Gen Z Arbeitswelt
„Ich dachte, der traditionelle Weg sei sicher – völlig falsch“: Gen Z gründet lieber selbst
Fast jede zweite Person, die sich 2025 in Deutschland selbstständig machte, war jünger als 30 Jahre – mit 40 Prozent ein Rekordanteil. Das Durchschnittsalter sank auf einen Tiefstand von 34,2 Jahren. Doch lohnt sich der Sprung in die Selbstständigkeit finanziell überhaupt?
Tradition gegen Wagemut
„Ich habe immer gedacht, der traditionelle Weg sei sicher. Aber das ist eine völlig falsche Denkweise. Das alte Versprechen war Stabilität. Das neue Versprechen ist Eigenverantwortung.“, sagt eine 29-jährige Gründerin aus den USA. So reagiert die Generation Z in den USA auf einen schwierigen Arbeitsmarkt.
Diese Haltung teilen immer mehr Junge, auch in Deutschland: Laut dem aktuellen KfW-Gründungsmonitor waren 2025 rund 40 Prozent der Gründerinnen und Gründer in Deutschland unter 30 – ein Rekordwert wie schon 2024, mehr als ein Fünftel startete direkt aus dem Studium. Zum Vergleich: 2005 lag der Anteil erst bei 24 Prozent, berichtet CIO.
Wo Künstliche Intelligenz Einstiegsjobs gefährdet, machen sich immer mehr Berufseinsteiger:innen selbst zur:zum Vorgesetzten, weil eine Festanstellung kaum noch ein garantiertes Ergebnis bietet.

Bei den Jüngeren ist der Gründergeist am größten
Gefragt, ob sie lieber angestellt oder selbstständig wären, wählten 36 Prozent der Unter-30-Jährigen die Selbstständigkeit, das ist mehr als in jeder anderen Altersgruppe. In der Gesamtbevölkerung sind es nur 26 Prozent.
Insgesamt wuchs die Zahl der Gründungen 2025 auf 690.000, nach 585.000 im Vorjahr, fast ausschließlich getrieben durch den Nebenerwerb.
Gründen oder Anstellung: Was lohnt sich mehr?
Wer beim Einstieg ins Berufsleben erst einmal sicher verdienen will, ist mit einer Anstellung oft besser beraten. Die Erfolg eines selbstgegründeten Unternehmens ist nicht garantiert, noch weniger ein eigenes lukratives Gehalt von Anfang an.
Wie viel man mit einer Gründung verdient, lässt sich kaum beziffern – Durchschnittsverdienste junger Selbstständiger weist die KfW nicht aus. Klar ist: Eine Vollerwerbsgründung deckt im Median nur rund 60 Prozent des Nettohaushaltseinkommens, und 37 Prozent der Vollerwerbsgründer:innen schwächeln finanziell.
In diesen Branchen verdienen Einsteiger:innen aktuell am meisten
Berufseinsteiger:innen verdienen laut aktuellen kununu Daten in diesen Branchen das meiste Durchschnittsgehalt:
- Energie: 54.707 €
- Recht: 51.094 €
- Versicherung: 51.094 €
- Banken: 50.871 €
- Beratung/Consulting: 50.657 €
Zur Einordnung: Das Jahresbrutto junger Beschäftigter liegt laut kununu Daten zwischen 35.245 Euro (21 bis 23 Jahre) und 46.146 Euro (30 bis 32 Jahre). In den Spitzenbranchen verdienen Einsteiger:innen also schon zum Start deutlich mehr.
Der Gründerboom ist echt, ersetzt aber keine sichere Gehaltsperspektive. Für viele Junge zählt heute trotzdem etwas anderes mehr als ein verlässliches Gehalt: die Kontrolle über den eigenen Weg.