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Auswirkungen auf Patienten möglich

Streik bei Vivantes in Berlin: Wer streikt und wer betroffen ist

Letztes Update:  Heute
2 min
Leeres Krankenhausbett mit Kissen, Decke und Infusionsständer am Fenster.

Ein mehrtägiger Streik hat am Mittwochmorgen (15.04.2026) die Vivantes-Kliniken in Berlin erfasst. Beschäftigte aus mehreren Bereichen legen bis Samstagmorgen die Arbeit nieder. Erste Auswirkungen auf Abläufe in den Kliniken sind bereits absehbar.

Streikstart am frühen Morgen legt zentrale Bereiche lahm

Der Ausstand begann laut Verdi mit der frühesten Frühschicht. Betroffen sind vor allem Angestellte aus Gastronomie, Logistik, Reinigung und weiteren Tochterunternehmen des Klinikbetreibers. Ärzte und Pflegekräfte sind nicht Teil des Streiks. Insgesamt arbeiten rund 2.200 Beschäftigte in diesen Bereichen.

Die Gewerkschaft fordert für die Mitarbeitenden einen Tarifvertrag nach Vorbild des öffentlichen Dienstes (TVÖD-K). Die Verhandlungen laufen seit Januar, die nächste Runde ist für Donnerstag angesetzt. Bei einer Urabstimmung im März stimmten 98,2 Prozent der Mitglieder für den Streik.

Krankenhauszimmer mit zwei Betten; unscharfe Person in Bewegung zwischen den Betten.
Der Streik ist zunächst bis zum Ende der Nachtschicht am Samstagmorgen angesetzt.

Operationen und Bistros betroffen – Notdienste sichern Grundversorgung

Vivantes rechnet damit, dass planbare Operationen und Reha-Behandlungen teilweise verschoben werden müssen. Betroffene Patienten sollen informiert werden. Zudem könnten Bistros geschlossen bleiben, während die Essensversorgung der Patienten weiterhin gewährleistet wird.

Die Rettungsstellen bleiben geöffnet. In sensiblen Bereichen gelten Notdienstvereinbarungen, etwa in der Logistik oder der Wäscheversorgung. Für die Zentralsterilisation existieren gerichtlich festgelegte Notdienstpläne, an die sich beide Seiten halten.

Das zahlt Vivantes den betroffenen Mitarbeitenden

Die streikenden Berufsgruppen bei Vivantes gehören zu den zentralen, aber oft weniger sichtbaren Säulen des Klinikbetriebs. Die Angaben zu ihren Gehältern machen den Streik vielleicht nachvollziehbarer:

  • Berufskraftfahrer:in – Ø 40.500 € brutto/Jahr
  • Sterilisationsfachfrau/-mann – Ø 30.600 € brutto/Jahr
  • Logistiker:in – Ø 30.300 € brutto/Jahr
  • Küchenhilfe – Ø 29.000 € brutto/Jahr
  • Hauswirtschafter:in – Ø 28.500 € brutto/Jahr
  • Gebäudereiniger:in – Ø 27.400 € brutto/Jahr
  • Reinigungskraft – Ø 26.700 € brutto/Jahr

Weitere Gehälter bei den Vivantes Kliniken sind auf kununu zu finden.

Kundgebungen und Demonstrationen begleiten den Streik

Parallel zum Arbeitskampf sind mehrere Aktionen geplant. Am Mittwoch findet eine Kundgebung vor dem Urban Krankenhaus mit anschließender Demonstration durch Kreuzberg statt. Für Donnerstag ist eine weitere Kundgebung vor der CDU-Landeszentrale angekündigt.

Der Streik ist zunächst bis zum Ende der Nachtschicht am Samstagmorgen angesetzt. Ein vorheriger Warnstreik hatte bereits Ende März stattgefunden.