Lebenshaltungskosten: Wofür Österreich sein Gehalt ausgibt
Gefühlt bleibt am Monatsende weniger übrig? Die Lebenshaltungskosten in Österreich sind gestiegen. Wir zeigen, wie sich diese zusammensetzen: Wohnen, Energie und Verkehr machen den größten Teil aus. Im Schnitt liegen die monatlichen Ausgaben bei 4.170 Euro.
Alleinlebende geben ca. 2.700 Euro aus, während es bei Familien deutlich mehr ist. Die Mieten variieren stark: Eine Wohnung im Stadtkern kostet in Salzburg mehr als in Wien oder Graz.
Die Inflation hat die Kosten zusätzlich erhöht, wobei die Löhne oft nicht mithalten konnten. Im EU-Vergleich liegt Österreich über dem Durchschnitt, aber noch unter Dänemark oder der Schweiz. Bulgarien ist hingegen deutlich günstiger. Ein genauer Blick auf die Ausgaben hilft, den Überblick zu behalten.
Hast du auch das Gefühl, am Monatsende bleibt weniger vom Gehalt über? Da bist du nicht allein, denn egal ob die Strom- und Gaspreise oder der wöchentliche Einkauf im Supermarkt: Die Lebenshaltungskosten in Österreich sind in den letzten Jahren definitiv spürbar gestiegen. Um deine Ausgaben für den alltäglichen Bedarf im Zaum zu halten, zahlt es sich aus, die Lebenshaltungskosten genau unter die Lupe zu nehmen.
Wir haben uns rund ums Thema Lebenshaltungskosten in Österreich für dich schlau gemacht. Hier erfährst du, wie sich diese in den letzten Jahren entwickelt haben, aus welchen Posten sie sich zusammensetzen und wie unterschiedlich sie in den österreichischen Großstädten ausfallen können.
Was sind Lebenshaltungskosten?
Ganz pragmatisch betrachtet, umfassen die Lebenshaltungskosten schlichtweg alles, was du zum Leben benötigst. Dieser Terminus stammt aus der Volkswirtschaft und meint die gesamte Summe der Ausgaben, die private Haushalte für ihre laufenden Bedürfnisse auf den Tisch legen. Man kann die Lebenshaltungskosten also gleichsetzen mit den privaten Konsumausgaben.
Was genau schlägt sich hier zu Buche? Beispiele dafür sind dein Mietzins oder die Ratenzahlung für ein Hausdarlehen, Lebensmittel, der Internetzugang sowie die Aufwände für Hobbys und Sport. Achtung, das ist wichtig: Ausgaben für Versicherungen und Sozialabgaben – wie die Beiträge zur Pensions- oder Haftpflicht – zählen nicht zu den reinen Lebenshaltungskosten. Es ist aber trotzdem ratsam, diese Posten beim Aufstellen deines persönlichen Haushaltsplans mitzubedenken.
Tabelle: Zusammensetzung der Lebenshaltungskosten
| Haushaltsausgaben in Euro | Prozentualer Anteil an Gesamtausgaben | |
|---|---|---|
| Verbrauchsausgaben insgesamt | 4.170 € | 100 % |
| Wohnen, Energie | 1.100 € | 26,4 % |
| Verkehr | 567 € | 13,6 % |
| Ernährung, alkoholfreie Getränke | 484 € | 11,6 % |
| Freizeit, Sport und Kultur | 475 € | 11,4 % |
| Gastronomie, Beherbergung | 276 € | 6,6 % |
| Wohnungsausstattung | 256 € | 6,2 % |
| Gesundheit | 198 € | 4,8 % |
| Versicherungen, Finanzdienstleistungen | 197 € | 4,7 % |
| Andere Waren und Dienstleistungen | 189 € | 4,5 % |
| Bekleidung, Schuhe | 173 € | 4,2 % |
| Information und Kommunikation | 115 € | 2,8 % |
| Alkoholische Getränke, Tabakwaren | 92 € | 2,2 % |
| Bildung | 44 € | 1,1 % |
Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten in Österreich?
Doch wie setzen sich die Lebenshaltungskosten in Österreich insgesamt zusammen? Laut den aktuellen Erhebungen der Statistik Austria (2024/25) liegen die monatlichen Ausgaben der Privathaushalte im Schnitt bei rund 4.170 Euro. Wenn man diese Summe auf ein ganzes Jahr hochrechnet, ergibt das einen jährlichen Kostenblock von 50.040 Euro.
Ein beträchtlicher Batzen dieses Budgets entfällt auf die fixen Kosten: So machen Wohnen, Energie und Heizung etwa 26 Prozent der gesamten Ausgaben aus. Dazu kommen konstante Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke mit knapp 12 Prozent. Noch höher jedoch fallen die Kosten für Verkehr aus. Österreicher:innen geben dafür fast 14 Prozent der Lebenshaltungskosten aus. Wer sein Haushaltsbuch im Blick behält, merkt schnell: Diese Hauptposten definieren, wie viel am Monatsende noch für andere Dinge übrig bleibt.
Lebenshaltungskosten: 1 Person, 2 Personen und Familien
Ob man nun solo unterwegs ist, zu zweit lebt oder eine Familie versorgt – die Zusammensetzung des Haushalts ist der größte Faktor bei den Lebenshaltungskosten. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Einpersonen-Haushalt mit weniger Konsumausgaben auskommt als eine große Familie. Um zu beleuchten, wie sich die Budgets je nach Lebenssituation verschieben, haben kommen hier die monatlichen Ausgaben der verschiedenen Haushaltstypen.
| Haushaltstyp | durchschnittliche Lebenshaltungskosten im Monat |
|---|---|
| Alleinlebende | 2.700 € |
| Zwei Personen | 4.540 € |
| Drei Personen | 5.390 € |
Österreich: durchschnittlicher Preis für Zweizimmerwohnung, ÖPNV und Gastronomie
Die globale Datenbank Numbeo, die laufend Konsumentenpreise weltweit zusammenträgt, gibt klaren Aufschluss über die einzelnen Kostenposten in Österreich.
Dort sieht man etwa, dass der durchschnittliche Mietzins für eine Dreizimmerwohnung im Stadtkern eines Ballungszentrums bei rund 1.569 Euro liegt. Günstiger ist oft die tägliche Fortbewegung: Ein Ticket für die Bim oder U-Bahn ist im Schnitt schon für 3 Euro zu haben. Und wer mittags schnell zum günstigen Restaurant geht, muss für einen Hauptgang mit durchschnittlich 16 Euro rechnen.
Lebenshaltungskosten in Österreichs Großstädten: Wo lohnt es sich, zu arbeiten?
Du spielst mit dem Gedanken, umzusiedeln? Oder bist du auf der Suche nach einem neuen Dienstgeber, weißt aber nicht, welche Stadt sich am meisten anbietet? Basierend auf den Konsumentenpreisen von Numbeo haben wir für dich die durchschnittlichen Aufwände für Mietzins, öffentliche Verkehrsmittel und Gastronomie in den wichtigsten Städten aufgelistet.
| monatliche Miete (Einzimmerwohnung im Stadtkern) | ÖPNV (einfache Fahrt) | Mahlzeit in preiswertem Restaurant | |
|---|---|---|---|
| Graz | 640 € | 3,10 € | 15,00 € |
| Linz | 729 € | 2,90 € | 15,00 € |
| Salzburg | 1.314 € | 2,40 € | 16,00 € |
| Wien | 1.060 € | 3,00 € | 18,25 € |
Dabei wird eins sofort ersichtlich: Die Lebenshaltungskosten in den österreichischen Großstädten variieren massiv. Besonders beim Mietzins zeigen sich krasse Unterschiede: Wer etwa nach Salzburg zieht, muss mit monatlichen Kosten von über 1.200 Euro für eine Einzimmerwohnung im Stadtkern rechnen – das ist deutlich mehr als in Wien (1.070 €) und fast doppelt so viel wie in Graz (663 €).
Interessant ist: Trotz der hohen Mieten sind die Kosten für Öffis und Gastronomie in Salzburg (2,40 € bzw. 16,00 €) vergleichbar mit jenen in der Bundeshauptstadt Wien. Linz wiederum sticht durch die höchsten Restaurantpreise (16,50 €) hervor, während Graz (3,10 €) die teuerste einfache Fahrt mit den Öffis verlangt.
Du möchtest wissen, wie hoch die Durchschnittsgehälter und Lebenshaltungskosten in Wien sind? Lies hier weiter:
Entwicklung von Lebenshaltungskosten in Österreich
Die Corona-Krise hat die Volkswirtschaft in Österreich massiv beeinflusst. Während Export und Wirtschaftsleistung teils stark nachließen, zogen die individuellen Verbraucherpreise – nicht zuletzt wegen der erhöhten Rohstoffpreise – stark an. Den Höhepunkt dieser Entwicklung, die Rekordinflation um den Jahreswechsel 2022/2023, hast du vermutlich beim Einkauf im Supermarkt bemerkt. Dort war die Preisveränderung deutlich spürbar.
Laut WKO sind die Lebenshaltungskosten im direkten Umfeld der Pandemie-bedingten Wirtschaftskrise um rund 8,5 Prozent (2022) bzw. 7,8 (2023) gestiegen. Im Jahr 2024 gab es eine Inflation von 2,9 Prozent, die 2025 wieder anzog auf 2,4 Prozent. Da die Löhne und Gehälter mit dieser Entwicklung nicht mithalten konnten, ist das der Hauptgrund, warum sich die gesteigerten Lebenserhaltungskosten negativ auf deinem Kontostand bemerkbar gemacht haben.
Quelle: Statistik Austria
Lebenshaltungskosten in Österreich im EU-Vergleich
Wie viel teurer das Leben in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern ist, lässt sich an der letzten Berechnung des statistischen Bundesamts im Jahr 2024 erkennen. Demnach liegt das Preisniveau für die privaten Konsumausgaben 8,6 Prozent höher als der Durchschnitt der 27 EU-Mitgliedstaaten.
Dänemark gewinnt den – vermutlich eher unbeliebten – Preis für das teuerste EU-Land. Mit einem Preisaufschlag von 43,1 Prozent gegenüber dem EU-Durchschnitt hat es Irland (+38,1 Prozent), Luxemburg (+32,8 Prozent) und Finnland (+23,5 Prozent) übertroffen. Wer Geld sparen will, sollte nach Bulgarien ziehen. Dort liegen die Konsumausgaben bei weniger als der Hälfte des EU-Durchschnitts (-40,3 Prozent). Außerhalb der EU wurde das Portemonnaie in manchen europäischen Ländern noch stärker beansprucht. In der Schweiz (+74,4 Prozent) und Island (+61,7 Prozent) hat man mehr bezahlt als in Dänemark. Am günstigsten war es in der Türkei, wo die Kosten 47,0 Prozent unter dem Durchschnitt aller EU-Länder lagen.