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Bezahlung im Praktikum 2026: Gehalt, Mindestlohn & Steuern

Ob du im Praktikum Geld bekommst, hängt entscheidend von der Art und Dauer ab. Gesetzlich gilt: Pflichtpraktika, die in deiner Studien- oder Ausbildungsordnung fest vorgeschrieben sind, müssen nicht vergütet werden. Viele Unternehmen zahlen trotzdem freiwillig eine Aufwandsentschädigung.

Anders sieht es bei freiwilligen Praktika aus: Dauern diese länger als drei Monate, hast du Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn – seit Januar 2026 bei 13,90 Euro pro Stunde. Die „Drei-Monats-Falle“ ist dabei bekannt: Viele Betriebe begrenzen freiwillige Praktika exakt auf diesen Zeitraum, um den Mindestlohn zu umgehen.

Wie viel am Ende netto auf deinem Konto landet, variiert stark und hängt von Faktoren wie Steuerklasse und Versicherungsstatus ab. Besonders bei Pflichtpraktika fallen meist keine Sozialabgaben an. Kläre Gehalt, Fahrtkostenzuschüsse und steuerliche Aspekte daher unbedingt vor Vertragsunterschrift und vergleiche Konditionen, um nicht unter Wert zu arbeiten.

13,90 Euro pro Stunde: So viel steht dir im Praktikum in Deutschland mindestens zu. Zumindest theoretisch. Denn ob du überhaupt Anspruch auf eine Bezahlung im Praktikum hast, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum Beispiel davon, ob es ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Praktikum ist und wie lange es dauert. Hier erfährst du, welche Bezahlung im Praktikum 2026 realistisch ist, wann der Mindestlohn gilt und worauf du bei Steuern und Sozialabgaben achten solltest.

Gibt es Mindestlohn im Praktikum?

Ein Praktikum ist die beste Möglichkeit, in einen Beruf reinzuschnuppern. Viele Studiengänge sehen ein Pflichtpraktikum sogar als festen Teil der Ausbildung vor.

Bis vor einigen Jahren waren unbezahlte Praktika der Normalfall. Gerade in den 1990er Jahren hangelten sich zahlreiche Absolvent:innen als willkommene (weil unbezahlte) Arbeitskräfte von Praktikum zu Praktikum, ohne eine konkrete Aussicht auf eine Festanstellung zu haben.

Um solche und ähnliche prekäre Beschäftigungsbedingungen einzudämmen, wurde in Deutschland 2015 der Mindestlohn eingeführt. Anfangs lag er bei 8,50 Euro brutto pro Stunde, er wurde dann aber nach und nach immer weiter angehoben. Seit Januar 2026 liegt er bei 13,90 Euro brutto pro Stunde.

Der Mindestlohn gilt für jede:n Arbeitehmer:in, der:die sich in Deutschland in einem Arbeitsverhältnis befindet, also grundsätzlich auch für Praktikant:innen: zumindest, wenn du älter bist als 18 Jahre. Aber Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Bezahlung im Praktikum: Wann hast du Anspruch auf Gehalt?

Ausnahmen sieht das Mindestlohngesetz (MiLoG) für Personen vor, die sich in der Schule, einer Ausbildung oder einem Studium befinden. Wenn dein Praktikum also ein Pflichtpraktikum ist, hast du leider keinen rechtlichen Anspruch auf ein Praktikumsgehalt. Viele Arbeitgeber zahlen trotzdem von sich aus auch Pflichtpraktikant:innen eine Vergütung.

Sogenannte freiwillige Praktika mit einer Dauer von mehr als drei Monaten müssen aber definitiv mindestens mit dem Mindestlohn vergütet werden. Bei einem kürzen Zeitraum gilt diese Pflicht nicht. Auch bei kürzeren freiwilligen Praktika kann natürlich ein Gehalt vereinbart werden oder im Einzelfall auch rechtlich erforderlich sein.

Wichtig: Ein Praktikum gilt nur dann als Pflichtpraktikum, wenn es ausdrücklich vorgeschrieben ist. Eine Empfehlung der Schule oder Hochschule reicht nicht aus. Wirf also unbedingt einen Blick in die Prüfungs-, Studien- oder Ausbildungsordnung. Im Zweifel kannst du dir eine schriftliche Bestätigung ausstellen lassen: Viele Unternehmen verlangen diesen Nachweis ohnehin.

Die Dreimonatsfalle im Praktikum

Drei Monate sind die magische Grenze: und die kennen Personalabteilungen natürlich genau. Deshalb sind auffällig viele freiwillige Praktika auf exakt drei Monate befristet. Einen Tag länger, und der Betrieb müsste dir 13,90 Euro pro Stunde zahlen.

Krank oder im Urlaub? Zählt nicht dazu. Das Bundesarbeitsgericht hat 2019 den Fall einer Praktikantin entschieden. Ihr Praktikum zog sich über mehr als drei Monate, weil sie zwischendurch krank war und über Weihnachten zu ihrer Familie fuhr. Sie klagte auf Mindestlohn und verlor. Die Begründung: Solche Pausen sind ihre Privatsache, die reine Praktikumszeit blieb unterhalb der Grenze.

Was, wenn dein Betrieb verlängert? Angenommen, das Praktikum war für drei Monate geplant und es läuft gut. Man bittet dich, noch vier Wochen dranzuhängen. Dass du für diese vier Wochen Mindestlohn bekommst, ist klar: Ob dein Betrieb aber dann auch die ersten drei Monate rückwirkend nachzahlen muss, ist unter Jurist:innen umstritten. Frag also lieber nach, bevor du zusagst.

Wann du im Praktikum Mindestlohn kriegst und wann nicht

Dein PraktikumMindestlohn ja oder nein?Warum?
Pflichtpraktikum (steht in deiner Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung)NeinZählt als Teil deiner Ausbildung, eine verpflichtende Vergütung gibt es nicht.
Orientierungspraktikum vor Studium oder Ausbildung, maximal 3 MonateNeinDu schnupperst rein, um dich zu entscheiden: Das muss aus Sicht des Gesetzgebers nicht bezahlt werden.
Freiwilliges Praktikum neben Studium oder Ausbildung, maximal 3 MonateNeinDer Klassiker in den Semesterferien: Dieser Zeitraum ist zu kurz für eine volle Einarbeitung.
Freiwilliges Praktikum, länger als 3 MonateJaAb Monat vier giltst du als echte Arbeitskraft und wirst entsprechend bezahlt.
Praktikum ohne Bezug zu deinem FachJaWer Maschinenbau studiert und im Krankenhaus aushilft, macht kein Praktikum, sondern arbeitet.
Praktikum nach dem AbschlussJa, ab Tag einsStudium fertig, Ausbildung fertig? Dann bist du Arbeitnehmer:in. Selbst bei drei Wochen Praktikumsdauer.
Einstiegsqualifizierung (EQ) oder BerufsausbildungsvorbereitungNeinLäuft über die Agentur für Arbeit, es gelten eigene Regeln. Mehr dazu weiter unten.
Du bist unter 18 und hast noch keine Berufsausbildung abgeschlossenNeinGilt unabhängig von allem anderen - auch für dein Schülerpraktikum.

Welches Gehalt verdienen Praktikant:innen?

Ob dein Praktikum bezahlt werden muss, hängt also vor allem von der Art und der Dauer ab. Dahinter steckt eine Annahme, dass du in den ersten drei Monaten mehr lernst, als du in das Unternehmen einbringst. Ob das in der Realität immer so stimmt, sei mal dahingestellt, aber irgendwo muss man eben eine Grenze ziehen.

Wie viel du im Praktikum verdienst, hängt neben der Art des Praktikums auch von der Branche, dem Unternehmen und deinem Standort ab. Der kununu Gehaltscheck liefert dir dabei einen ersten Anhaltspunkt.

Laut den Praktikant:innen, die ihr Gehalt mit anderen kununu Nutzer:innen geteilt haben, liegt das durchschnittliche Gehalt für ein in Vollzeit absolviertes Praktikum bei 15.300 € im Jahr, aber bei mindestens 3.600 €. Darin sind natürlich alle möglichen Arten von Praktika enthalten: auch solche, bei denen der Arbeitgeber eine freiwillige Vergütung zahlt.

Bezahlung im Pflichtpraktikum

Auch wenn Unternehmen Pflichtpraktika per Gesetz nicht vergüten müssten, zahlen viele freiwillig ein Praktikumsgehalt. Du musst also nicht automatisch ein unbezahltes Pflichtpraktikum in Kauf nehmen: Bei deiner Suche nach einem Praktikumsplatz solltest du das im Hinterkopf behalten.

Viele Unternehmen machen schon in den Stellenanzeigen Angaben zum Gehalt. Spätestens im Interview solltest du nach der Bezahlung für dein Praktikum fragen. Falls du aktiv in die Verhandlung gehen willst, leg dir gute Argumente zurecht, warum das Unternehmen von dir als Praktikant:in profitiert.

Tipp: Wenn deine Studienordnung ein zwölfwöchiges Pflichtpraktikum verlangt, du aber sechs Monate am Stück machst, ist der Teil jenseits der Pflichtzeit ein freiwilliges Praktikum – und damit mindestlohnpflichtig. Das solltest du auf jeden Fall als Verhandlungsgrundlage nutzen.

Bezahlung im freiwilligen Praktikum

Wenn du ein freiwilliges Praktikum machst, das mehr als drei Monate dauert, gilt in der Regel der gesetzliche Mindestlohn. Ein Stundenlohn von 13,90 Euro brutto entspricht bei einer 40-Stunden-Woche einer Praktikumsvergütung von rund 2.409 Euro brutto im Monat.

Dabei handelt es sich um das sogenannte Bruttogehalt: Die Steuern und Sozialabgaben werden davon noch abgezogen. Auf deinem Konto landet nur der Netto-Anteil.

Zwei Praktikant:innen mit demselben Bruttogehalt können unterschiedliche Beträge ausgezahlt bekommen. Entscheidend sind unter anderem die Art des Praktikums, deine Steuerklasse, dein Versicherungsstatus und dein weiteres Einkommen im laufenden Jahr. Mit dem Brutto-Netto-Rechner kannst du abschätzen, wie hoch deine monatliche Auszahlung ausfällt.

Es gibt auch Unternehmen, bei denen die Vergütung für freiwillige Praktika über dem Mindestlohn liegt. Als grobe Orientierung gilt: In den Branchen, in denen man als Festangestellte:r am besten verdient, stehen deine Chancen gut, dass auch das Praktikum besonders gut bezahlt wird.

Dazu zählen traditionell die Banken- und Versicherungsbranche sowie Maschinenbau-, Chemie- und Automobilbranche. In Bereichen wie Medien, Werbung, Kultur, Tourismus und NGOs sind dagegen auch unbezahlte Praktika bis heute noch relativ weit verbreitet.

Praktikumsgehalt versteuern: Was bleibt netto übrig?

Die Vergütung für dein Praktikum wird normalerweise als Bruttobetrag angegeben. Wie viel davon auf deinem Konto landet, hängt vor allem von deinem gesamten Jahreseinkommen, deiner Steuerklasse und der Art des Praktikums ab. Auch Sozialabgaben können dein Nettogehalt verringern. Dafür gelten aber andere Regeln als für die Steuer.

Muss man auf das Praktikumsgehalt Steuern zahlen?

Grundsätzlich zählt dein Praktikumsgehalt als steuerpflichtiges Einkommen. Trotzdem musst du nicht automatisch Einkommensteuer zahlen: Entscheidend ist, wie hoch dein zu versteuerndes Einkommen im gesamten Kalenderjahr ausfällt. Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 Euro bleibt es 2026 steuerfrei.

Ein Beispiel: Du machst drei Monate lang ein bezahltes Praktikum und verdienst in dieser Zeit insgesamt 6.000 Euro. Hast du im restlichen Jahr keine weiteren steuerpflichtigen Einnahmen, liegt dein Jahreseinkommen voraussichtlich unter dem Grundfreibetrag. In diesem Fall fällt normalerweise keine Einkommensteuer an.

Auf deiner monatlichen Gehaltsabrechnung kann trotzdem Lohnsteuer abgezogen werden. Das passiert, weil die Abrechnung den Monatslohn rechnerisch auf ein ganzes Jahr übertragen wird. Bleibst du mit deinem tatsächlichen Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag, kannst du die zu viel gezahlte Steuer in der Regel mit einer Steuererklärung zurückholen.

Welche Sozialabgaben fallen im Pflichtpraktikum an?

Absolvierst du ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum während deines Studiums, werden von deiner Praktikumsvergütung keine Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung abgezogen. Dabei spielt es keine Rolle, wie viel du verdienst, wie viele Stunden du arbeitest oder wie lange das Praktikum dauert. Krankenversichert musst du trotzdem sein: zum Beispiel über deine Eltern oder die studentische Krankenversicherung.

Für ein vorgeschriebenes Vorpraktikum gelten andere Regeln. Da du zu diesem Zeitpunkt noch nicht studierst, kann das Praktikum sozialversicherungspflichtig sein. Bekommst du eine Vergütung, werden in der Regel Beiträge zur Sozialversicherung fällig.

Auch bei einem unbezahlten Vorpraktikum können Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung anfallen. Den genauen Versicherungsstatus klären der Betrieb und deine Krankenkasse vor Beginn des Praktikums.

Beispiel 1: Pflichtpraktikum im Studium, 1.000 Euro brutto

Du bist immatrikuliert, deine Prüfungsordnung schreibt das Praktikum vor, dein Betrieb zahlt dir freiwillig 1.000 Euro im Monat.

Ein vorgeschriebenes Praktikum während des Studiums gilt sozialversicherungsrechtlich nicht als Job: Du verlagerst deine Ausbildung nur von der Uni in den Betrieb. Kranken-, Pflege-, Renten- oder Arbeitslosenversicherung musst du dann nicht bezahlen, egal wie viel du verdienst.

Lohnsteuer zahlst du bei 1.000 Euro im Monat ohnehin noch nicht: Der jährliche Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro.

ArtBetrag
Brutto1.000,00 €
Sozialabgaben0,00 €
Lohnsteuer0,00 €
Netto1.000,00 €

Der Haken: Bist du über deine Eltern familienversichert, geht das nur bei einem Einkommen bis zu 565 Euro im Monat. Wenn du mehr verdienst, musst dich selbst versichern. Die studentische Kranken- und Pflegeversicherung kostet rund 145 Euro monatlich: von deinen 1.000 Euro bleiben dann also eher 855.

Beispiel 2: Orientierungspraktikum im Gap Year, 5 Monate Vollzeit

Du bist 19, Abi in der Tasche, Studienplatz erst im nächsten Semester. Du machst fünf Monate lang in Vollzeit ein Praktikum in einem Unternehmen. Weil es länger als drei Monate dauert, gilt der Mindestlohn. In diesem Fall bist du kein:e Student:in: Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden voll fällig. Die eine Hälfte zahlst du, die andere dein Betrieb.

ArtBetrag
Brutto (13,90 € × 40 Std.)2.409,00 €
Sozialabgaben (rund 21 %)-510,00 €
Lohnsteuer-185,00 €
Nettorund 1.715 €

Beispielrechnung auf Basis von Steuerklasse I, keine Kirchensteuer, unter 23 und kinderlos, durchschnittlicher Krankenkassen-Zusatzbeitrag. Deine genaue Zahl bekommst du über den kununu Brutto-Netto-Rechner.

Die Lohnsteuer kannst du dir zurückholen: Fünf Monate lang 2.409 Euro ergibt 12.045 Euro im Jahr. Der jährliche Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro. Du bleibst also unter der Grenze, ab der überhaupt Einkommensteuer anfällt. Trotzdem zieht dein Betrieb dir jeden Monat Lohnsteuer ab. Mit einer Einkommenssteuererklärung kannst du dir das Geld später zurückholen. 

Bezahlung im Schüler:innen-Praktikum

Praktika während der Schulzeit sind eine gute Möglichkeit, herauszufinden, welche berufliche Laufbahn du später mal einschlagen willst. Um ein Praktikum zu machen, musst du mindestens 13 Jahre alt sein. Die meisten Schulen in Deutschland planen ein oder mehrere Praktika als Teil des Unterrichts ein.

In Gymnasien finden Praktika meist in Klasse 9 bis 11 statt, in Haupt- und Realschulen schon in der 9. Klasse. Ein Praktikum im Rahmen des Schulunterrichts dauert meistens nur wenige Wochen, in denen du jeden Tag bis zu acht Stunden im Betrieb arbeitest, bzw. in die Abläufe hineinschnupperst. Wenn du unter 15 Jahre alt bist, darfst du maximal sieben Stunden pro Tag arbeiten.

Richtig mitarbeiten im Arbeitsalltag wirst du im Rahmen eines Schulpraktikums wahrscheinlich nicht: Ziel ist es, dass du ein Bild vom Unternehmen und von den Arbeitsabläufen bekommst. Eine Bezahlung für Schüler:innen-Praktika gibt es deshalb in der Regel nicht. Manche Unternehmen zahlen eine kleine Praktikumsvergütung, übernehmen die Fahrtkosten oder stellen kostenloses Essen bereit.

Langzeitpraktikum oder Jahrespraktikum

„Jahrespraktikum“ und „Langzeitpraktikum“ sind keine eigenen gesetzlichen Praktikumsarten. Für die Bezahlung kommt es deshalb darauf an, ob das Praktikum freiwillig oder verpflichtend ist. Bei einem freiwilligen Praktikum, das länger als drei Monate dauert, hast du in der Regel vom ersten Arbeitstag an Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Bei einem Pflichtpraktikum gilt dieser Anspruch auch dann nicht, wenn es mehrere Monate oder ein ganzes Jahr dauert.

Eine besondere Form des Langzeitpraktikums ist die Einstiegsqualifizierung, kurz EQ. Sie richtet sich vor allem an junge Menschen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und einen Beruf erst einmal praktisch kennenlernen möchten. Die EQ dauert zwischen vier und zwölf Monaten und soll möglichst direkt in eine Ausbildung führen.

Während einer Einstiegsqualifizierung erhältst du eine monatliche Vergütung und bist sozialversichert. Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kann den Betrieb finanziell unterstützen. Der gesetzliche Mindestlohn gilt für eine anerkannte EQ allerdings nicht. Manche Unternehmen stocken die geförderte Vergütung freiwillig auf.

Wichtig ist daher, genau in deinen Vertrag zu schauen: Ein zwölfmonatiges freiwilliges Praktikum und eine zwölfmonatige Einstiegsqualifizierung können ähnlich klingen, unterliegen bei der Bezahlung aber unterschiedlichen Regeln.

Kann sich ein unbezahltes Praktikum lohnen?

Ein unbezahltes Praktikum kann sinnvoll sein, wenn du einen Beruf kennenlernen, praktische Erfahrungen sammeln oder eine Voraussetzung für dein Studium erfüllen möchtest. Gerade bei einem kurzen Schüler- oder Pflichtpraktikum kann der Einblick in den Arbeitsalltag wertvoller sein als die Vergütung.

Prüfe trotzdem genau, was dir das Praktikum bietet.

  • Gibt es eine feste Ansprechperson?
  • Lernst du verschiedene Aufgaben und Arbeitsbereiche kennen?
  • Erhältst du regelmäßig Feedback?

Ein gutes Praktikum dient deiner Orientierung und Ausbildung. Du solltest nicht über Wochen hinweg nur kopieren, Kaffee kochen oder die Arbeit einer regulären Arbeitskraft übernehmen.

Denk außerdem an die Kosten: Fahrt, Verpflegung oder eine vorübergehende Unterkunft können ein unbezahltes Praktikum schnell teuer machen. Frage deshalb nach, ob das Unternehmen zumindest ein Jobticket, Fahrtkosten, Mittagessen oder einen Zuschuss zur Unterkunft übernimmt. Bei einem mehrmonatigen Praktikum solltest du besonders kritisch abwägen, ob die beruflichen Vorteile den finanziellen Aufwand rechtfertigen.

Alternative zum Praktikum: Job als Werkstudent:in

Während eines Praktikums arbeitet man üblicherweise in Vollzeit im Unternehmen, zum Beispiel in den Semesterferien oder während eines Praxissemesters. Der Fokus im Praktikum liegt auf dem praktischen Lernen, deine Tätigkeit sollte einen Bezug zu deinem Studium haben.

Wenn du nach einer Möglichkeit suchst, Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig Geld zu verdienen, kann ein Job als Werkstudent:in die richtige Wahl sein. Werkstudent:innen arbeiten in der Regel zwischen 16 bis maximal 20 Stunden in der Woche, begleitend zu Studium. Die Tätigkeit muss keinen inhaltlichen Bezug zu deinem Studium haben.

Fazit: Das verdienst du im Praktikum

Ob du im Praktikum Anspruch auf Gehalt oder Mindestlohn hast, hängt vor allem davon ab, ob es sich um ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Praktikum handelt und wie lange es dauert. Kläre die Vergütung, mögliche Zuschüsse sowie Steuern und Sozialabgaben deshalb vor der Unterschrift unter den Praktikumsvertrag. So weißt du frühzeitig, mit welchem Nettobetrag du tatsächlich rechnen kannst.

Erhältst du BAföG, solltest du deine Praktikumsvergütung außerdem sofort dem zuständigen Amt melden. Das Einkommen kann deine Förderung verringern: bei einem vergüteten Pflichtpraktikum gelten strengere Anrechnungsregeln als bei einem normalen Nebenjob. Wer wartet, riskiert eine Rückforderung.

FAQ: Bezahlung & Steuern im Praktikum

Nein. Ob du Anspruch auf eine Bezahlung hast, hängt von der Art und Dauer des Praktikums ab. Pflichtpraktika sind vom gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen. Auch bestimmte freiwillige Praktika von höchstens drei Monaten können unbezahlt bleiben. Unternehmen dürfen trotzdem eine freiwillige Vergütung zahlen.

Für ein vorgeschriebenes Pflichtpraktikum besteht kein gesetzlicher Anspruch auf den Mindestlohn. Das Unternehmen kann selbst entscheiden, ob es eine Vergütung zahlt. Viele Betriebe bieten einen festen Monatsbetrag oder Zuschüsse für Fahrt, Verpflegung oder Unterkunft an.

Nach aktuellen kununu-Gehaltsangaben verdienen Praktikant:innen durchschnittlich rund 1.275 Euro brutto im Monat. Die tatsächliche Bezahlung hängt stark von der Branche, dem Unternehmen, dem Standort und der Praktikumsart ab. Gilt der gesetzliche Mindestlohn, sind bei 40 Wochenstunden 2026 rund 2.409 Euro brutto im Monat fällig.

Bei einem freiwilligen Praktikum gilt der Mindestlohn in der Regel, wenn es länger als drei Monate dauert. Dann muss das Unternehmen den Mindestlohn für die gesamte Praktikumszeit ab dem ersten Arbeitstag zahlen. Bei einem Pflichtpraktikum gilt diese Regel nicht.

Dein Praktikumsgehalt zählt grundsätzlich als steuerpflichtiges Einkommen. Ob tatsächlich Einkommensteuer anfällt, hängt von deinem gesamten Einkommen im Kalenderjahr ab. Bleibst du unter dem Grundfreibetrag, fällt in der Regel keine Einkommensteuer an. Bereits abgezogene Lohnsteuer kannst du häufig über eine Steuererklärung zurückbekommen.Erhältst du BAföG, solltest du deine Praktikumsvergütung außerdem dem zuständigen Amt melden. Das Einkommen kann deine Förderung verringern; bei einem vergüteten Pflichtpraktikum gelten strengere Anrechnungsregeln als bei einem normalen Nebenjob.

Das hängt unter anderem von deiner Steuerklasse, deinem Versicherungsstatus, der Praktikumsart und deinem weiteren Einkommen ab. Bei einem Pflichtpraktikum während des Studiums fallen meist keine Sozialversicherungsbeiträge auf die Vergütung an. Bei einem freiwilligen Vollzeitpraktikum können dagegen mehrere Abgaben fällig werden.

Ein gewöhnliches freiwilliges Jahrespraktikum ist in der Regel ab dem ersten Tag mindestlohnpflichtig. Bei einem vorgeschriebenen Pflichtpraktikum besteht dagegen auch bei einer langen Dauer kein Anspruch auf den Mindestlohn. Für eine anerkannte Einstiegsqualifizierung gelten eigene Regeln.