Fuß aus Waschmaschine

Trau dich! Wie du durch Fehler deine Karriere vorantreibst

Plötzlich stehst du im Scheinwerferlicht und dein Herz rutscht in die Hose. Dass du es zehn Minuten zuvor für eine glorreiche Idee gehalten hast, ein Liedchen beim Karaoke zu trällern, ist längst Schnee von gestern. Jetzt geht es nur mehr um Eines: Nicht blamieren! Doch wäre es nicht schlau, sich selbst einmal den Ratschlag zu geben, den man seinen Kindern gibt, wenn sie Angst davor haben, ein selbstgeschriebenes Gedicht beim Schulfest vorzutragen? Wenn du dich selbst „Das wird schon nicht so schlimm, alle werden sehen wie super du bist!“ sagen hörst? Die Frage warum wir Angst haben, selbst Fehler zu machen und es bei anderen aber nicht so schlimm finden, hat sich die Universität Mannheim gestellt. Des Rätsels Lösung und was das mit deiner Karriere zu tun hat, erfährst du heute bei uns!

Der Kampf zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung

Die Erkenntnis der Mannheimer Psychologen, die die Studie durchführten, war eindeutig: Selbst Fehler zu begehen ist furchtbar, die der anderen sogar nützlich. Wie man dazu kam? Die verschiedenen Testpersonen haben es durch die Bank als positiv bewertet, wenn sich jemand seinen Ängsten gestellt hat – sei es beim Karaokesingen, bei einer Festrede oder bei einer Einladung von Freunden in eine unaufgeräumte Wohnung. Waren allerdings die Testpersonen selbst an der Reihe, über den eigenen Schatten zu springen, war das vorher positiv Gesehene schnell verpufft. Jemanden in sein heimisches Chaos einzuladen oder nette Worte für jemand anderen vor Publikum zu finden, rief nicht nur Herzrasen hervor, sondern führte auch dazu, dass sich die Probanden vor den Kopf gestoßen fühlten und sich für ihre Makel schämten. Aber Achtung: Genau das sollte es nicht tun! Denn wer sich selbst verletzlich zeigt und trotzdem riskiert, strahlt Stärke aus – und das ist schließlich ein wichtiger Erfolgsfaktor!

Je konkreter die Erwartung, desto größer die Angst

Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, kann man auch keine Angst haben, richtig? Zu diesem Schluss kamen zumindest die Psychologen Anna Bruk und Sophie Scholl als sie versuchten herauszufinden, wann die Selbst- und Fremdwahrnehmung besonders weit auseinander geht. Umgekehrt stieg die Angst bei den Testpersonen jedoch gewaltig an, wenn sie konkret wussten, was sie erwartet. Ein Gespräch, in dem man der Freundin erklärt, dass etwas an ihr nervig ist, die Präsentation eines Kunstwerkes vor einer Fachjury oder sogar eine Hochzeit sind ein solcher Fall. Bei der monatelangen Planung schwelgt man noch in seeliger Erwartung auf den großen Tag und die Vorbereitungseuphorie lässt das Brautpaar die kritischen Faktoren durch die rosarote Brille sehen. Doch je näher die Hochzeit kommt, desto konkreter wird der Tagesablauf und die Sorge, dass etwas schief gehen könnte.

Fehler machen im Job?

Schön und gut, aber was hat deine Hochzeit mit der Arbeit zu tun? Ziemlich viel! Denn genauso wie du privat Angst davor hast, einen Fehler zu begehen und dich zu blamieren, tust du es auch im Job. Vielleicht hast du es selbst schon mal erlebt, wenn du unerwartet und ohne Vorbereitung eine Präsentation für einen kranken Kollegen übernommen hast. Überraschung! Die Sache lief gut, weil du nämlich davor gar keine Zeit hattest, dich verrückt zu machen. Doch auch Kollegen, die selbst eine Heidenangst haben, jemanden um Hilfe zu bitten, freuen sich, wenn andere ihre Unsicherheit zugeben und um einen gut gemeinten Rat fragen. Dabei wird es wohl nie eine Entscheidung im Kampf zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung geben. Wichtig ist allerdings, dass du dir diesen Unterschied bewusst machst, dich mit Absicht verletzlich zeigst und dich traust Unsicherheiten zuzugeben. Denn eines steht fest: Dein Umfeld reagiert darauf weniger negativ als du erwartest und bewundert obendrein deine Stärke, Fehler zuzugeben! Deswegen hab keine Angst und trau dich, auf neue Sachen einzulassen!

 

 

Quelle:

editionf.com

psycnet.apa.org