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Arbeiten für den Staat wird attraktiver

9,6 % mehr Gehalt: So macht der öffentliche Dienst alle neidisch

Letztes Update:  8. April 2026, 12:13
2 min

Amtsstuben-Mief war gestern: Laut dem kununu Gehaltscheck 2026 gehört die öffentliche Verwaltung aktuell zu den Top-Branchen in Deutschland. Das Durchschnittsgehalt kletterte in nur zwei Jahren von 47.775 Euro auf 52.360 Euro. Wir finden, das ist ein Statement – und schauen mal genauer hin.

Das steckt hinter dem Vorsprung der öffentlichen Verwaltung

Die jüngsten Gehaltssprünge im öffentlichen Dienst waren keine Überraschung, sondern durchaus so geplant.

Zum 1. April 2025 stiegen die Tabellenentgelte nach TVöD um 3 Prozent (mindestens 110 Euro monatlich). Zum 1. Mai 2026 folgt der zweite Schritt mit weiteren 2,8 Prozent.

Beschäftigte der Länder bekamen (nach TV-L) bereits ab Februar 2025 ganze 5,5 Prozent mehr, der Tarifabschluss vom Februar 2026 legt dann in drei Stufen nochmal 5,8 Prozent drauf.

Aber wieso kriegen die plötzlich alle so viel mehr Geld? Weil der Staat gerade ziemlich unter Druck steht.

Job beim Staat bedeutet nicht automatisch Bürostaub atmen: Von Polizei über Lehrstellen an der Universität bis hin zu Stellen beim Auswärtigen Amt ist alles dabei.

Dem Staat fehlen Mitarbeitende

Aktuell fehlen über 600.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst, allein in Kommunalverwaltungen sind rund 108.500 Stellen unbesetzt.

Fast 40 Prozent der Beamten sind älter als 55, bis 2035 scheiden 1,39 Millionen Mitarbeitende aus: Das ist mehr als ein Viertel der gesamten Belegschaft.

Dazu kommt, dass der öffentliche Dienst bei der jungen Generation nicht gerade den Ruf als spannender Arbeitgeber hat. Wer in diesem Umfeld qualifizierte Leute gewinnen (und halten) will, muss eben liefern.

Amt statt Startup? Das bietet der öffentliche Dienst

Sicherer Job, aber wenig Flexibilität und Geld? Das war einmal. Die Gehaltsunterschiede zu vergleichbaren Stellen in der Privatwirtschaft sind heute deutlich kleiner als noch vor einigen Jahren, Eingruppierungen wurden neu bewertet und Zulagen erhöht.

Dazu kommen einige Argumente, die in einem zunehmend unsicheren Arbeitsmarkt immer mehr wert sind:

  • Unkündbarkeit und Planungssicherheit über Jahre
  • Verlässliche Arbeitszeiten und Homeoffice-Möglichkeiten
  • Betriebliche Altersvorsorge und transparenter Stufenaufstieg
  • Stark wachsende Nachfrage nach IT-Fachkräften, Bauingenieur:innen, Jurist:innen und Planer:innen

Warum der Trend so weitergehen könnte

Wer also auf der Suche nach einem sicheren Job ist, der Raum für das eigene Leben lässt, sollte ruhig mal einen Blick riskieren. Der 9,6-Prozent-Sprung innerhalb von zwei Jahren ist sehr wahrscheinlich keine einmalige Sache: Der demografische Druck bleibt hoch und der Wettbewerb mit der Privatwirtschaft wird nicht kleiner.

Außerdem startet die nächste TVöD-Tarifrunde voraussichtlich im Frühjahr 2027: Kein Tarifergebnis der letzten Jahre endete ohne Gehaltserhöhung, und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Der öffentliche Dienst ist also längst kein müder Plan B mehr, sondern wird gerade für viele zu einem der attraktivsten Arbeitgeber. Wer hätte das gedacht.

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