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Geschäftsfrau im Büro schüttelt einem Mann im Anzug die Hand, Glaswand und Computerarbeitsplatz im Hintergrund

Zukunft ohne Gender Pay Gap? So lange wird es noch dauern

Der Gender Pay Gap nervt, aber es gibt Hoffnung! Aktuell verdienen Männer im Schnitt 15,69 % mehr als Frauen. Aber hey, seit 2022 tut sich was: Frauen holen gehaltstechnisch auf! Wenn's so weitergeht, könnte die Lücke 2040 Geschichte sein. Klingt erstmal weit weg, aber immerhin ein Ziel. Die Analyse zeigt: Männergehälter steigen, Frauengehälter etwas schneller. Um das Ganze zu beschleunigen, braucht's mehr Transparenz bei Gehältern und Beförderungen. Das Entgelttransparenzgesetz ist ein Anfang, aber Unternehmenskultur muss sich ändern. Also, vergleicht Gehälter und verhandelt selbstbewusst! Auf kununu.com geht das anonym. Der Weg zur Gehaltsgerechtigkeit ist zwar noch lang, aber er ist gehbar.

Wenn heute eine Frau ins Berufsleben startet, begleitet sie der Gender Pay Gap ziemlich wahrscheinlich noch viele Jahre. Denn auch 2025 verdienten Männer in Deutschland im Durchschnitt deutlich mehr als Frauen – aktuell liegt der unbereinigte Gender Pay Gap bei 15,69 Prozent. Anders gesagt: Männer bekommen im Schnitt mehr als ein Siebtel mehr Gehalt als ihre Kolleginnen.

Aber die gute Nachricht zuerst: Seit 2022 bewegt sich immerhin etwas. Frauen holen beim Gehalt Schritt für Schritt auf. Unsere Trendanalyse zeigt sogar: Wenn sich diese Entwicklung in derselben Dynamik fortsetzt, könnte sich die Lücke im Jahr 2040 schließen. 2040 klingt nah – und gleichzeitig sehr weit weg. Vor allem, wenn man gerade seinen ersten Arbeitsvertrag unterschreibt.

Heute und morgen: So wird sich der Gender Pay Gap entwickeln

Grundlage für die Analyse sind die kununu Gehaltsdaten aus Deutschland von 2022 bis 2025. Betrachtet wurde der unbereinigte Gender Pay Gap – also der durchschnittliche Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen ohne strukturelle Anpassungen.

Für 2025 bedeutet das konkret: Männer verdienen im Schnitt 53.209 Euro brutto im Jahr, Frauen kommen durchschnittlich auf 45.541 Euro. Das ist eine Differenz von 7.668 Euro jährlich. Vielleicht klingt das erst einmal abstrakt. Doch auf den Monat gerechnet entspricht das mehreren hundert Euro – Geld, das über Rücklagen, Altersvorsorge, größere Anschaffungen oder schlicht finanzielle Sicherheit entscheidet.

Die Entwicklung zeigt immerhin: Männergehälter steigen moderat. Frauengehälter steigen etwas stärker. Die Lücke wird also kleiner – aber sie schließt sich nicht über Nacht.

Ein Blick auf die offiziellen Zahlen bestätigt das Bild. Laut Destatis liegt der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland aktuell bei rund 16 Prozent. Damit gehört Deutschland weiterhin zu den europäischen Ländern mit einer vergleichsweise großen Lohnlücke.

Noch greifbarer wird es im EU-Vergleich: Nach Daten des European Institute for Gender Equality müssen Frauen rechnerisch rund dreieinhalb Monate länger arbeiten, um auf das durchschnittliche Jahreseinkommen von Männern zu kommen. Dreieinhalb Monate – also ein ganzes Quartal. Deutschland ist damit kein Vorreiter. Länder wie Frankreich oder Dänemark sind deutlich weiter.

2040: Das Jahr der Gleichberechtigung?

Auf Basis der Gehaltsdaten aus den vergangenen Jahren haben wir die bisher beobachtete Entwicklung linear für die kommenden Jahre fortgeschrieben. Zukünftig mögliche externe Einflüsse wie politische Sondermaßnahmen, wirtschaftliche Entwicklungen oder strukturelle Sprünge wurden dabei nicht berücksichtigt

Was passiert also, wenn alles weiterläuft wie bisher? Die Gehälter von Männern steigen kontinuierlich. Die Gehälter von Frauen steigen stärker. Beide Linien nähern sich langsam an. Rechnerisch treffen sie sich erst im Jahr 2040 – bei einem durchschnittlichen Jahresgehalt von rund 62.000 Euro. Wichtig ist: Das ist keine Glaskugel-Prognose, sondern eine transparente Fortschreibung dessen, was die Daten heute hergeben. Sie zeigen eine mögliche Zukunft – wenn sich die Dynamik nicht verändert.

Warum Veränderungen Zeit brauchen…

Der Gender Pay Gap ist kein kurzfristiger Effekt. Er ist das Ergebnis struktureller Muster, die sich über Jahre aufgebaut haben.

  • Führungspositionen: Männer sind überproportional in höher vergüteten Leitungsfunktionen vertreten.
  • Teilzeitquoten: Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit – mit entsprechenden Einkommenseffekten.
  • Branchenverteilung: Frauen sind stärker in geringer vergüteten Branchen tätig.
  • Gehaltsverhandlungen: Unterschiedliche Verhandlungsspielräume und -strategien wirken sich langfristig aus.
  • Intransparente Gehaltsstrukturen: Fehlende Vergleichsmöglichkeiten erschweren faire Einstufungen.

All diese Punkte verändern sich – aber langsam. Genau das spiegelt sich in den Daten wider: kein Stillstand, aber eben auch kein Tempo.

… und wie sich das Ganze beschleunigen ließe

Wenn sich der Gender Pay Gap schneller schließen soll, braucht es mehr als Zeit. Es braucht Transparenz. Klare Gehaltsbänder, nachvollziehbare Beförderungskriterien, regelmäßige Analysen von Gehaltsunterschieden und flexible Arbeitsmodelle sind konkrete Hebel. Sie machen Ungleichgewichte sichtbar – und damit veränderbar.

Mit dem Entgelttransparenzgesetz gibt es bereits einen gesetzlichen Rahmen, der Beschäftigten einen Auskunftsanspruch über Vergleichsgehälter ermöglicht. Doch ein Gesetz allein verändert noch keine Unternehmenskultur. Transparenz wirkt nur dann nachhaltig, wenn sie aktiv gelebt wird. Denn: Je sichtbarer Unterschiede sind, desto schwerer lassen sie sich ignorieren.

Was Arbeitnehmer:innen selbst tun können

Für Arbeitnehmer:innen zeigt die Entwicklung vor allem eines: Wissen schafft Handlungsspielraum. Wer Gehälter vergleichen kann, kann die eigene Situation realistischer einordnen – und selbstbewusster verhandeln. Offene Informationen reduzieren Unsicherheiten und erhöhen die Wahrscheinlichkeit fairer Einstufungen.

Auf kununu.com können Beschäftigte anonym Gehälter vergleichen und prüfen, ob sie marktgerecht bezahlt werden. Ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Gehaltsgerechtigkeit.

Ein Ausblick, der Hoffnung weckt

Der Gender Pay Gap wird verschwinden – aber nicht von allein. Die Trendanalyse zeigt eine mögliche Entwicklung unter der Annahme, dass sich die bisherigen Muster fortsetzen. Ob sich die Lücke tatsächlich erst 2040 schließt oder früher, hängt maßgeblich davon ab, wie transparent der Arbeitsmarkt der Zukunft gestaltet wird und wie sich konsequent bestehende Strukturen weiterentwickeln.