Zum Inhalt springen

Rente & Altersvorsorge

3.742 Euro Höchstrente aber nur 0,2 Prozent der Frauen kommen in die Nähe

von Marie S.
Veröffentlicht:  11. Mai 2026, 10:07
2 min
Ältere Frau mit Brille sitzt nachdenklich vor einem Laptop und blickt hoffnungsvoll nach oben.

Die gesetzliche Höchstrente in Deutschland liegt ab Juli 2026 bei rund 3.742 Euro brutto im Monat. Erreichen werden diesen Betrag aber nur die wenigsten. Ein Blick auf die Durchschnittszahlen zeigt, wie groß der Abstand zwischen Theorie und Realität im deutschen Rentensystem tatsächlich ist und wie ungleich er zwischen Männern und Frauen verteilt ist.

Wie die 3.742 Euro zustande kommen

Entgeltpunkte sind die Währung der Rentenversicherung. Wer 2026 genau 51.944 Euro brutto verdient (das vorläufige Durchschnittsentgelt), erhält dafür einen Punkt. Wer mehr verdient, sammelt mehr Punkte (maximal 1,95 Entgeltpunkte pro Jahr). Wer weniger verdient, entsprechend weniger.

Ab Juli 2026 steigen die Renten bundesweit um 4,24 Prozent. Ein Rentenpunkt ist damit nicht mehr 40,79 Euro wert, sondern 42,52 Euro. Die Bundesregierung hat die Erhöhung per Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 festgelegt.

Um die gesetzliche Höchstrente zu erreichen, muss man 45 Jahre lang ununterbrochen ein Gehalt auf Höhe der Beitragsbemessungsgrenze verdient haben. 2026 liegt diese Grenze bei 101.400 Euro brutto im Jahr, also rund 8.450 Euro pro Monat.

Wer von 1982 bis 2026 durchgehend auf Beitragsbemessungsgrenze eingezahlt hat, sammelt insgesamt 88 Entgeltpunkte. Diese werden mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert:

88 × 42,52 Euro (ab 1. Juli 2026) ergibt 3.741,76 Euro brutto als mögliche Höchstrente.

Davon gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ab. Realistisch ist für die meisten „Höchstrentner:innen“ ein Zahlbetrag von 3.000 bis 3.300 Euro, der dann noch versteuert werden muss.

Frauen kommen im Schnitt auf 1.459 Euro

So beeindruckend die 3.742 Euro klingen: Für die Mehrheit der Beschäftigten haben sie mit der eigenen Rentenwirklichkeit nichts zu tun. Laut sozialpolitik-aktuell.de erhielten 2024 nur 2,1 Prozent der Männer und gerade einmal 0,2 Prozent der Frauen einen Zahlbetrag von mehr als 2.700 Euro im Monat. Die 3.742 Euro Höchstrente liegen für Frauen damit praktisch außer Reichweite.

Besonders deutlich wird die Lücke bei einem Blick auf die Durchschnittsrente nach 35 und mehr Versicherungsjahren: Männer kamen 2024 auf 1.892 Euro brutto im Monat, Frauen nur auf 1.459 Euro. Das sind über 400 Euro Unterschied. Der Grund: Teilzeitarbeit, Kindererziehungszeiten und niedrigere Löhne schlagen sich direkt in der Rente nieder.

Zur Einordnung die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Höchstrente ab Juli 2026: rund 3.742 Euro brutto
  • Standardrente nach 45 Jahren Durchschnittsverdienst: 1.913 Euro brutto
  • Durchschnittsrente Männer (35+ Versicherungsjahre): 1.892 Euro brutto
  • Durchschnittsrente Frauen (35+ Versicherungsjahre): 1.459 Euro brutto
  • Durchschnittlicher Zahlbetrag aller Altersrenten (nach Abzug von KV/PV, vor Steuer): 1.154 Euro

Warum sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen riskant ist

Dass die Bundesregierung per Rentenwertbestimmungsverordnung 2026 eine Erhöhung des Rentenwerts festgelegt hat, ist für viele eine gute Nachricht. Für einen Rentner mit 1.500 Euro sind das immerhin 63,60 Euro mehr pro Monat.

Fest steht: Wer im Alter gut abgesichert sein will, muss selbst vorsorgen. Außerdem ist es wichtig, regelmäßig das Gehalt nachzuverhandeln, denn mehr Gehalt bedeutet immer auch mehr Rentenpunkte.

Der kununu Gehaltsvergleich zeigt, welche Branchen und Unternehmen überdurchschnittlich zahlen und was andere Menschen in ihren Jobs verdienen.