Gen Z & Arbeitswelt
Junge Menschen wollen wieder führen – aber nicht wie ihre ehemaligen Chefs
Noch vor wenigen Jahren galt Führung unter vielen jungen Beschäftigten als wenig attraktiv. Zu viel Verantwortung, zu viel Druck, zu wenig Freizeit. Doch jetzt zeichnet sich ein neuer Trend ab: Immer mehr junge Menschen in Deutschland können sich wieder vorstellen, Führungsverantwortung zu übernehmen – allerdings mit einem anderen Verständnis von Leadership als frühere Generationen.
Führung verliert ihr altes Image
Aktuellen Erhebungen zufolge wird Verantwortungsübernahme wieder attraktiver. Allerdings geht es dabei weniger um Status oder Hierarchien als darum, Veränderungen anzustoßen und Teams weiterzuentwickeln.
Coaching statt Hierarchie
Der klassische Chef, der Entscheidungen allein trifft und Anweisungen gibt, passt immer weniger zu den Erwartungen vieler junger Beschäftigter.
Stattdessen wünschen sie sich Führungskräfte, die:
- Orientierung geben statt kontrollieren
- regelmäßig Feedback geben
- Entwicklung fördern
- Entscheidungen gemeinsam treffen
- Verantwortung ermöglichen statt Mikromanagement betreiben
Führung wird damit zunehmend als Coaching verstanden – nicht als Machtposition.

Schlechte Führung schreckt die nächste Generation ab
Dass moderne Führung längst kein „Soft Skill“ mehr ist, zeigen auch aktuelle kununu-Daten.
Die Unterschiede sind enorm:
- 96,6 % Weiterempfehlung bei sehr gut bewerteter Führung
- 9,3 % Weiterempfehlung bei schlecht bewerteter Führung
Schlechte Führung wirkt sich damit unmittelbar auf die Arbeitgebermarke aus. Unternehmen verlieren nicht nur die Zufriedenheit ihrer Beschäftigten, sondern erschweren sich auch die Gewinnung neuer Talente.
Der Generationenwechsel ist eine Chance
Der aktuelle Wandel zeigt: Die nächste Generation lehnt Führung nicht ab – sie definiert sie neu.
Für Unternehmen ist das eine Chance. Wer Führung stärker als Zusammenarbeit, Entwicklung und Vertrauen versteht, kann nicht nur junge Führungskräfte gewinnen, sondern sich auch als attraktiver Arbeitgeber positionieren.
Gerade angesichts des demografischen Wandels werden Unternehmen künftig darauf angewiesen sein, dass junge Beschäftigte Verantwortung übernehmen. Die Voraussetzungen dafür scheinen vorhanden – wenn Führung nicht mehr über Hierarchie, sondern über Wirkung definiert wird.