Karriere und Zukunft
Qualifikationslücke: 39 Prozent der Skills werden obsolet – aber 44 Prozent der Beschäftigten bilden sich nicht weiter
In Deutschland hat sich der Anteil der Beschäftigten ohne einen einzigen Weiterbildungstag fast verdoppelt – von 23 auf 44 Prozent. Gleichzeitig zeigt der Future of Jobs Report 2025: Bis 2030 verändern sich rund 39 Prozent aller heute geforderten Qualifikationen. Wer sich jetzt nicht weiterbildet, verliert den Anschluss.
Fast 40 Prozent der Skills sind 2030 nicht mehr dieselben
Der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums prognostiziert eine fundamentale Verschiebung der Anforderungen am Arbeitsplatz. 39 Prozent der Kernkompetenzen werden bis 2030 neu oder anders gefragt sein. 63 Prozent der Arbeitgeber nennen die Qualifikationslücke schon heute als größtes Hindernis für die Transformation ihres Unternehmens.
Da jede:r Beschäftigte mehrere Skills im Job braucht, sind insgesamt deutlich mehr Menschen vom Wandel betroffen. Würde man die globale Erwerbsbevölkerung als 100 Personen abbilden, bräuchten 59 davon bis 2030 eine Um- oder Weiterbildung – 11 werden sie voraussichtlich nicht erhalten.
Das sind die fünf wichtigsten Skills der Zukunft
Der Bericht listet auf, welche Fähigkeiten bis 2030 am schnellsten an Bedeutung gewinnen:
- KI und Big Data
- Netzwerke und Cybersicherheit
- Technologische Kompetenz
- Kreatives Denken
- Belastbarkeit, Flexibilität und Agilität
Auffällig: Die Top 3 sind technologisch, direkt dahinter folgen menschliche Fähigkeiten. Wer 2030 gefragt sein will, kombiniert beides.
Deutschland bildet weniger weiter, nicht mehr
Während weltweit 77 Prozent der Arbeitgeber planen, ihre Belegschaft weiterzubilden, geht der Trend in Deutschland in die Gegenrichtung. Laut McKinsey HR-Monitor 2025 hatten 44 Prozent der Beschäftigten im vergangenen Jahr keinen einzigen Weiterbildungstag – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Bei einem Drittel fehlen schon heute die Fähigkeiten für die aktuelle Rolle.
Wer jetzt handelt, gewinnt 2030
41 Prozent der Arbeitgeber planen weltweit, ihre Belegschaft zu reduzieren, weil KI Aufgaben automatisiert. Fast die Hälfte will Beschäftigte aus betroffenen Rollen in andere Bereiche versetzen. Das ist die Chance: Wer früh in KI-Kompetenz, Datenanalyse und kreatives Problemlösen investiert, wechselt das Lager – von der gefährdeten in die wachsende Berufsgruppe. Wer wartet, gehört zu den elf von hundert, die zurückbleiben.