Karriere
Sicherheit, aber ewige Bindung: Diesen Deal gehen Beamte genau ein
Ein praktisch unkündbarer Job, eine festgelegte Besoldung und eine Pension statt gesetzlicher Rente machen den Beamtenstatus attraktiv. Dagegen stehen Streikverbot, wenig Mitsprache beim Gehalt und eine enge Bindung an den Dienstherrn. Und: nur etwa jede dritte Person im öffentlichen Dienst ist überhaupt verbeamtet. Für wen lohnt sich eine Verbeamtung?
Wer wird eigentlich verbeamtet?
Beamt:innen arbeiten für einen öffentlich-rechtlichen Dienstherrn wie den Bund, ein Bundesland oder eine Kommune und stehen in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis. Statt eines Arbeitsvertrags erhalten sie eine Ernennungsurkunde, statt Gehalt eine Besoldung. Von rund 5,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst waren im Juni 2025 laut Destatis etwa 1,81 Millionen Beamt:innen und Richter:innen, alle anderen sind Tarifbeschäftigte mit einem regulären Arbeitsvertrag.

Das bringt der Beamtenstatus
- Sicherheit: Nach der Probezeit gilt eine Ernennung auf Lebenszeit, eine betriebsbedingte Kündigung gibt es nicht.
- Planbare Bezüge: Die Besoldung richtet sich nach Amt, Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe und steigt automatisch.
- Mehr Netto vom Brutto: Keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und gesetzlichen Krankenversicherung.
- Ruhegehalt statt Rente: Zum 1. Januar 2025 lag die durchschnittliche Beamtenpension bei 3.416 Euro brutto im Monat, deutlich über der gesetzlichen Durchschnittsrente.
- Beihilfe: Bei Krankheit werden Bezüge weitergezahlt, zusätzlich übernimmt der Dienstherr einen Teil der Kosten für Behandlung und Pflege.
- Hinterbliebenenschutz: Witwen und Witwer erhalten in der Regel 55 Prozent des Ruhegehalts.
Nachteile des Beamtenstatus
- Kein Streikrecht, auch nicht als Gewerkschaftsmitglied.
- Politische Zurückhaltung und Pflicht, dienstliche Anordnungen zu befolgen.
- Versetzungen und Abordnungen sind möglich, ein Wechsel des Dienstherrn braucht die Zustimmung aller Beteiligten.
- Gehalt lässt sich nicht verhandeln, nur über Stufen, Beförderungen oder Zulagen steigern.
- Bei freiwilligem Ausstieg drohen Verlust der Versorgung und kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I.
Für wen lohnt sich das?
Die Verbeamtung passt zu Personen, die langfristig im öffentlichen Dienst bleiben und ein planbares Einkommen einer individuellen Verhandlung vorziehen. Wer Branche, Wohnort oder Arbeitgeber öfter wechseln will, ist im Angestelltenverhältnis meist flexibler. Einen Anhaltspunkt zur eigenen Gehaltseinschätzung liefert ein Blick auf die Besoldungstabellen.