gute Führungskräfte

6 essentielle Eigenschaften, die eine gute Führungskraft ausmachen

Für viele Menschen bedeutet Führungskraft zu sein, ein Karriereziel erreicht zu haben. Um im Lead wirklich erfolgreich zu sein, bedarf es allerdings einer Reihe an Fähigkeiten. Bist du gerade selbst in einer Führungsposition und möchtest deine Performance verbessern oder ist die Chefetage dein erklärtes Karriereziel? Wir stellen die wichtigsten Kernkompetenzen und Eigenschaften vor, die du als Vorgesetzte oder Vorgesetzter mitbringen solltest.

„Mitarbeiter verlassen nicht Unternehmen, sie verlassen Vorgesetzte.“

Jede Führungskraft sollte wissen, wie wichtig die Vorgesetztenrolle ist und welchen Einfluss die Kompetenzen und Fähigkeiten auf die Zufriedenheit und Produktivität der Mitarbeitenden haben. Kompetente Manager zu haben, ist wesentlich, um als Unternehmen konkurrenzfähig zu sein und zu bleiben. Sie sorgen im ersten Schritt für die Zufriedenheit der Mitarbeiter, im zweiten Schritt für den Erfolg des Unternehmens. Denn glückliche Mitarbeiter bleiben länger und sind produktiver. In vielen Unternehmen dominiert allerdings noch ein veraltetes Verständnis von Führung und Hierarchie. Dabei stehen Eigenschaften wie Dominanz, Härte und Stärke im Vordergrund, um Führungspositionen zu rechtfertigen. Laut einer Umfrage der Hochschule Osnabrück sehen 80 Prozent der Befragten in schlechtem Führungsverhalten tatsächlich keinen Grund, sich von Vorgesetzten zu trennen.[1]

Auch eine aktuelle Auswertung unserer kununu Daten zeigt, dass problematische Führungsverhalten in deutschen Unternehmen be weitem keine Seltenheit ist. Darüber hinaus konnte festgestellt werden, dass Unternehmen, in denen das Vorgesetztenverhalten niedrig bewertet wird, tendenziell auch Arbeitgeber sind, die von ihren Mitarbeitern grundsätzlich niedriger bewertet werden. Umso wichtiger ist es also, dass Führungskräfte ausgezeichnete Fähigkeiten mitbringen, um das Team und damit letztlich auch das Unternehmen voranzubringen.

Die wichtigsten Kernkompetenzen

Ob Führungsverhalten gut oder schlecht ist, ist natürlich sehr subjektiv und kann von Team zu Team, aber auch von Branche zu Branche variieren. Project Oxgen von Google hat allerdings einige Kernkompetenzen identifiziert, die bei jenen, die als „gute Führungskräfte“ empfunden wurden, überdurchschnittlich häufig zu finden sind. Gute Führungskräfte:

  • sind gute Coaches
  • bestärken das Team und verzichten auf Micromanagement
  • interessieren sich für das persönliche und private Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden
  • sind produktiv und ergebnisorientiert
  • erweisen sich als gute Kommunikatoren
  • helfen bei der Karriereentwicklung
  • haben eine klare Vision und Strategie für ihr Team
  • besitzen fachliche Expertise, die dabei hilft, das Team zu beraten

Eigenschaften, die gute Führungskräfte auszeichnen

Neben diesen Kompetenzen gibt es auch eine Reihe an Eigenschaften, die gute Führungskräfte auszeichnen:

1. Resilienz und Geduld

Als Führungskraft wirst du früher oder später mit Konflikten auf unterschiedlichsten Ebenen konfrontiert werden. Die Fähigkeit der Resilienz hilft dir dabei, Spannungen zu bewältigen und sie als Anlass für Entwicklung zu nutzen. Damit schaffst du es nicht nur, Ängste und Sorgen deiner Mitarbeitenden aufzunehmen und mit ihnen gemeinsam in Konstruktivität zu wandeln, sondern auch Druck und Zwang zu reduzieren. Resilienz ermöglicht es dir, auch in Stresssituationen auf deine Ressourcen zurückzugreifen und dabei handlungsfähig und produktiv zu bleiben.

Ergänzt wird diese Fähigkeit idealerweise mit dem Charakterzug Geduld. Einerseits, weil Konflikte sich häufig nicht von heute auf morgen lösen. Andererseits weil Erfolg nicht über Nacht passiert und du wesentliche Entscheidungen nicht überstürzen solltest.

2. Emotionale Intelligenz

Um deine Kompetenz als Coach und Kommunikator aktiv zu leben und damit dein Team zu unterstützen, ist ein hoher Grad an emotionaler Intelligenz entscheidend. Bis zu einem gewissen Grad ist das eine Eigenschaft, die du bereits mitbringen musst. Es ist aber auch möglich deine EI weiterzuentwickeln. Dazu gehört die konstante Arbeit an dir selbst.

Für diese Form der Empathie benötigt es aktives Zuhören, Mitgefühl und Verständnis. Du versuchst die Gründe hinter dem Verhalten deiner Mitarbeiter zu verstehen und erkennst auf diesem Wege, wie du dein Team bestmöglich unterstützt. Gleichzeitig wirst du so zur Vertrauensperson und Anlaufstelle für deine Mitarbeitenden, nimmst eine Vorbildfunktion ein und kannst Konflikte schneller lösen. Auch, weil sie schneller an dich herangetragen werden, denn du kommunizierst auf Augenhöhe.

3. Konstruktivität und Lösungsorientierung

Du triffst als Führungsperson auf die unterschiedlichsten Charaktere, Arbeitsweisen und Stile, aber auch Problemlösetypen. Das kann für Spannungen in deinem Team sorgen. Konstruktives Verhalten und Lösungsorientierung hilft dir allerdings, für Verständnis innerhalb des Teams zu sorgen und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Das gilt natürlich auch für deine eigene Arbeitsweise. Weil Konstruktivität Ellenbogenverhalten verhindert, bist du in der Lage unterschiedliche Perspektiven zu verbinden und für ein übergeordnetes Ziel zu adaptieren. Dabei triffst du selbstverständlich Entscheidungen, verringerst jedoch Blindspots und inkludierst vielerlei Interessen, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren.

4. Transparenz

Nichts ist schlimmer als ein Vorgesetzter, der sein Wort nicht hält. Um als Führungskraft das Vertrauen deines Teams zu gewinnen, vor allem aber, um es zu behalten, ist Transparenz entscheidend. Dazu gehört die Fähigkeit, deine Absichten und Gründe für Entscheidungen klar und transparent zu kommunizieren, ebenso wie, Ankündigungen und Versprechen umzusetzen. So verhinderst du Gerüchte, zeigst Pro-Aktivität und Verlässlichkeit. Weil deine Mitarbeitenden wissen, dass sie von schlechten Nachrichten nicht überrascht werden und du im Fall des Falles weißt, wie man sie übermittelt, steigt das Sicherheitsgefühl und allgemeine Wohlbefinden und damit schlussendlich auch die Produktivität und die positive Identifikation mit dem Unternehmen.

5. Leidenschaft

Eine unterschätzte, aber entscheidende Eigenschaft für Führungskräfte ist es nicht nur, Leidenschaft hinsichtlich des Berufes zu haben, sondern sie auch aktiv zu zeigen. Die Produktivität des Einzelnen hängt sehr von der persönlichen Einstellung ab. Schaffst du es als Chef oder Chefin dein Team zu begeistern und die Leidenschaft für das Produkt oder die Dienstleistung zu wecken, kannst du mit Sicherheit davon ausgehen, dass deine Mitarbeiter ihre Energie und Kompetenzen voll und ganz einbringen.

6. Verantwortungsbewusstsein

Auch Verantwortungsbewusstsein ist eine essentielle Eigenschaft für Führungskräfte. Fehler passieren nunmal und gehören bis zu einem gewissen Grad auch zu einer guten Entwicklung dazu – egal in welcher Position an sich befindet. Als Vorgesetzte stehst du immer zu deinem Wort und stehst auch für Fehler oder falsche Entscheidungen ein. Du weißt, dass du immer die letzte Verantwortung trägst und auch wenn in deinem Team mal etwas schief läuft, weißt du damit verantwortungsbewusst umzugehen und trägst die notwendigen Konsequenzen.

Quelle:

[1] Umfrage Hochschule Osnabrück