Eule in einem gelber Blumenwiese.

Sind Omas uralte Sprichwörter die besseren Karrieretipps?

Die Oma hat sie bereits verwendet, die Mama auch und du vermutlich auch schon: die guten alten Sprichwörter aka Lebensweisheiten aus dem Nachtkästchen. Hilft Lachen wirklich, wenn man krank ist? Sind wir unseres eigenen Glückes Schmied? Unser Praxistest zeigt, welche Sprichwörter auch für deine Karriere weise sind, und welche nicht.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“

Was die Oma damals schon wusste, wissen erfolgreiche Menschen heute auch: Beginne deinen Tag, wenn es draußen noch zappenduster ist. So startet Apple CEO Tim Cook bereits um 3:43 in den Tag, um erst mal eine Stunde lang seine E-Mails zu checken, ehe er sich einem ausgiebigen Workout im Gym widmet, Kaffee bei Starbucks schlürft – während er nochmal seine Mails checkt – und sich schließlich auf den Weg ins Büro macht. Ähnlich hält es PepsiCo CEO Indra Nooyi: Sie steht um 4:00 auf und sitzt niemals später als 7:00 an ihrem Schreibtisch. Und du so? Wir zeigen dir 3 gute Gründe, warum es sich wirklicht lohnt, als Erster im Büro zu sein. Eins gleich vorweg: Mit E-Mails abarbeiten, einer kleinen Runde im Park joggen oder deine Mahlzeiten für die nächsten drei Wochen vorzukochen hat es nichts zu tun.

Aber wenn du zur Sorte Langschläfer gehörst, die Snooze-Taste dein bester Freund ist und der nächtliche Netflix-Marathon dein Abendritual ist – nicht verzagen. Wo eine Theorie aufgestellt wird, ist die Gegentheorie dazu nicht weit weg. Frühes Aufstehen? Ist ja sowieso nur Quatsch … Hier verraten wir, warum Langschläfer und Erfolg sich gegenseitig nicht ausschließen.

„In der Ruhe liegt die Kraft“

Dieses Sprichwort ist ein Plädoyer für das Innehalten im Job: Nicht verwunderlich, da Hektik, Stress und Druck unseren Arbeitsalltag definieren. Die Aufgaben stapeln sich, das E-Mail-Postfach quillt über und du kommst gar nicht hinterher. Wer sich von Sachzwängen und Terminen jagen lässt, trifft die falschen Entscheidungen. Dabei müssen wir uns einfach ein bisschen öfter an das uralte Mantra „In der Ruhe liegt die Kraft“ erinnern. Es ist die Fähigkeit sich nicht von belanglosen Dingen auf der Arbeit auf die Palme bringen zu lassen. Es ist ganz wichtig, im angespannten Berufsalltag nicht zu verkrampfen. Wer es schafft, sich bei Meinungsverschiedenheiten zurückzunehmen und zunächst einmal geduldig und gelassen zu reagieren, schont nicht nur seine Kräfte und Nerven, er manövriert sich und seine Interessen auch in die bessere Position. In diesem Sinne: O-o-o-h-m!

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“

Ganz so eng muss man es mit diesem Sprichwort in der eigenen Karriere nicht nehmen. Denn eins ist klar: Die Begriffe „heute“ und „morgen“ sind in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung ziemlich relativ. Im heutigen Workflow geht es eher um die Entscheidung zwischen „jetzt erledigen“, „nachher erledigen“ und dem „Problem-Löser Nr. 1 namens „Papierkorb“. Auch wenn du nichts ewig vor dir hinschieben kannst, irgendwann hat jeder eine Deadline für ein Projekt und ganz ehrlich – wie du dir die Zeit aufteilst, interessiert bei einem positiven Endergebnis wirklich keinen. Deshalb sollte das Sprichwort eher so heißen: Was du heute musst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Ist das nicht der Fall, kannst du der Oma das nächste Mal auch gerne folgendes antworten: Was du heute kannst besorgen, verschiebe definitiv auf morgen.

„Lachen ist die beste Medizin“

Das können wir zu 100% bestätigen. Denn eins ist sicher: Humor erleichtert unseren Arbeitsalltag und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Lachen fördert die geistige Flexibilität und verbessert die Zusammenarbeit. Nein, kein Witz: Lachen wirkt entspannend, senkt die Herzfrequenz und den Blutdruck und macht Schmerzen erträglicher. Zudem reduzieren die ausgeschütteten Glückshormone Angst, Anspannung und Stress. Doch noch viel mehr: Ein bewusst eingesetzter Scherz kann dazu beitragen, Konflikte auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Denn die Klärung solcher Angelegenheiten gehört in den Arbeitsalltag. Dabei dürfen die Lacher aber nicht auf Kosten einzelner Mitarbeiter gehen oder besondere Eigenschaften in verletzender Form aufs Korn genommen werden. Diese negative Form des Humors wirkt ausgrenzend und verstärkt Spannungen im Unternehmen. [1] Aus diesem Grund gibt’s unseren Tipp: Setz dich doch mit deinen Kollegen bei der Mittagspause zusammen – denn gemeinsam lachen verbindet. Außerdem lenkt Humor die Gedanken auf neue, unkonventionelle Wege. Kreativität, ahoi! Positiver Nebeneffekt: Netzwerken wird dir quasi auf dem Teller serviert.

„Willst du gelten, mach dich selten“

Das Prinzip des schwer Erreichbaren ist keineswegs nur auf die Liebe oder limitierte Produkte beschränkt.Die Raritäts-Masche funktioniert einfach in allen Bereichen des Lebens. Auch mit Menschen ist es nicht anders: Wer sich rarmacht, bleibt interessant. Das kannst du auch für die eigene Karriere nutzen. Wer für sein Unternehmen attraktiv bleiben will, tut gut daran, sich auch mal rar zu machen und zum Beispiel zu zeigen, dass du auch andere Optionen hast, um deinen eigenen „Marktwert“ zu steigern. Zeitweise Abwesenheit, lautet die Devise. Denn befördert wird oft der, der besonders attraktiv erscheint: Laut einer Studie vom IBM soll beruflicher Erfolg sogar nur zu 10% von Leistung abhängen, der Rest wird durch Image und Bekanntheitsgrad bestimmt. [2] Ständig präsent zu sein und dadurch schon fast aufdringlich zu werden, ist alles andere als ratsam. Ob das diejenigen, die auf Instagram rund um die Uhr ihre Stories posten, wohl wissen?

„Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus“

Eins gleich vorweg: Dieses Sprichwort stimmt für die Karriere nur teilweise… Oder hast du es im Berufsalltag anders erlebt? Nettigkeit wird doch nicht immer mit Nettigkeit belohnt. Wer cholerisch rumbrüllt, wird nicht automatisch mit Geschrei bestraft. Aber ein bisschen was, kann man sich von diesem Sprichwort schon abschauen. Die Art und Weise, wie du mit deinen Kollegen umgehst und mit ihnen kommunizierst, hat Auswirkungen auf das Betriebsklima. Gute Umgangsformen sollten demnach eine Selbstverständlichkeit sein. Schließlich macht doch der Ton die Musik. Soll heißen: Du solltest deine Kollegen am Arbeitsplatz so behandelt, wie du selbst behandelt werden möchtest – respektvoll und wertschätzend. Höflichkeit ist das A und O. Dann erlebst du keine bösen Überraschungen aus dem Wald mehr. Übrigens: Wer sich zu benehmen weiß, hat bessere Karrierechancen. Na, dann! Der Karriere zuliebe …

Quelle:

[1] bund-verlag.de
[2] welt.de