Bewerbung: Aus diesen 10 Gründen sagen Personaler wirklich ab

Du hast deine ganze Energie in deinen Bewerbungsprozess gesteckt und wartest bereits seit Wochen auf eine Rückmeldung des Unternehmens. Als dich diese in Form einer Absage und ohne Begründung erreicht, ist die Enttäuschung groß und das Selbstwertgefühl sinkt. Doch bevor du gleich die Flinte ins Korn wirfst, solltest du überlegen, was der Auslöser für die Absage gewesen sein könnte, möglicherweise hat dies gar nichts mit deinen Qualifikationen zu tun.

Wir haben die häufigsten Absagegründe gesammelt, um dich dabei zu unterstützen, mehr Klarheit in deinen Bewerbungsprozess zu bekommen. Mehr dazu in diesem Artikel.

Absagegründe vor dem Bewerbungsgespräch

In diesem Fall haben die Personalverantwortlichen bereits frühzeitig entschieden, dass der Prozess für dich nicht weitergehen wird. An diesen fünf Gründen könnte es gelegen haben.

1. Fehlerhafte oder unvollständige Bewerbungsunterlagen

Personaler bekommen täglich eine Vielzahl an Bewerbungen übermittelt und entscheiden anhand bestimmter Faktoren wie Fehlerlosigkeit oder Vollständigkeit, ob die Unterlagen genauer durchgelesen oder gleich aussortiert werden. Darüber hinaus spielt die optische Gestaltung ebenfalls eine große Rolle. Hierbei gilt es zu beachten, dass das Layout an die angestrebte Stelle angepasst wird.

Ein Tipp von uns: Nachdem du deine Bewerbungsdokumente erstellt hast, bitte Freunde oder Familie darum, einen prüfenden Blick darauf zu werfen. Oft werden hierbei Fehler entdeckt, die dir trotz Verfassen und mehrmaligem Lesen gar nicht auffallen. Die gute Nachricht: Übermittelst du gute Unterlagen und passt dein Profil zur Stelle, ist es leicht möglich, dass Rückmeldungen der Personaler nicht lange auf sich warten lassen.


„Nach dem Versenden meiner Bewerbungsunterlagen wurde ich bereits wenige Minuten später telefonisch kontaktiert.“ – Bewerbungsbewertung bei aristid personalberatung Schmidt & Partner KG


2. Unpassende Gehaltsvorstellungen 

Entscheidest du dich, deine Gehaltsvorstellungen bereits in deinem Anschreiben bekanntzugeben, ist es wichtig, dass diese für die Position passend, wohl überlegt und für dich sinnvoll begründet sind. Ansonsten kann es schnell passieren, dass sich die Personalverantwortlichen aufgrund des unrealistischen Betrages für eine Absage entscheiden.

In Österreich ist es übrigens gesetzlich verpflichtend, ein Mindestgehalt in Stellenanzeigen anzuführen. Daran kann man sich als Bewerber oder Bewerberin gut orientieren und erkennt, ob der angegeben Betrag mit den eigenen Vorstellungen annähernd übereinstimmen könnte. In Deutschland und der Schweiz ist das nicht der Fall. Hier ist vor der Bewerbung Recherche gefragt, um einschätzen zu können, wie viel Gehalt man in der neuen Position verdienen könnte.


„Das Gehalt entsprach meiner in der Bewerbung angegebenen Gehaltsvorstellung.“ – Arbeitgeberbewertung bei CDS Unternehmensgruppe


3. Über- oder Unterqualifikation

Eine Absage kann dich auch aufgrund von Über- oder Unterqualifikation erreichen. Wichtig ist, dass du dir noch bevor du dich bewirbst die Stellenanzeigen im Detail durchliest und überlegst, ob du auch die meisten Anforderungen erfüllst.

Wenn dem so ist, ist es im weiteren Schritt wichtig zu überlegen, ob du möglicherweise sogar mehr Qualifikationen besitzt, als gefordert. Hast du hierbei das Gefühl, dass dir die Tätigkeiten nicht abwechslungsreich genug wären und du eigentlich schon sehr viel mehr an Erfahrung mitbringst als überhaupt benötigt, könnte das ein Anzeichen für Überqualifikation und ein Grund für eine Absage sein.


4. Zu wenig Berufserfahrung

Vielen Arbeitgebern ist ein gewisses Maß an Berufserfahrung sehr wichtig. Möglicherweise hast du gerade deinen Uni-Abschluss erlangt und besitzt theoretisch alle geforderten Qualifikationen. Du fühlst dich bereit, im Berufsleben so richtig durchzustarten, um dein Können unter Beweis zu stellen doch erhältst keine Einladung zum Gespräch.

Viele Bewerber und Bewerberinnen werden in dieser Phase mit einer Absage konfrontiert, da trotz der vorhandenen Kenntnisse, die Erfahrung in der Praxis fehlt. Hier gilt es in jedem Fall dranzubleiben und gezielt weiterhin Bewerbungen auszusenden, da es zahlreiche Unternehmen gibt, die gute Kandidaten einstellen, auch wenn sie erst wenig Berufserfahrung sammeln konnten.


„Fähige Mitarbeiter werden trotz jungen Alters und geringer Berufserfahrung z.T. mit sehr interessanten Aufgaben versehen.“ – Arbeitgeberbewertung bei Imex Trading


5. Schlechter Bewerbungszeitpunkt

Nicht bei jeder Stellenanzeige steht das Veröffentlichungsdatum dabei und auch der Einstellungszeitpunkt wird vom Unternehmen nicht immer erwähnt. So kann es leicht sein, dass du mit deiner Bewerbung einfach ein paar Tage zu spät bist und der Bewerbungsprozess schon sehr weit fortgeschritten ist.

Eine Jobabsage muss also gar nicht unbedingt mit deinen Fähigkeiten und deiner Qualifikation zu tun haben, sondern kann einfach nur an einem schlecht gewählten Zeitpunkt liegen. Auch hier gilt es, sich nicht entmutigen zu lassen und sich weiterhin auf passende Positionen zu bewerben, irgendwann ist das Timing bestimmt richtig.


„Stelle bereits vergeben, dafür konstruktives Feedback zur eigenen Bewerbung.“ – Bewerbungsbewertung bei Tractive


 

Absagegründe nach dem Bewerbungsgespräch

In diesem Fall hattest du dein Vorstellungsgespräch bereits und wartest auf eine Rückmeldung deines potenziellen Arbeitgebers. Welche Gründe in diesem Fall für eine Absage sprechen könnten, erklären wir hier.

1. Mangelnde Vorbereitung auf das Gespräch

Ein Grund, weshalb du im persönlichen Gespräch nicht von dir überzeugen konntest, ist möglicherweise mangelnde Vorbereitung auf das Interview. Wirst du beispielsweise gefragt, was der Unternehmensgegenstand deines potenziellen Arbeitgebers ist und hast keine Antwort darauf parat, macht das keinen kompetenten Eindruck. Darüber hinaus vermittelst du das Gefühl, kein Interesse an dem Unternehmen zu haben.

Bereite dich also umfassend auf das Gespräch vor. Informiere dich über Hard-Facts wie beispielsweise Unternehmensgegenstand, Mitarbeiteranzahl oder Standorte und überlege dir auch, mit welchen Argumenten über deine eigene Person du die Recruiter überzeugen könntest. Eine gute Vorbereitung ist in vielen Fällen der Schlüssel zum Erfolg.


„Ein Bewerbungsprozess wie aus dem Lehrbuch.“ – Bewerberbewertung bei s ServiceCenter


2. Fehlende Nachweise deiner Qualifikationen

Besitzt du zwar zahlreiche Qualifikationen, kannst diese aber vor Ort beim Gespräch nicht belegen, wirkt sich dies nicht gut auf deinen Bewerbungsprozess aus. Zwar werden dir die Personaler glauben, wenn du von deinen fachlichen Skills erzählst, noch besser ist es aber, Beweise in Form von Zeugnissen parat zu haben.

Fordere daher spätestens bis zum Vorstellungsgespräch etwaige Zeugnisse von deinen (Ex-)Arbeitgebern oder von schulischen und universitären Einrichtungen ein. Beim Gespräch kannst du dann einfach während du von einen Fachkenntnissen erzählst, das Zertifikat vorlegen – das erhöht deine Glaubwürdigkeit um einiges und lässt dich professioneller wirken.


„Mir wurden Fragen zu meiner Person, meinem Werdegang sowie meinen Qualifikationen gestellt.“ – Bewerberbewertung bei pixelart GmbH


3. Mangelnder Team-Fit

Möglicherweise passt du fachlich zwar sehr gut auf die Position und bekommst trotzdem eine Absage übermittelt. Grund dafür kann auch sein, dass du persönlich nicht in das Team passt, mit dem du zukünftig arbeiten würdest. Das bedeutet in keinem Fall, dass du nicht in Ordnung bist, wie du bist, sondern lediglich, dass sich deine Charakterzüge möglicherweise mit jenen deiner potenziellen Teammitglieder nicht gut vereinen lassen würden.

Für das Gespräch gilt aber trotzdem, dass du authentisch sein und dich keinesfalls verbiegen solltest, um die Zusage zu erhalten. Die Konsequenz davon wäre, dass du im späteren Arbeitsalltag womöglich Schwierigkeiten haben könntest, da die verschiedenen Charaktere im Team einfach nicht gut zueinanderpassen. Daher: Bleib so wie du bist, der richtige Arbeitgeber möchte dich genau so haben und es gibt bestimmt Teams, für die du eine Bereicherung bist.


„Absage kam dann per Mail mit der Begründung man passe nicht ins Team.“ – Bewerberbewertung bei Homegate AG


4. Interne Besetzung

In manchen Branchen und Berufsfeldern müssen Stellen verpflichtend öffentlich ausgeschrieben und externe Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Eigentlich spekuliert aber schon ein interner Mitarbeiter auf den Posten und wird – weil er bereits eingearbeitet wurde und die Materie kennt – gegenüber dir als Externer im Bewerbungsprozess bevorzugt.

Diese Vorgehensweise ist zwar häufig gängige Praxis, kann aber für dich in großer Enttäuschung über die Absage enden. Leider ist dieser Absagegrund kaum von dir selbst beeinflussbar. Du kannst aber nach dem Bewerbungsgespräch immer um Feedback bitten und nachfragen, woran es genau gelegen hat. So bringst du Klarheit in deinen Prozess und erfährst, wie es zur Absage gekommen ist.


„Viele Posten werden intern besetzt.“ – Arbeitgeberbewertung bei Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft


5. Der zweite Platz

Der ganze Bewerbungsprozess ist durchlaufen und dein Gefühl sagt dir, dass es endlich mit dem Traumjob geklappt hat. Und dann? Die Absage, weil ein Bewerber gefunden wurde, der besser zu der Stelle passt, obwohl du das Gefühl hattest, dass du der „Perfect Match“ bist.

Auch dieser Absagegrund kommt häufig vor und trifft gute Bewerber und Bewerberinnen. Leider kommt es hier oft nur auf Kleinigkeiten an, die dir die Absage kosten. Wenn du aber bereits in die engere Auswahl gekommen bist, kannst du dich mit Selbstbewusstsein weiteren Bewerbungsprozessen widmen. Beim nächsten Mal klappt es bestimmt.


„Schade dass es trotz engerer Auswahl nicht für den Job gereicht hat.“ – Bewerberbewertung bei BayWa AG 


Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.