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Bildungswege im Gehaltsvergleich

Meister statt Master: Diese Gehaltsdaten überraschen

Veröffentlicht:  23. Juli 2026, 08:40
2 min
Person untersucht den Motorraum eines Fahrzeugs in einer Kfz-Werkstatt.

Wer in Deutschland einen Meister macht, verdient im Schnitt 57.496 Euro brutto im Jahr und damit sogar 760 Euro mehr als Bachelor-Absolvent:innen. Erst der Master zieht mit deutlichem Abstand davon. Das stellt jetzt eine verbreitete Annahme infrage, dass sich ein Studium finanziell immer stärker auszahlt als eine Weiterbildung.

Meister und Bachelor liegen fast gleichauf

Aktuell wird wieder über den richtigen Bildungsweg gestritten: Betriebe suchen Fachkräfte, allein im Handwerk blieben zuletzt 19.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. 2024 erwarben rund 373.000 junge Menschen die Hochschul- oder Fachhochschulreife – der Hörsaal gilt vielen als sicherste Route zu mehr Gehalt. Die kununu-Daten zeigen anderes: Zwischen Meister (57.496 Euro) und Bachelor (56.736 Euro) liegen nur 760 Euro im Jahr – und der Meister liegt sogar mit 1,3 Prozent im Plus. 

Durchschnittliches Bruttojahresgehalt nach Abschluss:

  • Berufsausbildung, Lehre oder dual: 44.256 Euro
  • Bachelor: 56.736 Euro
  • Meister: 57.496 Euro
  • Master: 66.137 Euro

Erst der Master setzt sich ab

Der akademische Vorsprung zeigt sich erst eine Stufe höher. Master-Absolvent:innen verdienen im Schnitt 66.137 Euro und somit 9.401 Euro (16,6 Prozent) mehr als Bachelor und 8.641 Euro (15,0 Prozent) mehr als Meister:innen. Wer allein aufs Einkommen schaut, profitiert vor allem vom Master.

Person mit Schutzbrille und Mütze prüft ein Holzbrett in einer Werkstatt.
Ein Bachelorabschluss führt nicht automatisch zu einem höheren Einkommen als eine berufliche Weiterbildung.

Der größte Sprung kommt mit dem nächsten Schritt

Am stärksten zählt der nächste Qualifizierungsschritt. Gegenüber einer Berufsausbildung (44.256 Euro) verdienen Meister:innen 13.240 Euro mehr (29,9 Prozent), Bachelor 12.480 Euro (28,2 Prozent) – fast identisch. Ob über Hochschule oder Weiterbildung – der Gehaltssprung fällt fast gleich aus.

Zahlen zeigen Zusammenhänge, keine Ursache

Die Werte sind unbereinigt. Meister:innen sind im Schnitt älter und länger im Beruf als frische Bachelor-Absolvent:innen; auch Branche, Region und Führung verschieben das Bild. Ein Meisterabschluss wird also nicht automatisch besser bezahlt. Dass beide gleichauf liegen, ist dennoch kein Ausreißer: Beide stehen im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Stufe 6, und Studien wie die des IW Köln zeigen seit Jahren vergleichbare Einkommen.

Nicht der Titel entscheidet über das Gehalt, sondern der nächste Schritt – und der lohnt sich auf beiden Wegen. Die 760 Euro sind damit keine Kampfansage an das Studium, sondern ein Fingerzeig: genauer hinschauen, bevor die Wahl auf Hörsaal oder Werkbank fällt.