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Renten Nachzahlung

Mütterrente III: 10 Millionen Rentner:innen bekommen 2028 eine Nachzahlung

Veröffentlicht:  14. Mai 2026, 07:25
2 min
Ein älterer Mann sitzt nachdenklich auf einem Sofa und zählt Geldscheine an einem Wohnzimmertisch mit Taschenrechner und Unterlagen.

Rund zehn Millionen Rentner:innen in Deutschland können sich 2028 auf eine Nachzahlung freuen – zusätzlich zur regulären Rentenerhöhung. Grund ist die Mütterrente III, die eine jahrzehntelange Ungleichbehandlung bei Kindererziehungszeiten beendet. Auszahlung 2028, der Anspruch gilt aber schon ab 1. Januar 2027.

Ein halber Rentenpunkt mehr pro Kind

Im Kern schließt die Mütterrente III eine Lücke, die viele Eltern jahrzehntelang benachteiligt hat. Bislang rechnete die Rentenversicherung für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, nur 30 Monate Erziehungszeit an. Für später geborene Kinder waren es 36 Monate. Mit der Reform werden die zusätzlichen sechs Monate auch für die älteren Jahrgänge anerkannt.

Konkret bedeutet das: einen halben Rentenpunkt mehr pro Kind. Nach aktuellem Stand entspricht das rund 20,40 Euro monatlich pro Kind. Bei drei vor 1992 geborenen Kindern summiert sich das auf gut 61 Euro im Monat, dauerhaft. Die Deutsche Rentenversicherung bestätigt: Berechtigte müssen in der Regel nichts tun, die Ansprüche werden automatisch geprüft.

Mütterrente III auf einen Blick:

  • Wer profitiert? Eltern mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden (Mütter und Väter)
  • Wie viel? Ein halber Rentenpunkt pro Kind, aktuell rund 20,40 Euro im Monat
  • Ab wann? Rechtlicher Anspruch ab 1. Januar 2027
  • Wann kommt das Geld? Auszahlung erst 2028, dann inklusive Nachzahlung für 2027
  • Antrag nötig? Nein, die Prüfung läuft automatisch – Voraussetzung sind erfasste Erziehungszeiten

Warum die Auszahlung erst 2028 kommt

Ursprünglich sollte die Mütterrente III bereits zum 1. Januar 2027 ausgezahlt werden. Die Rentenversicherung verweist jedoch auf den enormen technischen Aufwand: Mehr als zehn Millionen Rentenbescheide müssen neu berechnet werden, dazu kommen Auswirkungen auf Hinterbliebenenrenten.

Der Anspruch entsteht trotzdem rückwirkend ab Januar 2027. Berechtigte bekommen 2028 also nicht nur die laufende erhöhte Rente, sondern zusätzlich eine Nachzahlung für das gesamte Jahr 2027. Bei drei Kindern wären das rein rechnerisch über 730 Euro.

Wichtiges Detail für Väter

Auch Väter profitieren – aber nur, wenn die Kindererziehungszeiten in ihrer Rentenbiografie eingetragen sind. Bei gemeinsamer Erziehung werden die Zeiten nicht automatisch aufgeteilt. Ohne rechtzeitige gemeinsame Erklärung bleiben sie der Mutter zugeordnet – selbst beim Wechselmodell. Wer unsicher ist, kann die Erziehungszeiten mit dem Formular V0800 bei der Rentenversicherung feststellen lassen.

Die Reform bringt Millionen Menschen mehr Geld. Sie zeigt aber auch, wie stark die deutsche Rentenberechnung bis heute von Stichtagen und Geburtsjahrgängen abhängt.