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Leeres Klassenzimmer mit mehreren Holz-Schulbänken, Sonnenlicht auf dem Boden und Haftnotizen an der Wand.

In welchem Bundesland verdienen Lehrer:innen am meisten? 

In Deutschland gibt es bei Lehrergehältern deutliche Unterschiede je nach Bundesland – ein Ergebnis der föderalen Struktur. Schleswig-Holstein führt aktuell das Ranking an: Mit einem Durchschnittsgehalt von 56.000 Euro brutto im Jahr liegen die Verdienstmöglichkeiten hier bundesweit am höchsten. Am unteren Ende der Skala finden sich vor allem ostdeutsche Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern (47.500 Euro).

Die Diskrepanz lässt sich durch verschiedene Faktoren erklären: Neben dem Bundesland spielen der Beamtenstatus, die Schulform (A12 vs. A13) sowie regionale Zulagen eine entscheidende Rolle. Besonders der Anteil der Verbeamtung treibt das Netto-Einkommen, da Beamt:innen keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Ein Wechsel des Bundeslandes, um vom Gehaltsgefälle zu profitieren, ist zwar theoretisch möglich, aber oft an bürokratische Hürden wie Freigaben und Anerkennungsverfahren geknüpft. Angesichts einer drohenden Pensionierungswelle in den östlichen Bundesländern könnte sich der Lohndruck dort künftig jedoch erhöhen.

Bekanntlich ist Bildung in Deutschland Ländersache. Dieser Fakt schlägt sich unmittelbar in deinem möglichen Gehalt als Lehrer:in nieder. Da die Bundesländer die Besoldung eigenständig festlegen, gibt es hier nämlich teils erhebliche Unterschiede. Die Diskrepanz zwischen dem bestbezahlten und dem am schlechtesten bezahlten Bundesland kann beim Gehalt von Lehrkräften mehrere hundert Euro im Monat ausmachen. Aber wo verdienst du als Lehrer:in nun am besten und wo am schlechtesten?

Lehrer:innen Gehalt nach Bundesland

Der folgende Vergleich von Gehältern von Lehrer:innen in den deutschen Bundesländern basiert auf Gehaltsangaben der User:innen auf kununu:

Lehrer:innen Gehalt nach Bundesland: Übersicht

Bundesland Durchschnittsgehalt Höchstgehalt
Schleswig-Holstein 56.000 € 89.200 €
Rheinland-Pfalz 54.200 € 86.200 €
Hamburg 54.100 € 84.800 €
Bayern 53.000 € 86.400 €
Nordrhein-Westfalen 52.900 € 85.300 €
Niedersachsen 52.500 € 82.100 €
Baden-Württemberg 51.800 € 83.500 €
Land Berlin 51.700 € 80.400 €
Brandenburg 51.500 € 79.000 €
Bremen 51.200 € 78.000 €
Sachsen 50.600 € 75.400 €
Hessen 50.500 € 79.600 €
Saarland 50.400 € 75.400 €
Sachsen-Anhalt 49.200 € 74.900 €
Thüringen 48.900 € 74.600 €
Mecklenburg-Vorpommern 47.500 € 73.200 €

In diesen Bundesländern verdienst du als Lehrer:in am meisten

Schleswig-Holstein führt das Ranking mit einem Durchschnittsgehalt von 56.000 € im Jahr 2026 an. Das norddeutsche Bundesland bietet Lehrer:innen mit einem Höchstgehalt von 89.200 € brutto die größten Verdienstmöglichkeiten bundesweit. Hamburg folgt auf Platz zwei mit 54.200 € im Durchschnitt, wobei hier ein Stadtstaaten-Zuschlag die vergleichsweise hohen Lebenshaltungskosten teilweise ausgleichen dürfte. Rheinland-Pfalz komplettiert das Spitzentrio mit 54.100 € durchschnittlichem Jahresgehalt.

Bemerkenswert ist, dass Bayern hinsichtlich des Gehalts von Lehrer:innen in offiziellen Besoldungstabellen oft ganz vorne liegt. Gemäß der kununu-Daten landet das Bundesland aber mit durchschnittlich 52.900 € brutto im Jahr nur auf Platz 5. Das zeigt, dass die tatsächlich gemeldeten Gehälter – die alle Beschäftigungsformen und Erfahrungsstufen umfassen – ein anderes Bild zeichnen als reine Besoldungsvergleiche für Berufseinsteiger:innen. Diese decken in der Regel nämlich nur das Gehalt von Beamt:innen ab.

Diese Bundesländer zahlen ihren Lehrkräften am wenigsten

Am unteren Ende der Skala finden sich fast ausschließlich ostdeutsche Bundesländer. Mecklenburg-Vorpommern bildet mit einem Durchschnittsgehalt von 47.500 € das Schlusslicht, gefolgt von Thüringen mit 48.900 € und Sachsen-Anhalt mit 49.200 €. Der Abstand von Mecklenburg-Vorpommern zum Spitzenreiter Schleswig-Holstein beträgt damit rund 8.700 Euro brutto im Jahr oder gut 725 Euro pro Monat.

Der große Gehaltsunterschied dürfte auch historische Gründe haben. In der DDR gab es keinen Beamtenstatus für Lehrer:innen. Nach der Wiedervereinigung wurden die neuen Bundesländer zwar hinsichtlich des Lehrplans schrittweise an das westdeutsche System angepasst, doch die Besoldungsniveaus sind bis heute nicht vollständig angeglichen.

Warum unterscheiden sich die Gehälter von Lehrer:innen je nach Bundesland so stark?

Neben den reinen Besoldungsunterschieden zwischen den Bundesländern spielen drei weitere Faktoren beim Gehaltsvergleich von Lehrer:innen eine entscheidende Rolle. Wir stellen sie dir näher vor:

Verbeamtung versus Anstellung

Verbeamtete Lehrkräfte zahlen keine Rentenbeiträge (rund 9,3 Prozent des Bruttogehalts), keine Arbeitslosenversicherung und erhalten stattdessen sogar noch on top zum Gehalt die Beihilfe zur Krankenversicherung. Das führt zu einem monatlichen Nettovorteil von 400 bis 700 Euro gegenüber angestellten Kolleg:innen mit vergleichbarem Bruttogehalt. Die Verbeamtungsquote variiert dabei stark von Bundesland zu Bundesland. Während Bayern den Großteil seiner Lehrkräfte verbeamtet, hat beispielsweise Berlin diese jahrelang nur privatrechtlich angestellt. Mittlerweile werden Berliner Lehrer:innen aber zumindest teilweise wieder verbeamtet.

Schulform und Besoldungsgruppe

Grundschullehrkräfte werden je nach Bundesland in A12 oder A13 eingruppiert. Das Einstiegsgehalt liegt gemäß aktueller Besoldungstabellen zwischen 3.400 und 3.900 Euro brutto. Berlin und Hamburg besolden Grundschullehrkräfte bereits nach A13. Der Unterschied zwischen A12 und A13 beträgt im Durchschnitt rund 400 bis 500 Euro brutto im Monat – ein erheblicher Betrag über eine gesamte Berufsbiografie hinweg.

Ost-West-Gefälle

Ostdeutsche Bundesländer zahlen in den offiziellen Besoldungstabellen nach wie vor weniger als die meisten westdeutschen Länder. Das hat verschiedene Gründe. In den neuen Bundesländern ist der Anteil verbeamteter Lehrkräfte zum einen deutlich geringer als im Westen. Da verbeamtete Lehrkräfte monatlich 400 bis 700 Euro netto mehr verdienen als angestellte Kolleg:innen mit vergleichbarem Bruttogehalt, wirkt sich eine niedrige Verbeamtungsquote direkt auf den Durchschnittsverdienst im jeweiligen Bundesland aus.

Potenzial für Veränderung bei der Gehaltsstruktur in den östlichen Bundesländern bringt eine demographische Besonderheit. In Sachsen-Anhalt sind 54 Prozent aller Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, in Thüringen sind es 50 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern knapp 49 Prozent. Das bedeutet, dass in den kommenden Jahren eine Pensionierungswelle auf die ohnehin schon angespannten Schulen in Ostdeutschland zurollt. Der Druck auf die Gehälter dürfte in diesen Bundesländern also steigen. Möglicherweise werden die Landesregierungen also bald nicht mehr anders handeln können, als den finanziellen Anreiz für Einsteiger:innen zu erhöhen.

Große Gehaltsunterschiede beim Gehalt von Lehrer:innen – war das schon immer so?

Dass die Besoldung von Lehrer:innen je nach Bundesland in Deutschland so unterschiedlich ausfällt, ist nicht immer so gewesen. Erst seit der Föderalismusreform I im Jahr 2006 regeln die Bundesländer die Vergütung ihrer Lehrkräfte gänzlich eigenständig.

Diese Faktoren beeinflussen dein Gehalt als Lehrer:in zusätzlich

Das Grundgehalt von Lehrer:innen in Deutschland ist nur ein Teil eines Gesamtpakets. Folgende Bestandteile können dein Gesamtgehalt erhöhen:

  • Familienzuschlag
  • Stellenzulagen
  • Sonderzahlungen (Weihnachts- und/oder Urlaubsgeld)
  • Ballungsraumzulage

Dazu kommt deine Gehaltsentwicklung über die Zeit. Die Erfahrungsstufen steigen automatisch an. Stufe 1 auf 2 folgt schon nach einem Jahr, Stufe 2 auf 3 nach zwei Jahren, danach alle drei bis vier Jahre. Insgesamt beträgt der Gehaltsanstieg über die gesamte Karriere als Lehrer:in hinweg rund 1.500 bis 2.000 Euro brutto im Monat.

Lohnt sich ein Wechsel des Bundeslandes für mehr Gehalt?

Ob du in einem anderen Bundesland als Lehrer:in arbeiten willst, hängt am Ende natürlich immer von deiner individuellen Entscheidung ab. Der Gehaltsunterschied zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beträgt im Durchschnitt rund 8.700 Euro im Jahr. Das klingt nach einem durchaus klaren Argument für einen Wechsel. Die Realität ist jedoch deutlich komplizierter.

Grundsätzlich ist ein Wechsel in ein anderes Bundesland nämlich seit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2001 möglich, aber er hängt von mehreren Hürden ab. Verbeamtete und unbefristet angestellte Lehrkräfte benötigen zunächst eine schriftliche Freigabe ihres aktuellen Dienstgebers. Ohne diese Freigabe ist ein Bundeslandwechsel in den meisten Fällen nicht möglich. Und selbst wenn die Freigabe erteilt wird, ist damit noch nichts gewonnen. Deine Lehramtsqualifikation wird daraufhin geprüft, ob sie den Anforderungen des Schulrechts im Zielland entspricht. Bei abweichender Qualifikation kann eine Anerkennung oder sogar eine Zusatzprüfung erforderlich sein.

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