Doppelbudget 2027/28 in Österreich
Pensionen unter Inflation: Was das Doppelbudget 2027/28 für die Altersvorsorge bedeutet
Wer in Österreich auf seine staatliche Pension setzt, bekommt vom neuen Doppelbudget eine unbequeme Botschaft: Die Anpassungen für 2027 und 2028 sollen unter der Inflation liegen. Real bedeutet das weniger Kaufkraft. Und für alle, die noch mitten im Berufsleben stehen, ist es ein Weckruf.
550 Millionen Euro gespart aber auf wessen Kosten?
Am 27. April 2026 einigten sich ÖVP, SPÖ und NEOS auf die Eckpunkte des Doppelbudgets 2027/28 mit einem Gesamtvolumen von 5,1 Milliarden Euro. Eines der umstrittensten Kapitel dabei: die Pensionen.
Für geringere Valorisierungen in 2027 und 2028 sind rund 550 Millionen Euro eingestellt. Bundeskanzler Stocker sprach bei der Pressekonferenz von „moderaten Anpassungen“ – wie moderat genau, entscheiden erst die Ressortverhandlungen.
Was bereits feststeht:
- Konkrete Prozentsätze werden bei der Budgetrede am 10. Juni 2026 präsentiert
- Pensionsanpassungen fallen in beiden Jahren unter der Inflation aus
- Soziale Staffelung ist geplant – niedrigere Pensionen sollen besser geschützt sein als hohe

Wer heute 40 ist, sollte jetzt aufhorchen
Die geplanten Pensionskürzungen treffen nicht nur heutige Pensionisten. Sie senden ein klares Signal an alle, die noch arbeiten: Die staatliche Pension ist in Krisenzeiten Verhandlungsmasse. Österreich befindet sich aktuell im EU-Defizitverfahren und will es erst 2028 verlassen.
Was das für die eigene Vorsorge bedeutet:
- Wer ausschließlich auf die staatliche Pension vertraut, geht ein wachsendes Risiko ein
- Einmalige Einschnitte können politische Muster setzen, die sich bei der nächsten Budgetkrise wiederholen
- Je früher man privat oder betrieblich vorsorgt, desto weniger abhängig ist man vom staatlichen System
Was du jetzt tun kannst
Auf staatliche Regelungen hat man als Arbeitnehmer wenig Einfluss, auf die eigene Vorsorge schon.
Drei konkrete Schritte, die sich jetzt lohnen:
- Privat vorsorgen: Je früher, desto besser – auch kleine monatliche Beträge machen über Jahrzehnte einen großen Unterschied
- Betriebliche Altersvorsorge prüfen: Bietet dein Arbeitgeber eine Pensionskassenlösung an? Das ist steuerlich begünstigt und oft unterschätzt
- Gehaltsverhandlung nutzen: Eine betriebliche Vorsorge als Gehaltsbestandteil einfordern ist legitim – und auf kununu sieht man, welche Arbeitgeber das bereits anbieten