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Rente in Deutschland

Rente steigt um 4,24 Prozent: Was ab Juli 2026 wirklich auf dem Konto landet

von Marie S.
Veröffentlicht:  16. Mai 2026, 08:00
2 min
Ältere Person sitzt am Tisch, hält ein Blatt Papier und isst ein Stück Kuchen; im Hintergrund Fenster mit Topfpflanzen und Wohnraum.

Zum 1. Juli 2026 erhalten rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland mehr Geld. Die Bundesregierung hat die Rentenanpassung auf 4,24 Prozent festgesetzt – also mehr, als im Herbst prognostiziert wurde. Wer allerdings mit dem vollen Plus auf dem Kontoauszug rechnet, könnte enttäuscht werden.

Der Rentenwert steigt auf 42,52 Euro

Die Beschlüsse liegen auf dem Tisch: Der aktuelle Rentenwert steigt zum 1. Juli von 40,79 Euro auf 42,52 Euro pro Entgeltpunkt. Wer die sogenannte Standardrente bezieht, also 45 Beitragsjahre mit Durchschnittslohn vorweisen kann, bekommt 77,85 Euro brutto mehr pro Monat.

Die Anpassung übertrifft das Vorjahresniveau: 2025 hatten die Renten um 3,74 Prozent zugelegt. Beantragen müssen Rentnerinnen und Rentner nichts, die Deutsche Rentenversicherung passt die Beträge automatisch an.

Grundlage für die Erhöhung ist die Lohnentwicklung des Vorjahres. Steigen die Bruttolöhne, steigen im Folgejahr auch die Renten. Zusätzlich gilt die sogenannte Haltelinie bis 2031: Das Rentenniveau darf gesetzlich nicht unter 48 Prozent sinken.

Ältere Person hält ein Kleinkind im Arm in einem Weinberg; beide von grünen Reben umgeben.
Das Rentenniveau ist abgesichert durch das Rentenpaket 2025.

Rentenerhöhung Juli 2026: So viel mehr gibt es brutto

  • 800 Euro Rente werden zu 833,92 Euro (+33,92 Euro)
  • 1.000 Euro Rente werden zu 1.042,40 Euro (+42,40 Euro)
  • 1.200 Euro Rente werden zu 1.250,88 Euro (+50,88 Euro)
  • 1.500 Euro Rente werden zu 1.563,60 Euro (+63,60 Euro)
  • 2.000 Euro Rente werden zu 2.084,80 Euro (+84,80 Euro)

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Abzüge schrumpfen den Netto-Gewinn

Vom Brutto-Plus landet naturgemäß nur ein Teil auf dem Konto. Die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung werden von der monatlichen Rente direkt einbehalten. Bei einer Rente von 1.000 Euro bleiben nach diesen Abzügen von den 42,40 Euro mehr netto etwa 36 bis 37 Euro übrig.

Dazu kommt ggf. noch die Einkommensteuer. Wer bislang knapp unter dem steuerlichen Grundfreibetrag lag (aktuell 12.348 Euro jährlich für Alleinstehende), muss im ungünstigsten Fall als Folge der Erhöhung zukünftig eine Steuererklärung einreichen. Bei allen, die Grundsicherung beziehen, wird die höhere Rente auf die Sozialleistung angerechnet: Nur ein begrenzter Freibetrag bleibt geschützt.

Private Vorsorge wird immer wichtiger

Mittel- bis langfristig steht das deutsche Rentensystem unter großem Druck: Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in den Ruhestand, während gleichzeitig immer weniger Beitragszahlende nachrücken. Eine Rentenkommission soll bis Mitte 2026 Vorschläge vorlegen, wie die Altersvorsorge nach 2031 finanziert werden kann.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bis zur Rente noch einige Jahre vor sich haben, bleibt das eigene Gehalt der entscheidende Hebel: Je höher das Einkommen, desto mehr Rentenpunkte gibt es. Es lohnt, sich regelmäßig das eigene Gehalt zu vergleichen, um zu prüfen, ob mal wieder eine Gehaltserhöhung fällig ist.