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Karriere & Bewerbung

„Erzählen Sie etwas über sich“: Mit dieser Formel gelingt das Jobinterview

von Anna W.
Veröffentlicht:  29. August 2026, 08:22
2 min
Zwei weiblich gelesene Personen geben sich freundlich, aber förmlich die Hand

„Erzählen Sie etwas über sich“ – Diese Frage gehört zu den Klassikern im Bewerbungsgespräch in Deutschland. Viele Bewerber:innen geraten bei dieser offenen Frage trotzdem ins Stocken. Eine einfache Struktur hilft, in etwa einer Minute das zu erzählen, was für die ausgeschriebene Stelle wirklich zählt.

Drei Punkte reichen für eine gute Selbstvorstellung

Die Frage kommt oft gleich am Anfang – und sie ist weniger kompliziert, als sie klingt. Recruiter:innen erwarten keine lückenlose Nacherzählung des Lebenslaufs. Sie möchten vor allem einordnen können, welche Erfahrungen zur Stelle passen und warum die Bewerbung interessant ist. Weitere typische Fragen und ihre Funktion erklärt der kununu Überblick zum Bewerbungsgespräch.

Nicht jede Station aus dem Lebenslauf gehört in die Selbstvorstellung. Aussagekräftiger ist ein Beispiel, das direkt zeigt, was die Person für die Zielposition mitbringt.

Die 60-Sekunden-Formel

Für die Antwort reichen drei Stationen: Was machen Sie aktuell? Welche Erfahrung passt zur Stelle? Und warum bewerben Sie sich gerade hier? Wer diese Fragen nacheinander beantwortet, kommt meist automatisch zu einer klaren Selbstvorstellung.

  • Jetzt: aktuelle Rolle, Ausbildung oder fachlicher Schwerpunkt
  • Bisher: eine oder zwei Erfahrungen, die zur Stelle passen
  • Warum hier: konkreter Bezug zum Unternehmen und zur ausgeschriebenen Aufgabe

Drei Beispiele für unterschiedliche Berufsstufen

Berufseinstieg:

„Ich habe gerade mein Studium der Wirtschaftspsychologie abgeschlossen und mich auf Personalentwicklung konzentriert. In einem Praxisprojekt habe ich ein digitales Onboarding-Konzept entwickelt und mit mehreren Beteiligten abgestimmt. Jetzt möchte ich diese Erfahrung in einem HR-Team weiter vertiefen.“

Fachkraft:

„Ich arbeite seit vier Jahren im B2B-Vertrieb und betreue mittelständische Kund:innen. Zuletzt habe ich den Follow-up-Prozess in meinem Team neu aufgesetzt und damit die Abschlussquote verbessert. An dieser Stelle interessiert mich besonders die Verbindung aus Beratung und einem erklärungsbedürftigen Produkt.“

Führungskraft:

„Ich leite derzeit ein zehnköpfiges Customer-Success-Team und habe zuletzt neue Betreuungsprozesse eingeführt. Mir ist wichtig, klare Ziele mit regelmäßigem Feedback zu verbinden. Die ausgeschriebene Position spricht mich an, weil ich in der Wachstumsphase Strukturen und ein gutes Team weiterentwickeln kann.“

Wer zu viel erzählt, verliert schnell den roten Faden

Eine Selbstvorstellung wird unnötig lang, wenn sie mit der Schulzeit beginnt oder den gesamten Lebenslauf nacherzählt. Auch Sätze wie „Ich bin teamfähig und motiviert“ sagen wenig, wenn kein Beispiel folgt. Zwei oder drei konkrete Informationen reichen meistens. Die Antwort darf vorbereitet sein, sollte aber nicht wie ein auswendig gelernter Text klingen. Hinweise zum Umgang mit persönlichen Stärken und Schwächen bietet der kununu Ratgeber zur häufigen Bewerbungsfrage.

Ein kurzer Einstieg hilft bei der Stressfrage

Kommt die Frage unerwartet, kann ein kurzer Satz Zeit und Orientierung geben: „Gerne – ich starte mit meiner aktuellen Rolle und gehe dann auf die Erfahrungen ein, die für die Stelle wichtig sind.“ Danach folgt die vorbereitete Antwort. Am Ende passt eine Rückfrage wie: „Zu welchem Punkt möchten Sie mehr erfahren?“ So bleibt die Selbstvorstellung ein Gesprächseinstieg und wird kein Vortrag.