gute Führungskräfte

6 essentielle Eigenschaften, die eine gute Führungskraft ausmachen

Endlich eine Führungsposition! Für viele Menschen bedeutet Führungskraft zu sein, ein (heimliches) Karriereziel erreicht zu haben. Um im Lead wirklich erfolgreich zu sein, bedarf es allerdings einer Reihe an Fähigkeiten. Bist du gerade selbst in einer Führungsposition und möchtest deine Performance verbessern oder ist die Chefetage dein erklärtes Karriereziel? Überprüfe ob du die essentiellsten Eigenschaften für gute Führung bereits mitbringst oder wie du sie weiter verbessern kannst.

„Mitarbeiter verlassen nicht Unternehmen – sie verlassen Vorgesetzte.“

Jede Führungskraft ist gleichzeitig auch Mitarbeiter und weiß, wie wichtig gute Leader sind und welchen Einfluss die Kompetenzen und Fähigkeiten – oder das Fehlen solcher – auf die die Zufriedenheit und Produktivität des Unternehmens haben. Gute Vorgesetzte zu haben und eine gute Führungskraft zu sein, ist also wesentlich, um konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben. Sie sorgen im ersten Schritt für die Zufriedenheit der Mitarbeiter, im zweiten Schritt dann für den Erfolg des Unternehmens. Denn glückliche Mitarbeiter bleiben länger und sind produktiver. In vielen Unternehmen dominiert allerdings noch ein veraltetes Verständnis von Führung und Hierarchie. Dabei stehen Eigenschaften wie Dominanz, Härte und Stärke im Vordergrund, um Führungspositionen zu rechtfertigen. Laut einer Umfrage der Hochschule Osnabrück sehen 80 Prozent1 der Befragten in schlechtem Führungsverhalten tatsächlich keinen Grund, sich von Vorgesetzten zu trennen.

Dabei zeigen auch unsere Daten einmal mehr, dass die Qualität der Vorgesetzten einen Einfluss auf das gesamte Unternehmen hat:


Bei den am niedrigsten bewerteten Unternehmen auf kununu (2,00 oder weniger Sterne) liegt der durchschnittliche Score für das „Vorgesetztenverhalten“ bei 1,59 Sternen.

Bei den am höchsten bewerteten Unternehmen auf kununu (4,00 oder mehr Sterne) liegt der durchschnittliche Score für das „Vorgesetztenverhalten“ bei 4,25 Sternen.2


Unternehmen, in denen das Vorgesetztenverhalten niedrig bewertet wird, sind tendenziell auch Arbeitgeber, die von ihren Mitarbeitern grundsätzlich niedriger bewertet werden. Umso wichtiger also, dass Führungskräfte ausgezeichnete Fähigkeiten mitbringen, um das Team und damit letztlich auch das Unternehmen voranzubringen.

Aber wie wirst du zu einer guten Führungskraft? Oder woran erkennst du, ob du bereits eine bist?

Ob dein Führungsverhalten Gut oder schlecht ist, ist natürlich sehr subjektiv und kann auch von Branche zu Branche variieren. „Project Oxgen“ von Google hat allerdings einige Kernkompetenzen identifiziert, die bei jenen, die als „gute Führungskräfte“ empfunden wurden, überdurchschnittlich häufig zu finden sind. Gute Führungskräfte:

  • Sind gute Coaches
  • Bestärken das Team und verzichten auf Micromanagement
  • Interessieren sich für das persönliche und private Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter
  • Sind produktiv und ergebnisorientiert
  • Sind gute Kommunikatoren
  • Helfen bei der Karriereentwicklung
  • Haben eine klare Vision und Strategie für ihr Team
  • Haben fachliche Expertise, die dabei hilft, das Team zu beraten

Welche konkreten, persönlichen und charakterlichen Eigenschaften sind nun für dich nötig, um diese Kompetenzen zu bilden oder zu verbessern?

Welche Eigenschaften zeichnet eine gute Führungskraft aus?

Resilienz und Geduld

Als Führungskraft wirst du früher oder später mit Konflikten auf unterschiedlichsten Ebenen konfrontiert werden. Die Fähigkeit der Resilienz hilft dir dabei, Spannungen zu bewältigen und sie als Anlass für Entwicklung zu nutzen. Damit schaffst du es nicht nur, Ängste und Sorgen deiner Mitarbeiter aufzunehmen und mit ihnen gemeinsam in Konstruktivität zu wandeln, sondern auch Druck und Zwang zu reduzieren. Resilienz ermöglicht es dir, auch in Stresssituationen auf deine Ressourcen zurückzugreifen, handlungsfähig und produktiv zu bleiben.

Ergänzt wird diese Fähigkeit idealerweise mit einer Menge Geduld. Einerseits, weil Konflikte sich häufig nicht von heute auf Morgen lösen. Andererseits weil Erfolg nicht über Nacht passiert und du wesentliche Entscheidungen nicht überstürzen solltest.

Emotionale Intelligenz

Um deine Kompetenz als Coach und Kommunikator aktiv zu leben und damit deine Mitarbeiter zu unterstützen, ist ein hoher Grad an emotionaler Intelligenz entscheidend. Bis zu einem gewissen Grad ist das eine Eigenschaft, die du bereits mitbringen musst. Es ist aber auch möglich die EI weiterzuentwickeln. Dazu gehört die konstante Arbeit an dir selbst. Diese Form der Empathie benötigt aktives Zuhören, Mitgefühl und Verständnis. Du versuchst die Gründe hinter dem Verhalten deiner Mitarbeiter zu verstehen und erkennst auf dem Weg Probleme und Gründe, die im Team oder Unternehmen liegen. Gleichzeitig wirst du so zur Vertrauensperson und Anlaufstelle für dein Team, nimmst eine Vorbildfunktion ein und kannst Konflikte schneller lösen. Auch, weil sie schneller an dich herangetragen werden, denn du kommunizierst auf Augenhöhe.


Umsichtiger und hilfsbereiter Vorgesetzter mit dem man alle Themen besprechen kann. Egal ob professionell oder privat.“ – Arbeitgeberbewertung bei H.Fuchs GesmbH


Konstruktivität und Lösungsorientiertheit

Du triffst als Führungsperson auf die unterschiedlichsten Charaktere, Arbeitsweisen und Stile, aber auch Problemlösetypen. Das kann für Spannungen in deinem Team sorgen. Konstruktives Verhalten und Lösungsorientiertheit hilft dir allerdings, für Verständnis innerhalb des Teams zu sorgen und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Das gilt natürlich auch für deine eigene Arbeitsweise. Weil Konstruktivität Ellenbogenverhalten verhindert, bist du in der Lage unterschiedliche Perspektiven zu verbinden und für ein übergeordnetes Ziel zu adaptieren. Dabei triffst du selbstverständlich Entscheidungen, verringerst jedoch Blindspots und inkludierst vielerlei Interessen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

Transparenz

Nichts ist schlimmer als ein Vorgesetzter, der sein Wort nicht hält. Um als Führungskraft das Vertrauen deines Teams zu gewinnen, vor allem aber um es zu behalten, ist Transparenz entscheidend. Dazu gehört die Fähigkeit, deine Absichten und Gründe für Entscheidungen klar und transparent zu kommunizieren. Ebenso wie, Ankündigungen und Versprechen umzusetzen. So verhinderst du Gerüchte, zeigst Pro-Aktivität und Verlässlichkeit. Weil deine Mitarbeiter wissen, dass sie von schlechten Nachrichten nicht überrascht werden und du im Fall des Falles weißt, wie man sie übermittelt, steigt das Sicherheitsgefühl und allgemeine Wohlbefinden und damit schlussendlich auch Produktivität und die positive Identifikation mit dem Unternehmen.

Leidenschaft

Eine unterschätzte, aber entscheidende Eigenschaft für Führungskräfte ist es nicht nur Leidenschaft zu haben, sondern sie auch aktiv zu zeigen. Die Produktivität des Einzelnen hängt sehr von der persönlichen Einstellung ab. Schaffst du es als Führungskraft dein Team zu begeistern und die Leidenschaft für das Produkt oder die Dienstleistung zu wecken, kannst du mit Sicherheit davon ausgehen, dass deine Mitarbeiter ihre Energie und Kompetenzen voll und ganz einbringen.

Verantwortungsbewusstsein

Jeder macht Fehler, das ist normal und gehört bis zu einem gewissen Grad auch zur Entwicklung dazu. Wie sollst du dich schließlich verbessern? Eine gute Führungskraft steht zu gemachten Fehlern und übernimmt Verantwortung für Fehlentscheidungen. Auch dann, wenn die Fehler von Mitarbeitern begangen wurden. Mit dem Finger zeigen und sich der Verantwortung zu entziehen ist keine gute Eigenschaft. Wirklich gute Vorgesetzte stellen sich im Ernstfall vor ihr Team und tragen die notwendigen Konsequenzen.


Kollegiales Verhalten, Respekt unter Kollegen, Arbeiten auf Augenhöhe“ – Arbeitgeberbewertung bei Dänisches Bettenlager


An dieser Stelle sei gesagt, dass keine der Fähigkeiten wirklich ohne die andere funktionieren kann. Gerade das Zusammenspiel der einzelnen Eigenschaften, macht eine wirklich gute Führungskraft aus. Leider hat nicht jeder das Glück, einen guten Vorgesetzten zu haben. Was du tun kannst, wenn du aktuell unter deinem Chef leidest, haben wir hier zusammengetragen.

 

 

Quelle:

[1] Umfrage Hochschule Osnabrück 
[2] Stand 22.1.2020