Schlechteste Gehaltschancen für Frauen
Unter 27.000 Euro: Diese 3 Jobs zahlen Frauen am schlechtesten
In vielen Jobs ist das Gehalt in Deutschland ohnehin schon knapp bemessen. Doch für Frauen wird es oft noch enger, denn sie liegen deutlich hinter dem Einkommen ihrer männlichen Kollegen. Die aktuelle Auswertung von kununu zeigt, wo die Schere besonders weit auseinandergeht.
Die 3 schlechtbezahltesten Berufe für Frauen:
- Taxifahrer:in: 25.400 € im Jahr
- Lingerie-Mitarbeiter:in: 25.600 € im Jahr
- Barista: 26.700 € im Jahr

Langer Arbeitstag und kurzes Gehalt als Taxifahrerin
Taxifahrer:innen bringen Menschen sicher von A nach B, oft zu ungewöhnlichen Zeiten, unter Stress und mit viel Verantwortung im Straßenverkehr. Viele arbeiten nachts, am Wochenende oder in langen Schichten, die körperlich und mental fordernd sind.
Der Lohn dafür? Im Schnitt gerade einmal 25.400 Euro im Jahr für Frauen. Männer in demselben Job verdienen durchschnittlich 27.800 Euro: Das sind satte 2.400 Euro mehr. Die Gehaltszufriedenheit liegt für Frauen bei 56 %. Besonders auffällig: Frauen sind in diesem Beruf stark unterrepräsentiert, was die Verhandlungsposition zusätzlich schwächt.
Intimes Fachwissen, wenig Wertschätzung: Lingerie-Mitarbeiterin
Mitarbeiter:innen in Lingerie-Abteilungen oder Dessous-Fachgeschäften beraten Kund:innen sensibel und kompetent bei einer sehr persönlichen Kaufentscheidung – von der richtigen Passform bis zur individuellen Stilberatung. Neben Fachwissen ist hier auch viel Einfühlungsvermögen gefragt, denn es geht oft um Unsicherheiten und individuelle Bedürfnisse.
Trotz dieses spezifischen Know-hows liegt das Durchschnittsgehalt für Frauen bei nur 25.600 Euro. Männer verdienen hier im Schnitt immer noch 800 Euro mehr mit 26.400 Euro. Die Gehaltszufriedenheit ist mit 42 % eher niedrig: Nur wenige fühlen sich hier fair entlohnt.
Barista: Kunsthandwerk am Herd, Mindestlohn in der Tasche
Baristas sind weit mehr als Kaffeemacher:innen. Sie beherrschen Röstaromen, Milchschaum-Techniken und den perfekten Espresso-Shot wie ein Handwerk. Gleichzeitig sind viele Jobs in der Gastronomie von Teilzeit, befristeten Verträgen und wenig Planungssicherheit geprägt.
Doch das spiegelt sich kaum im Gehalt wider: Frauen verdienen im Schnitt 26.700 Euro im Jahr, während Männer auf 29.800 Euro kommen: Eine Lücke von 3.100 Euro. Die Gehaltszufriedenheit liegt bei nur 31 % und ist damit die niedrigste der drei Berufe. Ein deutliches Zeichen, dass sich viele Baristas schlicht unterbezahlt fühlen.
Geringer Lohn trotz hoher Kompetenz: Das Problem hinter Servicejobs
Die Ergebnisse zeigen ein bekanntes Muster: Tätigkeiten, die stark mit sozialen oder serviceorientierten Fähigkeiten verbunden sind, werden oft systematisch schlechter bezahlt.
Beratung im Lingerie-Bereich oder die Arbeit als Barista erfordern Fachwissen, Empathie und Erfahrung. Trotzdem werden diese wirtschaftlich oft als „einfache Tätigkeiten“ bewertet. Denn laut Arbeitsmarktforschung hängt die Bezahlung nicht allein von der tatsächlichen Kompetenz ab, sondern auch von der gesellschaftlichen Wahrnehmung eines Berufs.
Berufe mit hohem Frauenanteil verlieren oft an Status und damit auch an Lohnniveau. Dieser Effekt verstärkt sich zusätzlich, wenn Branchen wenig tariflich gebunden sind und stark auf Teilzeit, Minijobs oder flexible Beschäftigung setzen.
Diese Beispiele zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus einer viel größeren Problematik auf dem Arbeitsmarkt.