Wann kann ich in Rente gehen? Renteneintrittsalter & Versicherungsjahre
Rente – ein Thema, das uns alle irgendwann betrifft! Wann du in Rente gehen kannst, hängt von deinem Geburtsjahr ab. Aktuell liegt das Renteneintrittsalter in Deutschland bei 67, in Österreich und der Schweiz bei 65 Jahren.
Früher in Rente? Geht, kostet aber meistens. Abschläge schmälern deine monatliche Rente. Wichtig: Versicherungszeiten sind nicht gleich Berufsjahre. Kindererziehung, Pflege und Ausbildung zählen auch.
Teilzeitjob? Super, aber denk dran, dass weniger Gehalt auch weniger Rente bedeutet. Also besser privat vorsorgen und das Gehalt regelmäßig checken. Eine Betriebsrente vom Arbeitgeber ist auch Gold wert! Kurz gesagt: Früh planen lohnt sich!
Wie lange musst du bis zur Rente arbeiten? Auch wenn die Rente für dich noch in weiter Ferne liegt: Je früher du dich mit dem Thema auseinandersetzt, desto besser kannst du planen. Wir zeigen dir, wo das Renteneintrittsalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt und welche Faktoren beeinflussen, wann du in Rente gehen kannst.
Wie lange musst du arbeiten bis zur Rente?
Vielleicht denkst du dir gerade: „Die Rente? Das ist doch noch ewig hin!“ Das mag zwar sein: Aus unserer Sicht kannst du aber gar nicht früh genug damit anfangen, dich mit dem Thema Rente zu beschäftigen.
Die Regeln, wann man in Rente gehen kann, können sich ändern: Gerade für jüngere Generationen ist es wichtig zu wissen, worauf sie sich einstellen müssen.
Im Moment ist das Thema sehr brisant, denn die Babyboomer – also die geburtenstarken Jahrgänge der 50er und 60er – gehen jetzt (oder sind schon) in Rente. Weil das Rentensystem in Deutschland ein Generationenvertrag ist, beeinflusst das, wie lange du bis zur Rente arbeiten musst und wie viel Geld du später bekommst.
Deutschland: Renteneintrittsalter bei 67
Wann du in Rente gehen kannst, hängt mit deinem Geburtsjahr zusammen. Aktuell steigt das Renteneintrittsalter schrittweise:
- Wer 1959 geboren ist, erreicht die Regelaltersgrenze (ohne Abschläge) im Alter von 66 Jahren und zwei Monaten.
- Wer 1960 geboren ist, erreicht die Regelaltersgrenze mit 66 Jahren und vier Monaten.
Wenn du 1964 oder später geboren bist, liegt deine Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. Bist du also beispielsweise Jahrgang 1990, erreichst du das Renteneintrittsalter im Jahr 2057. Willst du schon früher aufhören zu arbeiten, musst du Abschläge (Abzüge) bei der monatlichen Rente in Kauf nehmen.
Kommt die Erhöhung des Rententalters?
Die große Frage ist, ob es bei 67 Jahren bleibt. Weil die Menschen immer älter werden und vergleichsweise wenig Jüngere nachkommen, diskutieren Expert:innen immer wieder darüber, das Renteneintrittsalter anzuheben.
Manche halten es für notwendig, dass wir in Zukunft bis 68 oder sogar 70 arbeiten müssen, andere lehnen entsprechende Vorschläge vehement ab. Stell dich sicherheitshalber darauf ein, dass das Renteneintrittsalter noch steigen könnte.
Alterspension in Österreich: Für Männer ab 65, für Frauen bald auch
In Österreich liegt das reguläre Pensions-Antrittsalter für Männer bei 65 Jahren. Frauen konnten bis 2023 noch mit 60 in Pension gehen, seit 2024 wird das Pensionsalter aber auch für Frauen schrittweise angehoben. Im Jahr 2033 wird es für alle Geschlechter bei 65 Jahren liegen.
Renteneintrittsalter Schweiz: 65 für alle
Auch in der Schweiz gab es bis 2024 unterschiedliche Regelungen für Männer und Frauen. Mit der Reform AHV 21 wurde das Rentenalter für Frauen schrittweise angehoben. Das Renteneintrittsalter für alle, die ab 1964 geboren sind, liegt bei 65 Jahren. Auch hier wird diskutiert, ob alle Geschlechter bis zur Rente noch länger arbeiten müssen.
Prinzipiell kannst du in der Schweiz deine Rente schon ab 62 beziehen oder bis 70 aufschieben. Wenn du früher in Rente gehen willst, musst du aber mit Kürzungen deiner monatlichen Rente rechnen.
Das durchschnittliche Rentenalter in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Das gesetzliche Renteneintrittsalter ist per Definition also das Alter, in dem du ohne Abzüge in Rente gehen kannst. Trotz finanzieller Einbußen entscheiden sich aber viele Menschen, schon früher mit dem Arbeiten aufzuhören: Nur 40 Prozent der Deutschen halten wirklich bis 67 durch.
Das durchschnittliche Rentenalter in Deutschland liegt momentan bei 64,7.
Die Österreicher:innen gehen im Durchschnitt mit 62 in Pension: Das liegt auch daran, dass es dort verschiedene Frühpensionsmodelle gibt, zum Beispiel die sogenannte Korridorpension.
Bei den Schweizer:innen ist der Unterschied zwischen dem Referenzalter und dem durchschnittlichen Renteneintrittsalter am geringsten: Sie gehen im Schnitt mit 64,8 Jahren in Rente.
Versicherungszeiten: Wann hast du Anspruch auf Rente?
Bevor du in Rente gehen kannst, müssen aber noch bestimmte andere Voraussetzungen erfüllt sein. Das Alter allein reicht nicht: Du musst auch eine gewisse Zeit lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.
Diese sogenannten Versicherungszeiten entscheiden, ob und wie viel Rente du bekommst. In Deutschland musst du mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, um überhaupt Anspruch auf eine Regelaltersrente zu haben.
In Österreich ist die Mindestversicherungszeit deutlich höher: Du brauchst 15 Jahre, um überhaupt einen Pensionsanspruch zu haben. In der Schweiz gibt es zwar kein Minimum, die Rentenhöhe hängt aber von deinen gesamten Beitragsjahren ab.
Wie viele Jahre hast du eingezahlt?
Was häufig verwechselt wird: Versicherungsjahre sind nicht gleich Berufsjahre. Entscheidend ist, wie viele Jahre du tatsächlich in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hast.
Dazu zählen nicht nur deine Jahre in Festanstellung. Auch andere Phasen können angerechnet werden, zum Beispiel:
- Ausbildungszeiten (begrenzt anrechenbar)
- Kindererziehungszeiten (bis zu drei Jahre pro Kind)
- Pflegezeiten
- Zeiten der Arbeitslosigkeit (mit Einschränkungen, nicht bei Bürgergeld)
- Teilzeitbeschäftigung und Minijobs (sofern eingezahlt wird)
Ein Studium zählt leider nicht automatisch. Unter Umständen kannst du aber freiwillig nachzahlen, um die nötigen Versicherungsjahre zu erreichen und eventuell früher in Rente gehen zu können.
Achtung, Österreich!
In Österreich gilt die Regelung, dass du von den nötigen 15 Versicherungsjahren mindestens 84 Monate aktiv erwerbstätig gewesen sein musst, bevor du Rente beziehen kannst.
Früher in Rente: Geht das überhaupt?
Du hättest nicht erwartet, dass du noch so lange warten musst, bis du in Rente gehen kannst? Viele träumen davon, schon mit 63 (oder noch früher) in Rente zu gehen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist das durchaus möglich: In den meisten Fällen kostet es dich aber Geld.
Deutschland: Rente mit 63 ohne Abschläge
Die sogenannte Rente mit 63 gab es nur für besonders langjährig Versicherte: also für Menschen, die mindestens 45 Beitragsjahre nachweisen können. Der Name ist allerdings ein bisschen irreführend: Wirklich mit 63 abschlagsfrei in Rente gehen konnten nämlich nur Menschen, die vor 1953 geboren wurden.
Für diejenigen, die später geboren wurden, steigt das Eintrittsalter schrittweise. Alle ab Jahrgang 1964 müssen mindestens bis 65 arbeiten, bevor sie abschlagsfrei in Rente gehen können.
Wie realistisch ist es also für dich, schon früher in Rente zu gehen? Sagen wir, du startest mit 22 ins Berufsleben: Dann erreichst du die nötigen 45 Beitragsjahre mit 67, also genau zum regulären Renteneintritt. Davor geht es nur, wenn du schon in der Ausbildung Beiträge geleistet hast oder später freiwillig einzahlst.
Deutschland: Vorzeitige Rente mit Abschlägen
Sobald du mindestens 35 Versicherungsjahre erreicht hast, kannst du grundsätzlich ab 63 in Rente gehen. Das Ganze hat allerdings einen großen Haken: Für jeden Monat, den du weniger arbeitest, werden dir 0,3 Prozent von deiner Rente abgezogen.
Ein Beispiel: Wenn du vier Jahre vor deinem regulären Renteneintritt in Rente gehst, verlierst du 14,4 Prozent deines monatlichen Einkommens – und zwar für den Rest deines Lebens. Bei einer regulären (vollen) Rente von 1.500 Euro wären das monatlich 216 Euro weniger.
Wenn du mehrere Jahrzehnte Rente beziehst, summiert sich das ordentlich: Überleg dir also gut, ob es dir das wert ist.
Sonderfall: Früher Renteneinstieg bei Behinderung
Eine Ausnahme von dieser Regelung gilt für schwerbehinderte Menschen. Wer einen Behinderungsgrad von mindestens 50 hat, kann früher in Rente gehen: Zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze ohne Abschläge, mit Abschlägen sogar noch früher.
Auszeiten und Unterbrechungen: Was passiert mit der Rente?
Das Leben verläuft nicht immer linear. Sabbaticals, Elternzeit, Teilzeit oder Pflegezeiten: All das kann sich auf deine Rente auswirken.
Sabbatical und unbezahlter Urlaub
Wenn du eine Auszeit nimmst, in der du kein Gehalt bekommst, zahlst du auch keine Rentenbeiträge. Diese Zeit fehlt später in deiner Rentenberechnung. Bei einem Sabbatical, das ein paar Monate dauert, fällt das meistens nicht dramatisch ins Gewicht, bei längeren Auszeiten aber schon.
Elternzeit
Wir haben es weiter oben schon erwähnt: Kindererziehungszeiten werden angerechnet, und zwar bis zu drei Jahre pro Kind. Das ist besonders für Frauen wichtig, weil sie immer noch häufiger Elternzeit nehmen und anschließend oft in Teilzeit arbeiten.
Der sogenannte Gender Pension Gap, also die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen, lag 2023 in Deutschland bei rund 43 Prozent. In Österreich sind es derzeit etwa 39,7 Prozent, in der Schweiz 30,8 Prozent. Der Hauptgrund dafür sind unterbrochene Karrieren und Teilzeitarbeit.
Teilzeit
Wer dauerhaft in Teilzeit arbeitet, zahlt entsprechend weniger in die Rentenkasse ein. Die Versicherungsjahre bleiben zwar gleich, die Rente wird aber deutlich niedriger ausfallen. Wenn du in Teilzeit arbeitest, solltest du über eine freiwillige Höherversicherung oder eine private Altersvorsorge nachdenken.
Pflegezeit
Auch Pflegezeiten können unter bestimmten Voraussetzungen angerechnet werden. Wenn du Angehörige pflegst und deshalb nicht (oder weniger) arbeiten kannst, solltest du das unbedingt der Rentenkasse mitteilen.
Höheres Gehalt = höhere Rente
Je mehr du verdienst, desto mehr zahlst du in die Rentenkasse ein und desto höher fällt deine Rente aus. In Deutschland funktioniert das System über Rentenpunkte: Wer in einem Jahr genau das Durchschnittsgehalt verdient, bekommt einen Rentenpunkt.
Wer mehr verdient, bekommt entsprechend mehr Punkte: Eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung oder einen Wechsel in einen besser bezahlten Job können deiner Rente also einen Boost geben.
Tipp: Nutze den kununu Gehaltscheck, um herauszufinden, ob du marktgerecht verdienst.
Fazit: So lange musst du bis zur Rente arbeiten
Für alle, die ab 1964 geboren sind, gilt: In Deutschland liegt das Renteneintrittsalter bei 67, in Österreich und der Schweiz bei 65. Ob es dabei bleibt oder ob das Renteneintrittsalter weiter steigt, weiß niemand genau. Weil die Gesellschaft immer älter wird, diskutieren aktuell viele Länder eine Erhöhung des Rentenalters.
Wenn du lange genug in die Rentenversicherung eingezahlt hast, kannst du auch früher in Rente gehen. Viele Menschen nehmen dafür Abschläge in Kauf. Überlege dir aber gut, ob sich das lohnt: Bei 200 Euro weniger im Monat kommt über mehrere Jahrzehnte ganz schön was zusammen.
Also am besten selber vorsorgen
Sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen, ist aber ohnehin keine gute Idee: Oft reicht das Geld nicht, um den Lebensstandard halten zu können. Kümmere dich deshalb am besten so früh wie möglich um deine private Altersvorsorge und verhandle dein Gehalt regelmäßig neu.
Eine Betriebsrente über den Arbeitgeber ist eine weitere gute Option, um die Altersvorsorge aufzustocken.
Du willst wissen, welche Arbeitgeber eine Betriebsrente zahlen? In den Arbeitgeberprofilen bei kununu findest du detaillierte Bewertungen, in denen Mitarbeiter:innen auch über Benefits und Altersvorsorge berichten. So kannst du gezielt nach Unternehmen suchen, die auch an deine Zukunft denken.
FAQ: Wann kann ich in Rente gehen?
Für alle, die ab 1964 geboren sind, gilt ein Renteneintrittsalter von 67 (in Deutschland) bzw. 65 (in Österreich und der Schweiz). Bis zu diesem Alter musst du arbeiten, wenn du eine Rente ohne Abzüge erhalten willst.
Ja, aber nur wenn du 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hast. Prinzipiell geht es zwar auch ab 35 Beitragsjahren, dann musst du aber mit bis zu 14,4 Prozent Rentenabschlägen rechnen.
Neben regulärer Beschäftigung zählen in Deutschland auch Kindererziehungszeiten, Pflegezeiten, Ausbildung, Wehr- oder Zivildienst und Phasen mit Arbeitslosengeld I. Das Studium zählt nicht automatisch, du kannst aber freiwillig nachzahlen und damit deine Beitragsjahre erhöhen.
Teilzeit hat zwar keinen Einfluss auf die Beitragsjahre, verringert aber deine monatlichen Beiträge. Dadurch hast du weniger Rentenpunkte: Das kann deine Rente um einige Hundert Euro im Monat senken.
Ja, absolut. Sich rein auf die gesetzliche Rente zu verlassen, ist meistens keine gute Idee: Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und einer unsicheren Rentenentwicklung sind andere Vorsorgeformen wichtig, um eine Rentenlücke zu vermeiden. Beschäftige dich mit privater Altersvorsorge und wähle nach Möglichkeit einen Arbeitgeber, der eine Betriebsrente bietet.