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Person arbeitet an einem Laptop mit KI-Bildgenerator-Oberfläche; auf dem Bildschirm Texteingaben wie „Futuristic Cityscape“ und Optionen zur Bildgenerierung sichtbar, im Hintergrund ein weiterer Monitor mit ähnlicher Anwendung.

MLOps, GEO & Co.: Diese 5 neuen Jobs hat KI geschaffen

Künstliche Intelligenz (KI) gefährdet manche Jobs und wird sie langfristig verdrängen. Das gilt als Fakt. Und dennoch gibt es Erfreuliches zu vermelden! Denn während manche Berufsbilder unter Druck geraten, entstehen gleichzeitig völlig neue Rollen, für die es vor wenigen Jahren noch nicht einmal einen Namen gab. Welche das sind? Fünf neue Berufe durch KI stellen wir dir hier genauer vor.

KI als Jobkiller? Nur die halbe Wahrheit!

Ja, KI verändert den Arbeitsmarkt rasant. Obwohl es sich für dich vielleicht so anfühlt, ist ihre Ausbreitung aber bei weitem nicht die erste technologische Revolution. Die Arbeitswelt unterliegt gewissermaßen schon immer einem ständigen Wandel, bei dem Berufe wegfallen, sich verändern und neu entstehen. Die Industrialisierung brachte im 19. Jahrhundert Maschinenbediener:innen hervor, das Internet schuf Berufe wie Webdesigner:in und Online Marketing Manager:in. KI ist da keine Ausnahme.

Laut einer AWS-Studie sind deutsche Unternehmen im Jahr 2026 bereit, für Mitarbeiter:innen mit guten KI-Kenntnissen 20 bis 26 Prozent mehr Gehalt zu zahlen. Zugleich beklagen 57 Prozent der Unternehmen einen erheblichen Mangel an KI-Fachkräften. Der Markt ruft also laut nach neuen Talenten. Nur in welchen Rollen genau?

5 neue Jobs, die es ohne KI 2026 nicht gäbe

Noch vor ein paar Jahren hat kaum jemand gewusst, was ein KI Prompt Engineer überhaupt ist und wofür man so jemanden im Arbeitsleben braucht. Doch dann kamen Technologien wie Generative AI (darunter fallen Modelle wie ChatGPT, Claude oder Gemini), die einen regelrechten KI-Boom auslösten. Heute ist die Rolle in Unternehmen aller Branchen in Stellenportalen ausgeschrieben. Künstliche Intelligenz hat also nicht nur bestehende Berufe mitunter stark verändert, er hat völlig neue entstehen lassen.

Wir stellen dir jetzt fünf Jobs vor, für die es erst seit kurzem eine Berufsbezeichnung gibt.

1. KI Prompt Engineer

Nutzt du KI-Modelle im Job oder privat? Vermutlich weißt du dann, dass die Qualität der Antwort von ChatGPT und Co. stark davon abhängt, was du zuvor als Input gegeben hast. KI Prompt Engineers sind darauf spezialisiert, genau diese Eingaben – sogenannte Prompts – zu definieren, zu testen und zu optimieren. Sie bauen Prompt-Bibliotheken auf, definieren Qualitätskriterien für KI-Antworten und arbeiten zum Beispiel eng mit Entwickler:innen zusammen.

Der Berufseinstieg gelingt dir am ehesten über ein Studium in Informatik, Computerlinguistik oder Data Science. Als Quereinsteiger:in mit nachweisbarer Projekterfahrung hast du aber ebenfalls gute Chancen.

Aber lohnen sich die Mühen eigentlich? Das durchschnittliche Gehalt liegt für Prompt Engineers in Deutschland gemäß einer Schätzung der Arbeitsagentur bei 6.478 Euro brutto im Monat.

geschätztes Bruttojahresgehalt Vollzeit

Ø 77.700 €

Auf kununu wollen wir für mehr Gehaltstransparenz sorgen und den Arbeitsmarkt damit fairer gestalten. Du unterstützt uns dabei, indem du dein Gehalt als KI Prompt Engineer mit uns teilst.

2. AI Trainer:in

Bevor ein KI-Modell verlässliche Antworten liefert, muss es lernen – und zwar von Menschen. AI Trainer:innen sind aus diesem Grund dafür zuständig, die Antworten von KI zu bewerten, Fehler zu kennzeichnen und Trainingsdaten bereitzustellen. Eine zentrale Methode dabei ist das sogenannte Reinforcement Learning from Human Feedback (RLHF). Dabei bewerten AI Trainer:innen verschiedene KI-Outputs. Das Modell lernt dadurch, welche Antworten es bevorzugt geben soll.

Wer in diesem Bereich arbeitet, braucht nicht zwangsläufig ein technisches Studium. Ein gutes Sprachgefühl, Urteilsvermögen und Fachkenntnisse in einem bestimmten Themengebiet sind mindestens genauso relevant wie Informatik-Kenntnisse. Außerdem solltest du sinnvolles und konstruktives Feedback geben können.

Die Gehälter von AI Trainer:innen variieren stark je nach Spezialisierung und Unternehmen. Das AI Institute, das Aus- und Weiterbildungen in diesem Bereich anbietet, gibt eine ungefähre Gehaltsspanne zwischen 50.000 Euro und 80.000 Euro brutto im Jahr an.

geschätztes Bruttojahresgehalt Vollzeit

Ø 65.000 €
50.000 €
80.000 €

3. MLOps Specialist

Machine-Learning-Modelle erfolgreich zu entwickeln ist die eine Sache. Sie zuverlässig in produktive Systeme zu überführen und dort ständig am Laufen zu halten, wiederum eine ganz andere. Genau das ist der Job von MLOps Specialists. Der Beruf mit dem schwer auszusprechenden Namen ist quasi das Äquivalent zum klassischen DevOps-Engineer, aber speziell für KI-Anforderungen.

Als MLOps Specialist baust du die Infrastruktur, die KI-Modelle automatisch neu trainiert, überwacht und bei Bedarf korrigiert oder repariert. Zum Einstiegsgehalt im Bereich MLOps liegen kaum Daten vor. Vergleichswerte findest du zum Beispiel bei den bereits erwähnten DevOps-Engineers oder bei Softwarearchitekt:innen.

GEO-Manager:in

Nein, GEO-Manager:innen haben rein gar nichts mit Geographie oder Geologie zu tun. Der Beruf ist vielmehr eine Weiterentwicklung von SEO-Manager:innen. Aber was heißt GEO denn nun eigentlich? Generative Engine Optimization (GEO) bedeutet im Gegensatz zu Search Engine Optimization (SEO), Inhalte zusätzlich so aufzubereiten, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews sie in ihre Antworten einbauen. GEO Manager:innen entwickeln Content-Strategien mit strukturierten, faktenreichen und vertrauenswürdigen Inhalten, die von KI bevorzugt werden. Laut Gartner soll das Volumen traditioneller Suchmaschinen bis Ende 2026 um 25 Prozent sinken. Kein Wunder also, dass die Nachfrage nach dieser Rolle rasant wächst.

Einsteigen kannst du in den Job vor allem als SEO-Spezialist:in, Content-Manager:in oder Digital Marketing Manager:in – aber natürlich nur, wenn du dein Wissen um KI-spezifische Optimierungsstrategien erweitert hast. Da es sich um ein sehr junges Berufsfeld handelt, sind die Gehaltsdaten noch wenig standardisiert. Als grobe Einschätzung kannst du dich aber am Gehalt von SEO-Manager:innen orientieren.

AI Ethics Officer

Je mächtiger KI-Systeme werden, desto dringlicher wird die Frage: Wie kann man sicherstellen, dass diese fair, transparent und rechtssicher eingesetzt werden? Immerhin können mit der Hilfe von KI beispielsweise hochproblematische Bilder und Inhalte erstellt werden, die Menschen schädigen. AI Ethics Officers beschäftigen sich genau damit. Sie entwickeln unternehmensinterne Richtlinien für den KI-Einsatz, prüfen Modelle auf Bias, begleiten regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act oder sind allgemeine Ansprechpartner:innen für ethische Fragen rund um automatisierte Entscheidungen.

Die Rolle ist oft an der Schnittstelle von Recht, Compliance und Technologie angesiedelt. Die Einstiegswege in den neuen Beruf sind enstprechend divers. Jurist:innen, Sozialwissenschaftler:innen und Informatiker:innen finden sich in diesem Berufsbild gleichermaßen wieder. AI Ethics Officers tragen hohe Verantwortung. Das wird auch am Gehalt deutlich. Dieses kann mitunter sogar sechsstellig ausfallen, wobei gerade für den deutschsprachigen Raum noch wenig Daten vorliegen.

Das haben die KI-Jobs gemeinsam

Die fünf von uns vorgestellten KI-Berufe wirken auf den ersten Blick vielleicht unterschiedlich. Tatsächlich teilen sie aber eine entscheidende Eigenschaft. Kein Beruf von ihnen ist ein rein technischer Job.

Prompt Engineer:innen brauchen beispielsweise ein gutes Sprachgefühl, AI Trainer:innen müssen Urteilsvermögen beweisen. AI Ethics Officers kommen selten ohne eine gewisse juristische Kompetenz aus und GEO Manager:innen müssen fit in Content-Erstellung sein.

KI schafft also nicht unbedingt ausschließlich technische Jobs für Menschen mit IT-Hintergrund. Das ist eine gute Nachricht für dich, wenn du dich bisher nicht als typische IT-Fachkraft gesehen haben. Durch Berufe, die technisches Verständnis mit Soft Skills oder bestimmten Fachausbildungen kombinieren, öffnen sich für dich neue Türen.

Ausblick: So könnten sich Berufe in Zukunft weiter verändern

Selbst die fünf vorgestellten KI-Berufe könnten sich durch technische Innovationen und Weiterentwicklungen verändern oder sogar wieder gänzlich vom Arbeitsmarkt verschwinden. So steht Prompt Engineering beispielsweise bereits unter Druck. Neuere KI-Modelle verstehen Nutzer:innen noch besser und brauchen weniger präzise Anweisungen. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Fähigkeit, KI gut zu instruieren, sich eher zu einer vergleichsweise einfach erwerbbaren Basiskompetenz vieler Berufe entwickeln könnte. Das eigene Berufsbild Prompt Engineer könnte dadurch wegfallen.

Gleichzeitig entstehen laufend neue Spezialisierungen. AI Product Manager:innen, Chief AI Officers und KI-Sicherheitsspezialist:innen sind Rollen, die von Personaler:innen bereits ausgeschrieben werden, aber noch kaum standardisierte Ausbildungswege hin zum Job haben.

Wie groß der Wandel am Arbeitsmarkt insgesamt ausfallen könnte, zeigt übrigens der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums. Bis 2030 dürften gemäß diesem 170 Millionen neue Stellen geschaffen und 92 Millionen verdrängt werden. Das ergibt unter dem Strich einen Nettozuwachs von 78 Millionen Arbeitsplätzen. Klar, dass bei so einer hohen Zahl auch noch einige ganz neue Berufsbilder hinzukommen werden. Du solltest dabei jedoch bedenken, dass man in Zukunft vermutlich kaum mehr zwischen KI-Berufen und anderen Berufen unterscheiden können wird. Stattdessen wird KI schlicht Teil fast aller Jobs und Berufsbilder sein. Wer das früh versteht und sich entsprechend weiterbildet, verschafft sich bei Bewerbungen einen klaren Vorteil.