, oder ob du Osterschmuck aus Salzteig bastelst: Nutze deinen Mental Health Day für etwas, das dich glücklich macht. Für den optimalen Entspannungseffekt solltest du um Facebook und Snapchat einen Bogen machen und darauf verzichten, viertelstündlich deine Arbeits-Mails zu checken. Koch dir heute ein 5-Sterne-Luxus-Menü und lass es dir richtig gut gehen. Wann hast du eigentlich das letzte Mal deine Oma angerufen? Oder deine Gedanken in einem Tagebuch festgehalten? Heute ist dein Tag!

Deine (mentale) Gesundheit ist das Wichtigste

Hin und wieder einen Mental Health Day zu konsumieren, hilft dir dabei, Luft zu schnappen, wenn dir das Wasser bis zum Hals steht. Eine dauerhafte Lösung stellt es jedoch nicht dar. Langfristig gesehen solltest du den Ursachen für ständigen Stress auf den Grund gehen. Fühlst du dich an deinem Arbeitsplatz ständig überfordert und überlastet, dann solltest du mit deinem Vorgesetzten sprechen. Geht nicht, weil dein Chef der Grund für dein stetiges Unwohlsein ist? Auch darüber lässt sich meist sprechen. Hilft alles nichts, solltest du einen Jobwechsel in Betracht ziehen. Bei chronischen Beschwerden ist ein Gang zum Arzt unvermeidbar. Bei all den Pflichten und Aufgaben, die du täglich jonglierst: Deine mentale Gesundheit sollte stets deine Priorität Nummer eins sein.

 

Macht dich dein Job krank?