Mann mit einem "Hilfe"-Post-it auf der Stirn

Mobbing am Arbeitsplatz: Der Selbsttest

Scheiße, morgen wieder Arbeiten – kennt jeder. Doch nicht immer sind es das nervige Projekt oder die miesen Arbeitsbedingungen, die Unmut und Angst hervorrufen. Mobbing ist mehr als ein nerviges Modewort. Im Gegenteil: Es ist bereits tief in unserem Arbeitsalltag verankert. Auch wenn wir es nicht merken – Mobber wird man schneller, als einem lieb ist.

Was geschieht beim Mobbing am Arbeitsplatz?

Rund 15 Prozent aller Arbeitnehmer[1] in Deutschland geben an, bereits zum Opfer von Mobbing in ihrem beruflichen Umfeld geworden zu sein. Besonders beliebt für Cybermobbing sind dabei die zunehmend asozialen „sozialen Medien“, gefolgt von Smartphone und Chatrooms. Sogar die scheinbar altbackene E-Mail dient zum Mobben.

Mobbing im Arbeitsalltag findet meist auf der psychologischen Ebene statt. Als Auslöser für den folgenden Psychoterror dienen häufig ungelöste oder nicht beachtete Konflikte. Ist ein vermeintlicher Sündenbock erst einmal ausgemacht, hat es die betroffene Person schwer, diese Stigmatisierung loszuwerden. Plötzlich ist immer genau diese Person der Grund, für alles was schief läuft. Sie wird ausgegrenzt, die erbrachte Leistung anders beurteilt und kein Fehler verziehen. Schlechte Nachrede und Gerüchte sind da natürlich inklusive. Mobbing geschieht nicht von heute auf morgen. Es läuft in Phasen ab und wird für die betroffene Person immer schlimmer.

Was die Opfer tun können, ist das Vier-Augen-Gespräch mit den Mobber zu suchen und selbst sauber zu bleiben. Wer Dinge offen und unaufgeregt anspricht, zeigt Stärke und signalisiert, dass er sich nicht auf dieses Niveau herablässt. Klingt sicher einfacher, als es ist.

Wer sich jetzt etwas ertappt fühlt, für den gibt es unseren Selbsttest. Denn: Nicht die Mobbing-Opfer sind das Problem – es sind die Mobber. Unsere Empfehlung ist bereits bei ersten Anzeichen, präventive Maßnahmen zu ergreifen.

Das bist Du ein Mobber Flowchart

Der Diktator

Du bist ein ganz toller Hecht: Viel Kohle, schnelle Karre und Du bist der Boss. Leider siehst Du Deine Kinder nur selten, Deine zweite Frau hat einen Playboy und es gibt eben immer einen größeren Fisch im Teich. Damit kommt Dein Ego leider nicht so gut klar. Klar ist hingegen, wer dafür büßen muss: Deine Angestellten. Das einzig Positive an der Sache: Die Gefahr, dass Dir jemand im Zuge der Kündigung mal so richtig die Meinung geigt, steigt täglich.

Das Lästermaul

Schönheit, Beleibtheit und Intelligenz sind jene Eigenschaften, die Dich auszeichnen – nicht. Du bist kein Workaholic und hast schon lange eingesehen, dass die Sprossen der Karriereleiter ein paar Nummern zu groß für Dich sind. Deshalb hast Du ein anderes Sprungbrett in der Abteilung Gossip und Gerüchte gewählt: Dein loses Mundwerk. Steht ein Kollege im Mittelpunkt, stehst Du schon im Keller und gräbst ein paar Leichen aus. Neue Outfits werden von Dir in der Luft zerrissen und befördert wird man nur, wenn man sich hochschläft. Aber das hast Du natürlich nur Mal so zufällig am Gang gehört. Das face to face bei Dir hinter vorgehaltener Hand bedeutet, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Der Prakti-Basher

Du bist ein ganz spezieller Fall: Du mobbst nicht um zu zeigen, wer den Längeren hat und auch nicht, um Deine Minderwertigkeitskomplexe zu besänftigen. Nein, Du tust es aus Langweile und aus Spaß an der Freude. Dran glauben muss natürlich der Deiner Auffassung nach persönliche Büro-Knecht: Der Praktikant. Klar, der braucht das, der verträgt das und wie das so ist, muss jeder mal Lehrgeld zahlen. Er zieht eben immer den Kürzeren und das wisst Ihr beide.

Der Gruppenmobber

Du bist wahrscheinlich selbst ein potentielles Mobbing-Opfer. Doch anstatt Hilfe zu suchen, teilst Du Lieber selbst aus. In der Gruppe geht das Ganze selbstverständlich viel leichter von der Hand. Ziehst Du nicht mit, rückst Du selbst ins Rampenlicht. Da soll es Doch lieber den Kollegen erwischen. Alles gut. Und das schlechte Gewissen? Nun ja: Geteiltes Leid ist eben doch halbes Leid.

The good Guy

Gratuliere! Du bist kein Kollegenschwein.

[1] statista.com