Bewerbung & Cultural Fit
Marathon als Hobby im Lebenslauf macht Personaler:innen misstrauisch
82 Prozent der Personaler:innen lesen den Hobby-Abschnitt im Lebenslauf ganz bewusst, wie Umfragen zeigen. Was viele Bewerber:innen für eine nette Randnotiz halten, sind für Recruiter:innen oft die ehrlichsten Zeilen im ganzen Dokument. Daher sollten Kandidat:innen genau überlegen, welche Hobbys sie nennen.
Der Marathon-Effekt: Wenn Disziplin wie ein Warnsignal wirkt
Eine Studie der Universität Georgetown zeigt, dass 26 % der Recruiter:innen den Hobby-Abschnitt gezielt als Entscheidungsfaktor nutzen, wenn zwei Bewerbungen fachlich gleichauf liegen. In genau diesem Moment kann ein Hobby den Unterschied machen, im Guten wie im Schlechten.
Wer zum Beispiel Marathon läuft, trainiert oft mehrere Stunden pro Woche. Genau das kann bei Personaler:innen Zweifel an der zeitlichen Verfügbarkeit wecken: Bleibt neben dem intensiven Training noch Raum für Überstunden oder spontane Projekte?

Drei Kategorien, die schneller kippen als gedacht
Nicht jedes vermeintlich tolle Hobby kommt gut an. Drei Beispiele, die laut Karriereratgebern zum Turndown werden:
- Risikosportarten wie Fallschirmspringen oder Motocross: wirken abenteuerlustig, können aber als Sicherheitsrisiko gelesen werden
- Politisches oder religiöses Engagement: an sich kein Problem, aber potenziell polarisierend, außer bei klarem Bezug zur Stelle
- Ausdauersport wie Marathon: kann Zweifel an der Verfügbarkeit für den Job wecken, trotz positiver Grundaussage
- Alltägliches wie Fernsehen oder Scrollen: wirkt einfallslos
Der Selbstcheck vor dem Absenden
Drei Fragen helfen, Hobbys realistisch einzuschätzen, bevor sie im Lebenslauf landen:
- Passt das Hobby zur Zielbranche oder zum Unternehmen?
- Lässt es sich im Gespräch souverän und locker erklären?
- Sagt es wirklich das aus, was gemeint ist, oder eher das Gegenteil?
Positive Beispiele könnten Hobbys wie Mannschaftssport, kreative Tätigkeiten oder ehrenamtliches Engagement sein.