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Kulturnavigation: Warum BMW die Nase vorn hat – und andere deutsche Autobauer kämpfen 

Deutschlands Autobauer im Kulturcheck: Der Kulturkompass zeigt, wie Mitarbeitende Führung, Strategie und Work-Life-Balance erleben. BMW sticht positiv hervor, während andere kämpfen.

Führung wird solide, aber selten inspirierend bewertet. Strategisch hakt es besonders bei VW und Audi – hier fehlt vielen Mitarbeitenden die klare Richtung. BMW punktet mit Zukunftsorientierung. Bei der Work-Life-Balance liegen BMW und Porsche vorn, während die Zusammenarbeit überall Luft nach oben hat.

Die Daten zeigen: Kulturelle Faktoren entscheiden mit über den Erfolg im internationalen Wettbewerb. Wer in der Autoindustrie durchstarten will, sollte neben Marke und Gehalt auch auf die Unternehmenskultur achten.

International geraten deutsche Autobauer unter Druck. Der kununu Kulturkompass zeigt, wie Mitarbeitende Führung, Work-Life-Balance und Zukunftsstrategie bewerten – und warum BMW positiv heraussticht.

Unternehmenskultur der Automobil-Branche wird sichtbar

Die deutsche Autoindustrie steht vor einem Umbruch. Elektromobilität, Digitalisierung und neue Wettbewerber aus China und den USA setzen die Branche unter Druck. Doch wie gut sind die großen Autobauer kulturell dafür aufgestellt?

Die kununu Kulturdaten geben darauf eine spannende Antwort – direkt aus Sicht der Mitarbeitenden:

So liest du die Kulturdaten 

Die Grafik wirkt auf den ersten Blick komplex, folgt aber einer klaren Logik: 

  • Die vertikale Achse zeigt vier Kulturdimensionen: Führung, Strategische Richtung, Work-Life-Balance und Zusammenarbeit 
  • Die horizontale Achse reicht von eher negativ wahrgenommenen Werten (links) bis zu sehr positiv wahrgenommenen (rechts) 
  • Jeder Punkt steht für ein Unternehmen 
  • Die Farben zeigen, wie stark die Bewertungen ausfallen von unterdurchschnittlich bis exzellent

Was der Kulturkompass zeigt

Die Visualisierung veranschaulicht, wie Beschäftigte bei Volkswagen, Audi, Mercedes-Benz, BMW und Porsche die Unternehmenskultur erleben. Grundlage sind 140 Wertbegriffe, aus denen Mitarbeitende auswählen, was in ihrem Arbeitsalltag wirklich gelebt wird. Diese Werte lassen sich vier Bereichen zuordnen: Führung, Strategische Richtung, Work-Life-Balance und Zusammenarbeit. Je weiter rechts die Punkte auf der Matrix liegen, desto besser die Mitarbeitendenbewertungen in entsprechenden Bereich.

Das Ergebnis: große Unterschiede – und eine klare positive Ausnahme.

Führung: Solide, aber selten begeisternd

Beim Thema Führung liegen alle fünf Autobauer im durchschnittlichen bis leicht überdurchschnittlichen Bereich. Das heißt: Führung wird meist als stabil wahrgenommen, aber nur selten als wirklich inspirierend.

Am besten schneiden hier BMW und Porsche ab. Mitarbeitende erleben dort häufiger Orientierung, Vertrauen und zeitgemäße Führung. Noch. BMW-Chef Oliver Zipse scheint ein gutes Händchen in Sachen Führung gehabt zu haben und hinterlässt große Fußstapfen für seinen Nachfolger, denn ab Mai hat Milan Nedeljković das Sagen. Diesem wird allerdings schon jetzt ein anderer Führungsstil nachgesagt. Auch bei Porsche sitzt seit Anfang 2026 ein neuer CEO auf dem Fahrersitz: Michael Leiters löste seinen Vorgänger Oliver Blume erst kürzlich ab. Die Konkurrenten Volkswagen und Audi hingegen bewegen sich eher im Mittelfeld: Führung funktioniert, sorgt aber nicht unbedingt für Aufbruchsstimmung.

Strategische Richtung: Genau hier hakt es

Am deutlichsten fällt die Bewertung bei der strategischen Richtung aus. Und genau hier zeigt sich auch, warum deutsche Autobauer international unter Druck geraten.

Viele Mitarbeitende empfinden die Zukunftspläne ihrer Unternehmen als unklar oder wenig konsequent. Besonders bei Volkswagen und Audi rutscht die Kurve ab.

BMW sticht heraus: Als einziger Autobauer liegt das Unternehmen klar im positiven Bereich. Mitarbeitende erleben hier eine deutlichere Richtung und mehr Zukunftsorientierung. Ein möglicher Grund, warum BMW im internationalen Vergleich oft als agiler wahrgenommen wird. Die Frage ist, ob das neue Führungsteam unter Milan Nedeljković da dranbleiben kann.

Work-Life-Balance: Wer Arbeit und Leben besser vereint

In Sachen Work-Life-Balance zeigen sich spürbare Unterschiede. BMW und Porsche schneiden hier überdurchschnittlich ab. Flexible Arbeitsmodelle und bessere Vereinbarkeit scheinen aus Sicht der Mitarbeitenden stärker verankert zu sein. Bei Volkswagen und Audi bleibt die Bewertung eher durchschnittlich.

Zusammenarbeit: Funktioniert, aber mit Luft nach oben

Die Zusammenarbeit wird bei allen fünf Autobauern überwiegend positiv bewertet. Teams funktionieren, Kollegialität ist vorhanden. Gleichzeitig zeigt der Kulturkompass: Wirklich dynamische, offene und bereichsübergreifende Zusammenarbeit ist noch selten.

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Kultur entscheidet mit über die Zukunft

Die kununu Daten machen deutlich: Die größten Herausforderungen der deutschen Autobauer sind nicht nur technologisch, sondern kulturell.

Vor allem bei der strategischen Ausrichtung fühlen sich viele Mitarbeitende nicht ausreichend mitgenommen. BMW zeigt, dass es auch anders geht und hebt sich als kulturell stabilster Player ab.

Wenn du in der Autoindustrie arbeiten möchtest, solltest du nicht nur auf Marke und Gehalt schauen, sondern darauf, wie klar ein Unternehmen weiß, wo es hinwill, wie geführt wird und wie Arbeit im Alltag erlebt wird.

Denn am Ende entscheidet Unternehmenskultur nicht nur über Zufriedenheit – sondern auch darüber, wer im internationalen Wettbewerb mithalten kann.