Stromkosten im Homeoffice: Pauschale 2026 & wie du Kosten sparst
Homeoffice bleibt angesichts hoher Energiepreise relevant. Unternehmen sparen Kosten, lagern sie aber an Mitarbeitende aus. Die Homeoffice-Pauschale in Deutschland beträgt 6 Euro/Tag (max. 1.260 Euro/Jahr). In Österreich gibt es eine Telearbeitspauschale von max. 3 Euro/Tag (100 Tage) plus bis zu 300 Euro für ergonomisches Mobiliar. Die Schweiz hat keine einheitliche Pauschale, Arbeitgeber müssen aber Kosten angemessen entschädigen (200-1.000 CHF/Jahr).
Stromkosten sind im Homeoffice ein wichtiger Faktor. Der Strompreis ist leicht gesunken, liegt aber noch über Vorkrisenniveau. Tipps zum Sparen: Geräte bewusst nutzen, kleinere Geräte bevorzugen, Standby vermeiden, auf Energieeffizienz achten, Tageslicht nutzen und für gleichmäßige Temperatur sorgen.
Das Homeoffice gilt unbestritten als ein attraktiver Benefit für Mitarbeitende in Unternehmen. Zumindest gelegentlich arbeiteten 24 Prozent der Deutschen im Jahr 2024 gemäß Statistischem Bundesamt (destatis) im Homeoffice. Dieser Wert ist seit 2022 bis auf geringe Schwankungen ähnlich hoch geblieben.
Doch vermehrt oder gänzlich von zu Hause aus zu arbeiten, bedeutet auch mehr Strom in den eigenen vier Wänden zu verbrauchen. Wir verraten dir, wie hoch der Stromverbrauch im Homeoffice ist und wie du zu Hause Strom sparen kannst, um deinen Geldbeutel und die Umwelt zu schonen. Außerdem erfährst du, ob und wie du Stromkosten und andere Ausgaben über die Homeoffice-Pauschale in deiner nächsten Steuererklärung ausgleichen kannst.
Homeoffice Stromkosten: Warum sie ein wichtiges Thema für dich bleiben
Lange galt die Arbeit im Homeoffice als attraktiver Benefit, in dessen Genuss bei Weitem nicht jede:r Arbeitnehmer:in kam. Unternehmen, die ihren Angestellten regelmäßige Homeoffice-Zeiten einräumten, galten eher als Ausnahme. Das hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert! In Deutschland und in vielen anderen Ländern galt während der Corona-Pandemie zeitweise sogar eine Homeoffice-Pflicht, die allerdings im März 2022 aufgrund der entspannten Infektionslage auslief. Viele Arbeitnehmer:innen begrüßten die Möglichkeit, von daheim aus zu arbeiten – keine langen Fahrtwege, kein Business-Outfit und zwischendurch schnell eine Waschmaschine laufen lassen.
Allerdings: Wer mehr (Arbeits-)Zeit daheim verbringt, verbraucht auch mehr Energie. Und das bedeutet: Mehr Kosten, vor allem vor dem Hintergrund steigender Strom- und Gaspreise als Auswirkung des Krieges in der Ukraine und seit kurzem auch aufgrund des Iran-Krieges. So bleibt das Thema auch 2026 brandaktuell, da die Energiepreise weiterhin auf einem hohen Niveau sind und sich viele Unternehmen für hybride oder vollständig remote Arbeitsmodelle entschieden haben. Zudem hat die Bundesregierung die Homeoffice-Pauschale entfristet und dauerhaft in das Steuerrecht aufgenommen.
Homeoffice Stromkosten für Arbeitgeber: Das gilt 2026
Für Arbeitnehmer:innen hat die Arbeit im Homeoffice nicht nur Vorteile. Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbunds bedeutet Arbeiten von daheim für viele Menschen Überstunden. Pausen und Ruhezeiten werden begrenzt und das Abschalten fällt schwieriger. Viele bleiben auch in der Freizeit noch erreichbar. Dazu kommen die entstehenden Kosten für Strom und Heizung. Denn solange Mitarbeiter:innen nur teilweise oder vorübergehend im Homeoffice arbeiten, ist das arbeitgebende Unternehmen nicht verpflichtet, dir entstehende Kosten zu übernehmen. Es handelt sich im Jahr 2026 rein um eine freiwillige Leistung.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht jedoch bedeutet Homeoffice für Unternehmen große Kosteneinsparungen. Büro- und Geschäftsräume, die nicht benutzt werden, müssen nicht beheizt, beleuchtet und geputzt werden, Stromkosten fallen weg. Der in Düsseldorf ansässige Henkel-Konzern etwa plant, befristet wieder mehr Homeoffice einzuführen, um Energie und somit Kosten zu sparen. Solche Ideen erfahren zumindest von Teilen der Politik Unterstützung. Das Düsseldorfer Unternehmen FMC Group denkt aus diesem Grund sogar, dass bis 2028 voraussichtlich 73 Prozent der Unternehmen Remote-Mitarbeiter:innen beschäftigen werden. Was bei der Diskussion zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass die Kosten ja nicht wegfallen, vielmehr lagern die Unternehmen sie aus – an ihre Mitarbeiter:innen. Axel Pöppel, Fachanwalt für Arbeitsrecht, empfiehlt Unternehmen daher, den Angestellten eine freiwillige monatliche Pauschale als Ausgleich zu zahlen.
Homeoffice-Pauschale 2026: Energie- und Stromkosten als Arbeitnehmer:innen von Steuer absetzen
Um die erhöhten Energiekosten im Homeoffice während der Corona-Krise weitestgehend auszugleichen und Arbeitnehmer:innen zu entlasten, wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz Homeoffice-Pauschalen eingeführt. Diese soll zusätzliche Kosten ausgleichen, die Arbeitnehmer:innen durch die Arbeit zu Hause entstehen – wie zum Beispiel höhere Heizungs- und Stromgebühren.
In Deutschland besteht seit dem Jahr 2020 die Möglichkeit, eine Homeoffice-Pauschale geltend zu machen. Mit 2023 wurde die Pauschale von fünf auf sechs Euro pro Tag erhöht. Somit können Arbeitnehmer:innen, die im Homeoffice arbeiten, ab sofort eine Steuerpauschale von 6 Euro pro Tag für bis zu 210 Arbeitstage beanspruchen. Dies entspricht einer maximalen Höhe von 1.260 Euro pro Jahr. Zuvor war die Homeoffice-Pauschale auf einen Höchstbetrag von 600 Euro pro Jahr begrenzt. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Pauschale zu den Werbungskosten zählt und in die Werbungskostenpauschale einberechnet wird. Sie wird nicht zusätzlich gewährt. Nur wer mit seinen Ausgaben über die 1230 Euro Werbungskosten kommt, profitiert von der Regel.
Die Homeoffice-Pauschale wurde 2023 zudem entfristet und bleibt dauerhaft bestehen. Seither gab es keine finanzielle Anpassung mehr und der Betrag für 2026 entspricht weiterhin 6 Euro pro Tag.
Homeoffice- & Entfernungspauschale
Seit 2023 können bestimmte Arbeitnehmer:innen sowohl die Homeoffice-Pauschale als auch die Entfernungspauschale am selben Arbeitstag nutzen. Dies betrifft beispielsweise Lehrer:innen, die an einem Tag zur Schule fahren und anschließend von zu Hause aus arbeiten. Sie erledigen ihre Arbeit gleichermaßen in der Schule wie auch zuhause an ihrem privaten Arbeitsplatz. Bist du selbst Lehrer:in oder arbeitest du aus anderen Gründen taggleich im Office und zu Hause? Dann kannst du bis zu 210 Tage im Jahr die Homeoffice-Pauschale nutzen und – sofern du an den entsprechenden Tagen an deinem eigentlichen Arbeitsort warst – die Entfernungspauschale in der Steuererklärung angeben.
Homeoffice-Pauschale 2026 in Österreich
Auch in Österreich steht den Arbeitnehmer:innen eine Abgeltung der im Homeoffice entstandenen Mehrkosten zu. Die Pauschale ist bis maximal drei Euro pro Tag für höchstens 100 Homeoffice-Tage steuerfrei zu beziehen. Zahlt der Arbeitgeber weniger als drei Euro, können Arbeitnehmer:innen die Differenz in der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten geltend machen. Außerdem können Arbeitnehmer:innen für das Homeoffice bis zu 300 Euro für ergonomisch geeignetes Mobiliar (z.B. Drehstuhl, Schreibtisch oder Beleuchtung) über die Arbeitnehmerveranlagung absetzen.
Erinnerung an Änderung aus 2025: Telearbeitspauschale
Während vor dem Beginn des Jahres auch in Österreich noch von einer Homeoffice-Pauschale die Rede war, hat man sich in der mittlerweile abgelösten ÖVP-Grüne-Regierung auf eine Anpassung zur sogenannten Telearbeitspauschale geeinigt.
Für dich als Arbeitnehmer:in heißt das: Du hast nicht nur finanziellen Anspruch auf die drei Euro pro Tag an 100 Homeoffice-Tagen pro Jahr, sondern kannst deine Arbeit auch aus Ferienwohnungen, Co-Working-Spaces oder innerhalb anderer dir zur Verfügung stehender Räume erledigen. Auch so genutzte Zeit zählt demnach seit Neuestem zu den 100 Telearbeitstagen. Du musst dich nicht mehr nur in deinem privaten Homeoffice aufhalten.
Homeoffice-Pauschale 2026 in der Schweiz
In der Schweiz gibt es derzeit noch keine einheitliche Homeoffice-Pauschale. Generell sind Arbeitgeber jedoch im Falle der Homeoffice-Anordnung verpflichtet, ideale Voraussetzungen zur Arbeitserbringung sicherzustellen und eine angemessene Entschädigung für die Kosten im Homeoffice zu erbringen. Da sich der effektive Anteil der Kosten, die zur Arbeitserbringung nötig sind, jedoch kaum berechnen lässt, können die jährlichen Pauschalen zur Abgeltung dieser Auslagen zwischen CHF 200 bis CHF 1.000 betragen.
Tipp: Du suchst nach Möglichkeiten, um neben den Strom- und Heizkosten weitere steuerliche Einsparungen vorzunehmen? Na, dann sieh dir am besten unsere umfangreichen Steuer-Tipps für Deutschland, Österreich und die Schweiz an.
Homeoffice Stromkosten 2026: Welche Aufwände kommen auf die Arbeitnehmer:innen zu?
Die größten Kostentreiber für deinen Arbeitsplatz im Homeoffice sind Strom und Heizung. Je nachdem, welche Heizung du nutzt, wird vor allem dieser Kostenpunkt 2026 stark zu Buche schlagen.
Stromverbrauch & Stromkosten im Homeoffice
Ausufernde Kosten für Strom stellen dich im Homeoffice mitunter vor große finanzielle Herausforderungen. Aber wie hoch ist der Mehrverbrauch wirklich? Mit welchen Kosten musst du realistischerweise rechnen?
Leicht gesunkene Stromkosten im Homeoffice
Der durchschnittliche Strompreis für Haushalte ist zu Beginn des Jahres 2026 auf rund 37,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) gesunken (2025: 39,3 Cent pro kWh).
Der Hauptgrund dafür sind deutlich reduzierte Netzentgelte durch einen staatlichen Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro. Trotzdem liegt das Preisniveau weiterhin deutlich über dem von vor der Energiekrise 2022.
Gaskosten im Homeoffice
Laut BDEW kostet eine Kilowattstunde Gas für Haushalte in Einfamilienhäusern 2026 durchschnittlich 11,10 Cent. Das ist etwas weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig ist jedoch die CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe 2026 von 55 Euro auf 65 Euro pro Tonne gestiegen. Die Preissteigerung wird jedoch etwas abgefedert, da die Gasspeicherumlage ab diesem Jahr entfällt. Noch nicht absehbar ist, welchen langfristigen Effekt die aktuelle Nahost-Krise bzw. der Iran-Krieg auf die Gaspreise haben wird.
„Es ist für mich wenig sozial, wenn ich für die Firma die Heiz-, Wasser-, Internet-, Telefon und Stromkosten leisten muss. Ich zahle quasi dafür, dass ich arbeiten darf.“
Energiesparen im Homeoffice: Unsere 6 Tipps für dich
Wenn wir uns Gedanken machen, wie wir im Homeoffice Strom beziehungsweise generell Energie sparen können, schonen wir nicht nur unseren Geldbeutel, sondern leisten einen kleinen Beitrag für den Klimaschutz und für Nachhaltigkeit im Homeoffice. Wir haben 6 Tipps zum Energiesparen für dich zusammengestellt, die du ohne großen Aufwand im Arbeitsalltag umsetzen kannst.
Tipp 1: Werde dir über den Stromverbrauch der Geräte bewusst
Jedes elektronische Gerät, das du im Homeoffice nutzt, verbraucht Energie, klar. Wie viel, kannst du mit einer Formel berechnen:
Multipliziere die Leistung des Geräts (angegeben in Watt) mit der Gebrauchszeit (angegeben in Stunden), erhältst du den Stromverbrauch in Wattstunden (Wh). Teile nun diesen Wert durch 1.000, dann ergibt sich der Stromverbrauch in Kilowattstunden.
Beispiel
Ein Radio mit 15 Watt, das vier Stunden läuft, verbraucht 0,06 Kilowattstunden (kWh) (Berechnung: 15 W x 4 h = 60 Wh (0,06 kWh).
Tipp 2: Laptop, Desktop oder Tablet?
Grundsätzlich gilt: Je kleiner und neuer dein Arbeitsgerät ist, desto weniger Strom verbraucht es. Ein PC mit modernem Mehrkern-Prozessor und mit Grafikkarte verbraucht pro Stunde etwa 135 Watt. Ein Laptop benötigt etwa 30 Watt oder 0,03 kWh Strom pro Stunde, also weniger als ein Viertel, und ein Tablet wie das iPad verbraucht sogar nur 4 Watt. Vielleicht kannst du einige Tätigkeiten im Arbeitsalltag zum Beispiel vom Rechner auf dein Tablet verlagern? Mit einigen Kniffen kannst du den individuellen Stromverbrauch deiner technischen Geräte verringern:
- Verringere die Helligkeit des Displays
- Schalte deine Geräte in den Energiesparmodus (Tablets, Smartphones und Laptos verfügen über diese Funktion. Wenn sie aktiviert ist, geht das Gerät schneller in den Standby-Modus)
- Deaktiviere nicht benötigte Smartphone-Dienste. GPS, Bluetooth, Wlan sind sehr hilfreiche Funktionen. Aber sie benötigen viel Strom. Deaktiviere sie, wenn du sie nicht benutzt und schone so den Akku.
- Ähnliches gilt für nicht genutzte Computerprogramme oder Apps. Wenn diese geöffnet bleiben, verbrauchen sie weiterhin Strom und können daneben auch dein Gerät verlangsamen.
Tipp 3: Vermeide den Ruhemodus
Die Verlockung ist beim Arbeiten in den eigenen vier Wänden besonders groß: nach getaner Arbeit einfach den Laptop verlassen und sich morgens wieder dransetzen und das Gerät aus dem Standby-Modus wecken. Technische Geräte verbrauchen allerdings auch im Ruhemodus Strom, dein Laptop beispielsweise circa 1 Watt. Diszipliniere dich also und schalte nach Feierabend konsequent alle Arbeitsgeräte wie Rechner, Bildschirm und Schreibtischlampe aus. Am einfachsten geht das, wenn du für Bildschirm und Co. einen Mehrfachstecker mit Schalter benutzt und diesen abends ausschaltest.
Tipp 4: Was du beim Gerätekauf beachten solltest
Bei älteren elektronischen Geräten kann der Stromverbrauch steigen, wenn der Akku nicht mehr hundertprozentig funktioniert. Beim Kauf eines neuen Geräts solltest du daher auf die Leistung und den angegebenen Stromverbrauch achten und sichergehen, dass Verschleißteile wie der Akku austauschbar sind.
Tipp 5: Sorge für das richtige Licht
Menschen arbeiten am produktivsten bei Tageslicht. Nicht umsonst ist in der Arbeitsstättenverordnung festgehalten, dass in Arbeitsräumen ausreichend Tageslicht vorhanden sein muss. Im Homeoffice hast du selber Einfluss darauf, wie du deinen Arbeitsplatz wählst. Er sollte möglichst hell sein, am besten in der Nähe eines Fensters, sodass du das Tageslicht genießen kannst. Gleichzeitig sparst du Strom, wenn du auf elektrisches Licht verzichten kannst. In der dunklen Jahreszeit und abends, wenn du auf elektrisches Licht nicht verzichten kannst, solltest du auf LED-Leuchten umsteigen und Glüh- und Halogenlampen ersetzen. Der Stromverbrauch von LED-Lampen ist um 85 bis 90 Prozent geringer als der einer Glühlampe.
Tipp 6: Gleichmäßige Temperatur
Der nächste Winter kommt bestimmt – und bleibt angesichts weiterhin erhöhter Energiepreise ein großer Kostenfaktor in deinem Budget. Um Energie zu sparen, solltest du große Temperaturunterschiede meiden und deine Räume lieber auf einer konstanten Temperatur halten. Das geht am besten über einen digitalen Thermostat. Wenn es die in deiner Wohnung nicht gibt, kannst du ein klassisches Thermometer nutzen und darauf achten, auf niedrigem Niveau gleichmäßig zu wärmen. Das ist energiesparender als einen eiskalten Raum innerhalb kurzer Zeit aufzuwärmen. Laut Arbeitsstättenverordnung liegt die ideale Raumtemperatur am Schreibtisch übrigens bei 22 Grad Celsius.