Krank ist krank: Darum solltest du wirklich im Bett bleiben

Nicht nur Game of Thrones-Fans wissen: Der Winter naht. Und mit der kalten Jahreszeit häufen sich auch die Krankheitsfälle in der Arbeit. Vielleicht hast du ja deine erste Erkältung schon hinter dir und kennst das Szenario: Die Nase ist verstopft, die Augen brennen und der hartnäckige Husten lässt dich nicht einschlafen – ach, egal – einfach eine Schmerztablette einwerfen und ab zur Arbeit? Fast jeder Zweite schleppt sich krank auf seinen Arbeitsplatz. Eine ganz miese Idee. Wir erklären dir, warum du im Krankheitsfall auf jeden Fall zuhause bleiben solltest – und nein, damit ist nicht gemeint, dass du deine Mails aus dem Bett checkst. Schlechtes Gewissen, ade!

Nein zum Präsentismus

Du schleppst dich ins Büro, obwohl du garnicht leistungsfähig bist? Das Phänomen, krank am Arbeitsplatz zu erscheinen, hat übrigens einen eigenen Namen: Präsentismus. In verschiedenen Studien diesseits und jenseits des Atlantiks ist er erforscht worden. Dr. Mariella Miraglia, eine Wissenschaftlerin der University of East Anglia in Großbritannien, wertete Daten von über 175.000 Arbeitnehmern in 34 Ländern aus und kam zu dem Ergebnis, dass Präsentismus in erster Linie mit Stress und Arbeitsplatzunsicherheit zusammenhängt. Durch zu hohe Anforderungen im Job, straffe Deadlines und mangelndes Personal wird er gefördert. Auf der anderen Seite fand sie heraus, dass auch Eigenschaften wie hohes Enagagement gegenüber dem Beruf und Zufriedenheit mit den Aufgaben positiven Einfluss darauf haben, dass jemand trotz Krankheit in die Firma geht.[1] Doch diese Haltung ist weder im Interesse des Arbeitgebers noch in dem deiner Kollegen.

Erholung muss sein

Bei allem Ehrgeiz und Aufopferungswillen: Krank zu sein ist für niemanden schön. Wenn dir also die Augen vom Heuschnupfen brennen oder dein Gehirn wegen der Migräne zu explodieren scheint, dann brauchst du Ruhe. Dein Körper versucht dir mit Signalen klar zu machen, wie’s ihm geht – also höre darauf. Wer sich nicht ordentlich auskuriert, verschleppt die Krankheit nur… Im schlimmsten Fall erhöhst du auch dein eigenes Risiko, später unter Burn-out zu leiden. Und das willst du bestimmt nicht, oder? Die eigene Gesundheit muss einfach wichtiger als der Job sein. Alles andere ist fahrlässig. Also tu dir selbst einen Gefallen und nimm dir eine Auszeit. In deinem Fall nennt sie sich: Krankenstand.

100 Prozent geben? – Fehlanzeige

Mit 40 Grad Fieber, Schnupfen oder einer fiesen Erkältung kannst du einfach nicht dein Bestes geben. Deine Produktivität rutscht bei Krankheit nämlich in den Keller: Die Zahlenkolonnen verschwimmen am Monitor, die Konzentration lässt nach und die Arbeit dauert länger. Du bist anfälliger für Fehler, was wiederum den Arbeitgeber mehr kostet als dass es ihm hilft. Klingt erfunden? Ist es aber nicht. Die Unternehmensberatung Booz & Company hat 2011 im Auftrag der deutschen Felix-Burda-Stiftung die durch Präsentismus entstehenden Kosten geschätzt: auf rund 2400 Euro pro Jahr und Mitarbeiter. Die durch Fehlzeiten entstehenden Kosten belaufen sich demgegenüber auf rund 1200 Euro – also die Hälfte. [2] Das Fazit: Die Firma profitiert nicht davon, wenn du dich mit deiner Grippe zur Arbeit schleppst. Also gönne dir deine wohlverdiente Bettruhe.

Die Kollegen fiebern mit

A-h-h-h, Bazillenschleuder im Anmarsch! Du quälst dich mit „nur einem Schnupfen“ zur Arbeit, weil du kein Kollegenschwein sein willst? Zu spät. Vermutlich hast du deinen Sitznachbarn mit deinem H-a-t-s-c-h-i bereits angesteckt. Vor allem in Großraumbüros verbreiten sich Viren und Bakterien schlichtweg schneller als bei einer räumlichen Trennung der Mitarbeiter. Es kommt, wie’s kommen muss: Mit deiner Schniefnase setzt du auch deine Kollegen außer Gefecht. Und so entsteht er, der Teufelskreis aus Krankschreibungen und veränderten Dienstplänen. Wenn du dich nicht wohl fühlst, lautet die Devise: Im Bett bleiben.

 

Macht dich dein Job krank?

Quellen:
[1] derstandard.at
[2] spiegel.de