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Gehalt & Einkommen

Neue Zahlen: Wer so viel verdient, gehört zu den Top 10 %

von Julia P.
Veröffentlicht:  14. September 2026, 05:17
2 min
Konzentrierter Geschäftsmann im Anzug schreibt Notizen am Laptop im modernen Büro.

Eine neue Auswertung der Lohnsteuerdaten enthüllt, ab welchem Einkommen Beschäftigte in Österreich zu den oberen Verdienstgruppen zählen. Doch wo stehen konkrete Berufe und wie schneidet der Vergleich zwischen Österreich und Deutschland ab?

Neue Statistik zeigt, ab wann Einkommen als hoch gelten

Die Debatte über hohe und niedrige Gehälter hat durch eine neue Auswertung der österreichischen Lohnsteuerstatistik neue Vergleichswerte bekommen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das oberste eine Prozent der erfassten Einkommensbezieher:innen beginnt bei mehr als 12.551 Euro brutto im Monat (gerechnet mit 14 Gehältern). Für das oberste Zehntel braucht es mindestens 5.879 Euro, für die obersten 20 Prozent 5.051 Euro.

Die Lohnsteuerstatistik von Statistik Austria wertet dafür Verwaltungsdaten aus unselbstständiger Arbeit aus. Die Schwellen zeigen, wie ein Einkommen im Vergleich einzuordnen ist. Wichtige Einschränkung: In der Statistik werden auch Teilzeitkräfte mitgezählt, während Selbstständige und Pensionist:innen fehlen.

Die Schwellenwerte im Überblick

GruppeSchwelle (brutto, 14x/Jahr)Typische Berufsbilder in den Medienberichten
Top 1 %ab 12.551 €/MonatKonzern-Geschäftsführer:in, Bereichsleiter:in
Top 10 %ab 5.879 €/MonatMittleres Management, IT-/Finanzexpert:innen, Professor:in
Top 20 %ab 5.051 €/MonatTeamleiter:in, Softwareentwickler:in, Ingenieur:in
Besserverdienerab rund 3.427 €/MonatSchichtführer:in, Buchhalter:in, Lehrer:in
Normalverdienerab rund 2.909 €/MonatProduktionsmitarbeiter:in, Sachbearbeiter:in
Mittelverdienerrund 2.123–2.395 €/MonatEinzelhandel, Callcenter

Die Bezeichnungen „Besserverdiener“ oder „Normalverdiener“ sind dabei keine gesetzlichen Kategorien. Sie dienen der journalistischen Einordnung der Einkommensverteilung. Ein Jobtitel allein legt also nicht fest, zu welcher Gruppe eine Person gehört.

kununu Daten machen die Gehaltskluft sichtbar

Die Medienberichte machen die Statistik bereits greifbar, indem sie konkrete Berufsbilder nennen. Die kununu Auswertung zeigt, was Beschäftigte in diesen Berufen in Österreich im Durchschnitt verdienen.

JobtitelEinordnungØ Monatsbrutto AT (14 Gehälter)Ø Jahresbrutto AT
Professor:inTop 10 %6.364 €89.100 €
IT Architekt:inTop 10 %6.036 €84.500 €
Softwarearchitekt:inTop 20 %5.421 €75.900 €
Private BankerTop 20 %5.257 €73.600 €
Program Manager:inTop 20 %5.179 €72.500 €
Area Sales Manager:inTop 20 %5.086 €71.200 €
Steuerberater:inBesserverdiener5.029 €70.400 €
Product Owner:inBesserverdiener4.986 €69.800 €
Key Account Manager:inBesserverdiener4.943 €69.200 €
SAP-Berater:inBesserverdiener4.829 €67.600 €
Risikomanager:inBesserverdiener4.786 €67.000 €
Ingenieur:inBesserverdiener4.314 €60.400 €
Softwareentwickler:inBesserverdiener4.086 €57.200 €
Lehrer:inBesserverdiener3.586 €50.200 €
Buchhalter:inNormalverdiener3.114 €43.600 €
Sachbearbeiter:inNormalverdiener3.000 €42.000 €
Produktionsmitarbeiter:inZwischen den Schwellen2.771 €38.800 €
Verkäufer:inMittelverdiener2.171 €30.400 €
Call Center AgentUnterhalb der Mittelverdiener-Spanne2.093 €29.300 €
Basis: Selbstangaben aus der kununu-Gehaltsdatenbank. Die Werte sind Durchschnittswerte, keine Median- oder Einstiegsgehälter. Die Monatswerte sind zur Vergleichbarkeit durch 14 geteilt.

Der Abstand zeigt sich auch zwischen den konkreten Berufen: Professor:innen verdienen in Österreich im Schnitt knapp dreimal so viel wie Call-Center-Agents. Die Tabelle macht damit sichtbar, wie weit die Gehälter zwischen den Einkommensgruppen auseinanderliegen.

Österreich vs. Deutschland: Wo verdient man mehr?

Ein Blick über die Grenze zeigt deutliche Unterschiede je nach Branche:

  • Annäherung im Niedriglohnsektor: Verkäufer:innen und Call-Center-Agents bewegen sich in beiden Ländern auf ähnlich niedrigem Niveau. In Österreich liegen die Durchschnittsgehälter bei 30.400 Euro beziehungsweise 29.300 Euro brutto im Jahr; der Unterschied zu Deutschland beträgt jeweils nur rund 3 Prozent.
  • Deutschland liegt bei Technik und Vertrieb vorn: Ingenieur:innen verdienen in Deutschland im Schnitt 70.006 Euro brutto im Jahr, also rund 16 Prozent mehr als in Österreich (60.400 Euro). Auch Softwareentwickler:innen liegen mit 61.431 Euro rund 7 Prozent über dem österreichischen Vergleichswert von 57.200 Euro. Bei Key Account Manager:innen beträgt der Vorsprung rund 8 Prozent (74.661 Euro in Deutschland gegenüber 69.200 Euro in Österreich).
  • Österreich punktet bei Wissenschaft und Führung: Professor:innen verdienen in Österreich durchschnittlich 89.100 Euro brutto im Jahr und damit rund 6 Prozent mehr als in Deutschland. Bei Geschäftsführer:innen liegen beide Länder mit rund 104.000 bis 106.000 Euro weiterhin fast gleichauf.

Was die Zahlen für die Einordnung des eigenen Gehalts bedeuten

Ein statistischer Schwellenwert macht noch keinen Traumjob. Für die eigene Gehaltsverhandlung sind Branche, Berufserfahrung und Führungsverantwortung entscheidender als reine Tabellenwerte – ein eigener Gehaltsvergleich bleibt daher unverzichtbar.