Arbeitsmarkt 2030
Weltweit 78 Millionen neue Jobs bis 2030 – jeder dritte Betrieb in Deutschland findet kein Personal
In Deutschland kann mehr als jeder dritte Betrieb offene Stellen nicht besetzen. Weltweit zeigt der Future of Jobs Report 2025 dagegen ein Plus: 78 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen netto bis 2030. Die Frage ist nicht mehr, ob es genug Jobs gibt, sondern wer sie machen kann.
Mehr Jobs entstehen, als verschwinden
Der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums wertet Daten von über 1.000 Unternehmen aus 55 Volkswirtschaften aus. Bis 2030 werden weltweit 22 Prozent aller Arbeitsplätze umgewälzt. Unter dem Strich bleibt ein globales Plus von rund sieben Prozent.
Die Debatte um Künstliche Intelligenz suggeriert oft das Gegenteil – Massenentlassungen, ganze Berufsgruppen vor der Verdrängung. Die WEF-Daten relativieren das: Automatisierung trifft bestimmte Tätigkeiten hart, schafft aber an anderer Stelle Bedarf. Entscheidend ist, ob Beschäftigte dort qualifiziert sind, wo neue Stellen entstehen.
Diese Berufe wachsen am stärksten
Das größte Wachstum in absoluten Zahlen verzeichnen Berufe abseits des Schreibtisches: Landarbeiter:innen, Lieferfahrer:innen, Bauarbeiter:innen. Auch Pflege und Bildung legen stark zu. Daneben wachsen spezialisierte Tech-Rollen rapide:
- Software- und Anwendungsentwickler:innen: Platz 3 der Top-Wachstumsberufe
- Lebensmittelverarbeiter: Platz 6
- Pflegefachkräfte: Platz 8
- Projektmanager: Platz 12
- Lehrkräfte an weiterführenden Schulen: Platz 14
Auf der Verliererseite: Kassierer:innen, Verwaltungsassistenz, Buchhaltung und neuerdings Grafikdesigner:innen, deren Arbeit durch generative KI erodiert.
Deutschland trifft der Wandel besonders hart
Was global nach Aufschwung klingt, sieht national anders aus. Laut DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 kann mehr als jedes dritte Unternehmen offene Stellen nicht besetzen, weil geeignetes Personal fehlt.
Im Mittelstand sind über 40 Prozent betroffen. 83 Prozent der Unternehmen erwarten für die kommenden Jahre negative Folgen durch den Arbeits- und Fachkräftemangel.
Wer 2030 auf der Gewinnerseite steht
Bis 2030 müssen sich rund 39 Prozent der heute geforderten Qualifikationen verändern. 29 Prozent der Beschäftigten sollten sich im eigenen Beruf weiterbilden, 19 Prozent werden umgeschult. Wer früh in analytisches Denken, KI- und Datenkompetenz investiert, steht 2030 auf der Gewinnerseite.
Wer wartet, riskiert, in einer schrumpfenden Berufsgruppe festzusitzen, während neue Stellen entstehen, die er nicht besetzen kann.