Macher, Koordinator oder Perfektionist: Welche Rolle hast du im Team?

Die Kompetenz, im Team arbeiten zu können, ist in den meisten Berufen von großer Bedeutung. Um gemeinsam Erfolge zu erzielen, ist es aber auch wichtig, dass sich die Mitglieder darüber bewusst sind, dass es verschiedene Rollen im Team gibt und dass dementsprechend auch eine gewisse Gruppendynamik entsteht, die einen Einfluss auf die Zusammenarbeit hat. Wir verraten hier, welche Rollen es gibt, warum es bedeutend ist, dass man die eigene Rolle und die der Kollegen kennt und wie man in einfachen Schritten gemeinsam eine Teamanalyse durchführt.

Die Relevanz von Teamarbeit

Gemäß einer Studie von Statista ist Teamfähigkeit jene Eigenschaft, die Arbeitgeber am meisten an ihren Mitarbeitern schätzen. Jene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich gut in Teams integrieren können und gerne gemeinsam Erfolge erzielen, werden sich besser im Berufsleben zurechtfinden, als jene, die jede Form der Teamarbeit als einen Stolperstein ansehen.[1] Es gibt nur wenige Berufe, in denen das Arbeiten im Team oder der Kontakt zu Menschen nicht gefragt ist.

Die Größe der Teams ist weniger entscheidend als die Art, wie die einzelnen Mitglieder zusammenarbeiten. Gemäß einer weiteren Studie von Stepstone entsteht gute Zusammenarbeit dann, wenn sich die Mitarbeitenden in der Teamkultur sicher fühlen und frei agieren können. Ist dies der Fall, sind sie zuversichtlich, dass Fehler jederzeit eingestanden, Fragen gestellt und Vorschläge geäußert werden können.[2]


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Die Teamrollen im Überblick

Es gibt verschiedene Rollenmodelle, die die Stärken und Schwächen in einer Gruppe zu erklären versuchen. Ein Konzept geht auf den britischen Psychologen Meredith Belbin zurück. Er untersuchte in den 70er Jahren verschiedene Persönlichkeitstypen und ihr Teamverhalten. Dabei fand er heraus, dass für den Gruppenerfolg nicht der Scharfsinn des Einzelnen ausschlaggebend ist. Vielmehr kommt es darauf an, wie sich die einzelnen Persönlichkeiten im Team ergänzen und beeinflussen. Im Zuge der weiteren Auswertung identifizierte Belbin folgende verschiedene Rollentypen, die er 1981 zu einem Modell zusammenfasste – welches auch heute noch seine Gültigkeit hat.

Rolle:Gruppenbeitrag:Stärken/ Schwächen:
MacherHat den Antrieb und Mut, Hindernisse zu überwinden. herausfordernd, dynamisch, mutig
aber: neigt zur Provokation
UmsetzerSetzt Ideen in Aktionen um und organisiert die Arbeit, die getan werden muss. diszipliniert, praktisch, effektiv
aber: häufig auch unflexibel
PerfektionistDeckt Fehler auf und liefert pünktlich. zuverlässig, gewissenhaft, pünktlich
aber: besorgt, delegiert ungerne
KoordinatorErklärt Ziele und delegiert wirksam. zuversichtlich, erkennt Talente
aber: kann als manipulierend wahrgenommen werden
TeamarbeiterHört zu und baut Reibungsverlust ab. freundliche, einsichtig, umgänglich
aber: vermeidet Konfrontationen
WeichenstellerErforscht Möglichkeiten und entwickelt Kontakte. enthusiastisch, neugierig, kommunikativ
aber: verliert schnell Interesse
ErfinderGeneriert Ideen und löst schwierige Probleme. kreativ, phantasievoll
aber: manchmal zu gedankenverloren
BeobachterSieht alle Möglichkeiten und urteilt genau. strategisch, urteilsfähig
aber: wenig inspirierend, kann zu kritisierend sein
SpezialistLiefert Informationen und Wissen, das sonst kaum verfügbar ist. selbstbezogen, engagiert
aber: lebt nur im eigenen spezialisierten Interessenfeld

Teamanalyse: Klarheit schaffen

Um festzustellen, wer welche Funktion hat, ist eine Teamanalyse ein hilfreiches Mittel. Dabei werden alle Rollen, die eingenommen werden können, erstmals von einem Moderator erklärt und aufgeschrieben, sodass sie für alle sichtbar sind. Im Anschluss bestimmt jedes Mitglied für sich jene Position, in der man sich selbst wiederfindet. Im nächsten Schritt fragt der Moderator die jeweiligen Teammitglieder nach deren Rollen und schreibt diese dann auf eine Karte, die dann an eine Pinnwand gehängt werden. Danach überlegt das Team gemeinsam, ob diese auf die jeweiligen Mitglieder zutreffen und ob diese noch weitere Funktionen einnehmen. Is dies der Fall, werden auch diese aufgeschrieben. So ergibt sich ein Gesamtbild des Teams und es kann gut analysiert werden, welche Rollen stark und welche weniger gut besetzt sind und was das Team braucht, um gut arbeiten zu können.


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Führe deine Rolle mit Selbstvertrauen aus

Es gibt keine Rolle, die wichtiger ist als die andere und es ist auch nicht zwingend notwendig, dass in einem Team jede Rolle vertreten sein muss, um Erfolge zu erzielen. Vielmehr geht es darum, dass jeder seinen Stärken entsprechend, die notwendige Leistung erbringt – so entsteht eine starke Gruppendynamik, die dazu beiträgt, dass Ziele schneller erreicht werden können. Hast du dich in einer der oben angeführten Rollen wiedergefunden, ist es im ersten Schritt von großer Bedeutung, dass du diese annimmst und sie nicht wertest. Der zurückhaltende Beobachter ist genauso wichtig wie der proaktive Umsetzer oder der Weichensteller, denn alle tragen positiv zum Endergebnis bei.

Stehe für deine Rolle ein und versuche in keinem Fall dir eine andere Rolle krampfhaft anzueignen – erkennen den Wert deiner Merkmale sowie gute Eigenschaften und versuche, diese in die Tat umzusetzen. Setzt du auf deine Stärken, wirst du einen wertvollen Beitrag leisten. Denn wenn jeder und jede im Team das macht, was er oder sie am besten kann, kann sich das Endergebnis in jedem Fall sehen lassen.

Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.

Quellen:

[1] statista.com  
[2] stepstone.de
impulse.de