Jobwechsel trotz schlechterem Gehalt

Neuer Job aber schlechteres Gehalt? Das spricht dafür

Die erste und wichtigste Regel der Jobsuche lautet eigentlich: Ein Wechsel sollte immer eine Verbesserung deiner Situation darstellen. Meist ist damit die finanzielle Verbesserung gemeint. In manchen Situationen kann ein Jobwechsel aber auch dann sinnvoll sein, wenn das Gehalt schlechter ist oder deiner bisherigen Bezahlung entspricht. Schließlich gibt es neben dem Geld noch einige andere Faktoren, die einen Job zu deinem „Perfect Match“ machen. Wann du einen Jobwechsel trotz schlechterem Gehalt in Betracht ziehen solltest, verraten wir dir hier.

Wann ein Jobwechsel trotz schlechterem Gehalt sinnvoll ist

Den Job zu wechseln ohne beim neuen Arbeitgeber mehr zu verdienen? Für die meisten Arbeitnehmer ist das ein ganz klares No – Go. Schließlich ist ein Jobwechsel laut einer repräsentativen Studie eigentlich der Garant für eine Gehaltserhöhung.1  Geht es um die berufliche Selbstverwirklichung, scheint Gehalt generell ein heikles Thema zu sein. Vor allem, weil es in der Arbeitswelt verpönt scheint, offen über seinen Verdienst oder aber sein Wunschgehalt zu sprechen. Dabei ist es ungemein wichtig und für Karriereentscheidungen höchst relevant, den eigenen Marktwert zu kennen. Der Selbsttest verrät dir, wie viel Gehalt du in der nächsten Verhandlung verlangen darfst.

Bewirbst du dich gerade auf einen Job der dir keine Gehaltsverbesserung bietet oder stehst du sogar schon vor der Entscheidung der Ab- oder Zusage? Dann gilt zunächst einmal folgende Grundregel: Nimm einen Job ohne Gehaltsverbesserung nur dann an, wenn du dir deinen Lebensstandard trotzdem leisten kannst. Miete, monatliche Fixkosten und deinen Lebensunterhalt sollten für dich problemlos finanzierbar sein. Hat der fehlende Gehaltssprung keinen negativen Einfluss auf dein Leben, gibt es durchaus gute Gründe den Job in Erwägung zu ziehen. Vor allem dann, wenn die übrigen Verbesserungen überwiegen.

5 Gründe die dafür sprechen den Job zu wechseln, obwohl das Gehalt geringer ist

1. Deine Arbeitszeiten sind besser

Hängt die schlechtere Bezahlung möglicherweise mit einer reduzierten Stundenanzahl zusammen? Hast du vorher in Vollzeit 40 Stunden gearbeitet und würdest du nur noch 35 Stunden pro Woche arbeiten, handelt es sich um keinen wirklichen Verlust. Stattdessen bedeutet das reduzierte Gehalt mehr Freizeit und die Möglichkeit, sich wieder mehr dem Privatleben zu widmen. Gerade für Menschen mit Familie ist das ein massiver Gewinn, der mit Geld nicht unbedingt aufzuwiegen ist. Hast du vielleicht nicht weniger, aber dafür flexible Arbeitszeiten, kann auch das ein guter Grund sein, den schlechter bezahlten Job anzunehmen. Insbesondere dann, wenn du gerade noch deinen Studienabschluss oder externe Weiterbildungen abschließt oder deine familiäre Situation absolute Flexibilität verlangt.

Die häufigsten Gründe für eine Kündigung sind nämlich dauerhafter Stress, fehlender Ausgleich von Überstunden und ein allgemein schlechtes Arbeitsklima.

Die häufigsten Kündigungsgründe von Mitarbeitern

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2. Du hast wieder berufliche Perspektive

Es kann sein, dass das ausgeschriebene Gehalt geringer ist als dein bisheriges, weil der Job womöglich in einer anderen Branche angesiedelt ist. So verdient ein Marketing Manager in der Pharmabranche durchschnittlich 4.400 Euro/brutto, während dieselbe Position im Bereich Transport & Logistik im Durchschnitt 3.738 Euro/brutto verdient. Der kununu Gehaltscheck verrät dir genau, in welcher Branche du welches Gehalt erwarten kannst. Bedeutet der Branchenwechsel aber eine Bereicherung deines Portfolios, ist weniger Gehalt nicht so tragisch. Gleiches gilt, wenn du im neuen Job eine höhere Funktion einnimmst, du aber wegen spezifischer Branchentarife womöglich einfach gleich viel verdienst wie bisher. Auch dann ist der Jobwechsel anzuraten, denn schließlich entwickelst du dich beruflich weiter.

3. Deine Benefits haben echte Vorteile

Viele Arbeitgeber und Unternehmen haben es sich neuerdings zu Aufgabe gemacht, Mitarbeiter nicht mehr nur mit Gehalt zu locken, sondern auch mit zahlreichen Benefits. Findest du heraus, dass dir die angebotenen Benefits in dem Unternehmen wirklich massive Vorteile verschaffen und du dadurch vielleicht sogar Geld sparst, ist auch das ein triftiger Grund auf eine Gehaltserhöhung verzichten. So können Firmenhandy, Firmenlaptop, ein ÖPNV- Ticket, ein Dienstwagen und kostenlose Sportprogramme deine monatlichen Fixkosten deutlich reduzieren. Vielleicht finanziert das Unternehmen auch deine Weiterbildung. Dieser wertvolle Benefit kann dich langfristig weiterbringen und spricht dafür, den Job trotz schlechterem Gehalt anzunehmen.

4. Bessere Arbeitsbedingungen

Einer der wichtigsten Gründe einen Job anzunehmen, der dir keinen Gehaltssprung verschafft, ist die Verbesserung deiner Arbeitsbedingungen. Das inkludiert nicht nur die oberflächlichen und offensichtlichen Verbesserungen, wie ein neues, helles Office und leckeren Kaffee, freie Getränke und großartiges Essen. Sondern auch eine Verbesserung deines Arbeitsklimas. Bedeutet der neue Job womöglich ein positiveres Arbeitsumfeld, in dem du motivierendes, konstruktives Feedback bekommst und alle an einem Strang ziehen? Dann liegt der Vorteil auf der Hand. Ein positives Umfeld schützt vor Burn-Out und anderen stressbedingten Erkrankungen von Körper und Geist. Zu den größten Belastungen im Arbeitsalltag gehört nämlich ein schlechtes Arbeitsklima und dadurch bedingter emotionaler Stress.

Belastungen im Arbeitsalltag

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5. Du sammelst wertvolle Erfahrung

Gerade dann, wenn du schon sehr lange in einer Firma arbeitest, aber merkst, dass dir für die nächst höhere Position entscheidende Erfahrungswerte fehlen ( vielleicht weil deine Firma eine andere Ausrichtung hat), kann es sinnvoll sein einen Job anzunehmen, bei dem du finanzielle Abstriche machen musst. Dafür sammelst du aber Hands-On Erfahrung die es dir langfristig ermöglicht, die Karriereleiter zu erklimmen – oder zumindest die nächst höhere Position zu erreichen. Kurz gesagt: Gehe einen kleinen Schritt zurück, um den großen Sprung zu schaffen.

 

Fazit:

Letztlich geht es nicht darum, dass nur einer der Gründe zutrifft und du daraufhin einen Job annimmst, der dich weniger gut bezahlt als vorher. Das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren sollte deine Entscheidungsgrundlage sein.
Wesentlich ist, dass du einen Job findest, der dich glücklich macht und deine Überzeugungen teilt. Kannst du dich beruflich weiterentwickeln? Bekommst du Benefits, die deine monatlichen Ausgaben reduzieren? Findest du dich in einem positiven Arbeitsumfeld wieder, dass dich fordert, motiviert und womöglich dafür sorgt, dass du wieder gerne zur Arbeit gehst? Dann kannst du den Abstrich im Bereich Gehalt womöglich mit voller Überzeugung hinnehmen.
Wichtig ist dabei nur, dass du deinen aktuellen Lebensstandard dennoch finanzieren kannst. In dem Fall kann auch ein Job ohne Gehaltsverbesserung ein echter Gewinn sein.


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Quellen:

[1] Gehaltsübersicht 2020
[2] Kündigungsgründe von Mitarbeitern, Springer Professional
[3] Belastung im Arbeitsalltag, Statista.com