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Bewerbungsgespräch

Mit dieser Frage testest du deine potenzielle Führungskraft im Bewerbungsgespräch

von Dunja R.
Veröffentlicht:  6. August 2026, 17:50
2 min
Person mit Brille im hellen Anzug und schwarzer Krawatte blickt mit geöffnetem Mund nach oben; warmes Licht und unscharfer Innenraum im Hintergrund.

Ein Bewerbungsgespräch dauert selten länger als eine Stunde. Trotzdem reicht oft ein einziger Moment, um zu erahnen, wie der Arbeitsalltag später wirklich aussehen wird. Der Trick liegt nicht etwa in einer cleveren Beobachtung, sondern in einer gezielten Gegenfrage, die kaum jemand stellt.

Diese Frage bringt jeden aus dem Konzept

Die meisten Fragen im Gespräch stellt der Arbeitgeber, das soll auch so sein. Doch im Bewerbungsgespräch ist auch Eigeninitiative gefragt. Schließlich sollte man selbst herausfinden, ob der Arbeitgeber zu einem passt.

Was passiert, wenn ich Ihnen widerspreche?“ Diese Frage bringt auch erfahrene Führungskräfte oft kurz aus dem Konzept und genau das macht sie wertvoll. Standardfragen wie „Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?“ lassen sich mit Standartantworten abfrühstücken. Eine ungeahnte Frage hingegen ruft eher eine echte Reaktion hervor als eine geübte.

Ein Bewerbungsgespräch ist keine Einbahnstraße: Beide Seiten sollten herausfinden, ob sie zueinander passen.

Google kennt die Antwort schon

Diese Frage ist nicht beliebig. Google ist der Frage 2012 im großangelegten Projekt Aristoteles nachgegangen und hat dafür Muster in 180 Teams untersucht. Sie vermuteten, dass der Umgang mit Widerspruch sehr viel über Führung aussagen könnte.

Das Ergebnis: Nicht Fachwissen oder Erfahrung der Teammitglieder entschied über Erfolg, sondern ein einziger Faktor: psychologische Sicherheit. Gemeint ist das Gefühl, in einer Gruppe frei sprechen zu können, ohne negative Konsequenzen fürchten zu müssen.

Das Konzept stammt ursprünglich von der Harvard-Professorin Amy Edmondson, die es bereits Ende der Neunzigerjahre beschrieben hat. Wie eine Führungskraft auf Widerspruch reagiert, ist demnach kein Nebenaspekt guter Führung, sondern einer ihrer stärksten Indikatoren.

Wie sich die Antwort richtig lesen lässt

  • Nennt die Führungskraft ein konkretes Beispiel, etwa eine Entscheidung, die durch einen Einwand aus dem Team noch einmal überdacht wurde, ist das ein gutes Zeichen.
  • Wird offen auf die Frage eingegangen und werden sogar Gegenfragen zu Details der hypothetischen Situation gestellt, ist auch das ein gutes Zeichen.
  • Bleibt die Antwort vage und dreht sich nur um Begriffe wie „offene Tür“ oder „flache Hierarchien“, ohne eine reale Situation zu nennen, lohnt sich Nachfragen.
  • Wirkt schon die Frage selbst unangenehm, ist auch das eine Antwort, allerdings eine negative und unfreiwillige.
  • Genauso wichtig ist der Blick auf Mimik und Gestik: Sagt der Körper etwas anderes als die Worte, lohnt es sich, genauer hinzuhören.

Der Vorteil dieser einen Frage: Sie zeigt in wenigen Sekunden, was sich sonst erst nach Monaten im Job zeigt.