Berufseinstieg
Studium ohne Job: Diese 5 Fächer sind am gefährdetsten
Der Arbeitsmarkt für Hochschulabsolvent:innen hat sich binnen drei Jahren deutlich verschärft: Rund 45.000 Akademiker:innen unter 30 Jahren waren 2025 in Deutschland arbeitslos gemeldet. 2022 waren es etwa 23.000. Besonders betroffen sind Absolvent:innen aus Werbung, Marketing und den Geisteswissenschaften.
23 Prozent brauchen länger als sechs Monate bis zur ersten Stelle
Laut Aussage des Bundesarbeitsministeriums benötigten 2025 rund 23 Prozent der erfassten akademischen Berufseinsteiger:innen länger als sechs Monate bis zum ersten Job. 2018 fand, über alle Abschlüsse hinweg, noch etwa jede:r Vierte innerhalb eines Monats eine Stelle. Das gelang zuletzt nur jeder fünften Person.

Schwache Konjunktur und KI gelten als Einflussfaktoren
Die schwache Konjunktur gilt dabei als Hauptgrund für den Rückgang bei Neueinstellungen. Um Personalkosten zu sparen, bevorzugen Unternehmen häufiger Bewerber:innen mit Berufserfahrung und schreiben seltener Einstiegsstellen aus.
Zusätzlich verändern Digitalisierung und künstliche Intelligenz typische Junior-Aufgaben in Bereichen wie Softwareentwicklung, Marketing, Medien und Analyse. Wie viele Einstiegspositionen unmittelbar durch KI weggefallen sind, ist nicht bekannt.
Marketing und Werbung erreichen mit 5,2 Prozent die höchste Quote
Über alle Alters- und Erfahrungsstufen hinweg waren 2025 rund 335.000 Akademiker:innen arbeitslos, 46.000 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 16 Prozent. Die Arbeitslosigkeit insgesamt legte im selben Zeitraum nur um 6 Prozent zu.
Dabei sind nicht alle Studienfächer gleichermaßen betroffen. Die sogenannte studienfachspezifische Arbeitslosenquote zeigt, wie viele Absolvent:innen mit einem bestimmten Abschluss keinen Job haben. Unter den ausgewählten Fachrichtungen waren in fünf Bereichen besonders viele Menschen arbeitslos:
- Marketing und Werbung: 5,2 Prozent
- Geisteswissenschaften: 4,7 Prozent
- Geschichte und Archäologie: 4,4 Prozent
- Biologie: 4,3 Prozent
- Psychologie: 4,1 Prozent
Die Werte gelten für Erwerbspersonen aller Altersgruppen, die einen Abschluss im jeweiligen Fach haben.
Die Akademiker-Arbeitslosenquote bleibt mit 3,3 Prozent niedrig
Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass sich ein Studium nicht mehr lohnt. Die Arbeitslosenquote bei Akademiker:innen stieg zwar von 2,9 auf 3,3 Prozent. Damit liegt sie aber noch immer deutlich unter der allgemeinen Quote (derzeit 6,5 Prozent).
Eine weitere gute Nachricht: Nur 19 Prozent der Akademiker:innen bleiben ein Jahr oder länger arbeitslos. Bei Personen ohne Berufsabschluss sind es 39 Prozent.