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Und dennoch lohnt sich Arbeit

Grundsicherung vs. Job: Selbst die miesesten Gehälter schlagen das neue Bürgergeld

Veröffentlicht:  19. Mai 2026, 07:15
2 min
Person mit Wischmopp und Eimer mit Reinigungsmitteln und Handschuhen vor Sofa in Innenraum.

Ab Juli 2026 wird das Bürgergeld zur neuen Grundsicherung. Ob sich damit die finanzielle Situation von Bürgergeldempfänger:innen verbessert? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber lohnt sich die neue Grundsicherung dann vielleicht im Vergleich zu den am schlechtesten bezahlten Jobs Deutschlands?

Wie viel Gehalt bleibt bei der Grundsicherung?

Man muss die Grundsicherung erstmal in eine konkrete Zahl übersetzen, um sie mit den Gehältern der schlechtbezahlten Jobs zu vergleichen. Alleinstehende Grundsicherungsempfänger:innen kommen im Schnitt auf rund 1.076 Euro monatlich, die sich aus 563 Euro Regelsatz plus den durchschnittlich übernommenen Kosten für Unterkunft und Heizung zusammensetzen. Das sind rund 12.900 Euro im Jahr.

Natürlich handelt es sich hierbei um einen Nettobetrag. Arbeitnehmer:innen in sozialversicherungspflichtigen Jobs bräuchten in Steuerklasse 1 ein ungefähres Bruttoeinkommen von 22.000 Euro, um mit Abzügen netto auf die 12.900 Euro zu kommen.

Eine Person in heller Arbeitskleidung sitzt an einem Tisch und unterschreibt ein Dokument auf einem Klemmbrett.
Wenn Mindestlohn und Sozialleistungen beide nahe an das Existenzminimum sinken, kann Grundsicherung zur rational überlegenen Wahl werden, so Studien. Für Deutschland gilt das derzeit nicht.

So viel verdienen die schlechtbezahltesten Berufe im Vergleich zur Grundsicherung

Lieber arbeiten oder Grundsicherung beziehen? Die Rechnung fällt eindeutig aus. Laut kununu Gehaltscheck liegen sogar die am schlechtesten bezahlten Berufe noch über der theoretischen Messlatte von 22.000 Euro:

Am Jahresende bleibt in allen drei Fällen mehr in der Tasche – und das, obwohl bei einem Gehalt Steuern und Sozialabgaben anfallen, die bei der Grundsicherung wegfallen.

Druck auf Grundsicherungsempfänger:innen steigt

Die Politik macht – nicht erst seit der beschlossenen Bürgergeldreform – Druck auf Grundsicherungsempfänger:innen. Mit der Einführung der neuen Grundsicherung sollen Solidarität und Eigenverantwortung noch relevanter werden. Schärfere Mitwirkungspflichten, schnellere Sanktionen und eine strengere Vermögensprüfung sollen Menschen schneller (wieder) in die Arbeit bringen. Am Regelsatz des neuen Bürgergelds ändert sich aber vorübergehend nichts. Die Nullrunde gilt weiter und die 563 Euro bleiben bestehen.

Das untere Ende der Gehaltsskala ist damit geklärt. Was am oberen Ende möglich ist, zeigt dieser Überblick über die bestbezahltesten Berufe in Deutschland.